Freitag, November 16, 2007

MV bei Hansa


Die Veranstaltung in der Scandlines Arena begann mit einem fünfminütigen Videozusammenschnitt vom Aufstiegsjahr. Danach ergriff Vorstandsmitglied Gawlack das Wort und erläuterte den Ablauf des Abends, wobei auch schon über die Anwesenheit der Pressevertreter abgestimmt wurde. Meines Erachtens nach hätte man Auszählen müssen, aber Herr Gawlack entschied kurzerhand, das die Presse zugelassen sei. Nun wurde darüber abgestimmt, ob ein Antrag eines Mitgliedes auf die Tagesordnung gesetzt werden soll. Es ging dabei um 3 Punkte:
1. Chronologie der Umbenennung des Ostseestadions
2. Verhalten des Vereins gegenüber seinen Fans nach dem Schalkespiel
3. Änderung des Vereinswappens.
Da Punkt 2 sich mittlerweile durch Gespräche zwischen Vorstand und Fanvertretern erledigt hatte und der Antrag somit von der Zeit überholt wurde, kam es nur zur Abstimmung über die anderen beiden Punkte. Diese wurden nach Abstimmung mit deutlicher Mehrheit auf die Tagesordung gesetzt.

Nun kam der Vorstandsvorsitzende Herr Grabow zu Wort. Zunächst ließ er nochmal das vergangene Geschäftsjahr 06/07 Revue passieren. Nicht nur der Inhalt seines Vortrages, denn die sportliche Seite kannte man ja sowieso, sondern vor allem seine stammelnde Art und Weise war zum Weghören eigentlich sehr gut geeignet. Teilweise wirkte er wirklich fehl am Platz. Nach den Ausführungen des Vorstands, trat nun der Professor ans Mikro und gab den Bericht des Aufsichtsrates ab. Ziemlich viel Geschwafel und natürlich ließ er es sich nicht nehmen auf das Bild des Vereins in der Öffentlichkeit einzugehen, welches "Fans" durch ihre Aktionen z.B. in Burghausen, Essen oder zuletzt in Bremen hinterließen. Auf seine in der Presse angekündigte Überraschung hinsichtlich der Neuverpflichtung zweier Spieler konnte man lange warten. Pustekuchen.
Beide Redner bedankten sich auch beim stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Holz, der momentan an einer schweren Krankheit leidet und daher abwesend war. Sie wünschten ihm gute Besserung, wobei Grabow seine Genesungswünsche mit zittriger Stimme vortrug, so dass manch einer den Eindruck bekam, der Mann sei bereits verstorben.

Nachdem man diesen Teil hinter sich lassen konnte, ging es ans Eingemachte. Grabow packte endlich Zahlen auf den Tisch. Die Gewinn- und Verlustrechnng wies im vergangenen Geschäftsjahr einen Fehlbetrag von rund 1,1 Mio Euro aus. Geplant war ein Fehlbetrag von 2 Mio. Kurz erläuterte Grabow wie es zu dieser für den Verein positiven Differenz kam. Zu den ungeplanten Einnahmen gehörten Einnahmen vom DFB durch die WM, Fernsehgelder durch die gute Platzierung und Einnahmen für das erfolgreiche Abschneiden im DFB-Pokal. Die ungeplanten Ausgaben waren u.a. Prämien für die Spieler für die erfolgreiche Saison in der Liga und im Pokal, und Strafen des Vereins durch Fanfehlverhalten. Außerdem kam es zu Umsatzeinbußen im Spiel gegen die Tus Koblenz, da der Verein die Stehplatzblöcke freilassen musste. Die einzelnen Beträge habe ich leider nicht mehr im Kopf. Beim nächsten Mal werde ich mir wohl was zu Schreiben mitnehmen. Der Haushaltsplan für 09/08 sieht Ausgaben in Höhe von 26,3 und Einnahmen i.H.v. 27,4. Somit würde Hansa wieder Gewinn machen, hätte allerdings noch etliche Verbindlichkeiten. Grabow verkündete auch in einer seiner Reden, das er stolz sei, das man die Kredite und Bürgschaften bis 2018 verlängern konnte. Weiterhin will der Verein sein Eigenkapital erhöhen, welches nicht den Wert der Spieler enthält. Hansa ist in diesem Punkt einer von drei Profivereinen, der so verfährt. Außerdem wird es zu Ausgaben für das Volksstadion kommen, denn durch den anvisierten Aufstieg der zweiten Mannschaft in die neugeschafffene Regionalliga erhöhen sich die Anforderungen an das Stadion seitens des DFB. Somit ist mit einem Ausbau zu rechnen.

Als die Berichte von Vorstand und Aufsichtsrat beendet waren, sollten eigentlich Anfragen bezüglich dieser Berichte folgen, allerdings nutzten viele Mitglieder die Gelegenheit um ihren Unmut über den Verkauf der Namensrechte des Ostseestadions und das Verhalten des Vereins gegenüber der Presse auszudrücken. Gleich der erste Redner erntete viel Applaus, vor allem von den 27A-Leuten. Dabei ist wichtig zu erwähnen, das der Mann nicht 20 Jahre, sondern etwa dreimal so alt war. Ein anderer (ebenfalls älteres Semester und Besucher der Südtribüne) wollte unbedingt seine Sicht der Dinge im Verhalten des Vereins gegenüber den Suptras darstellen. Wieder Applaus. Zwischendurch gab es auch mal positive Stimmen für die Verantwortlichen und Danksagungen für die gute geleistete Arbeit. Und so zog sich der Abend in die Länge.

Die Vorstände Grabow und Gawlack disqualifizierten sich aus meiner Sicht teilweise selber. Gawlack nutzte einen Versprecher eines Redners (er sprach Prof. Klinkmann mit Herr Klinsmann an), um eine dümmliche Bemerkung abzulassen. Darauf gab es Buhrufe im Publikum. Dabei war auch sein Vorstandvorsitzender nicht frei von Versprechern. Als er Herrn Holz dankte und Genesungswünsche zukommen ließ, leitet er mit dem Satz ein: "Ich als der Verein...äh...Ich im Namen des Vereins". Gelächter bei den Mitgliedern. Herr Grabow wirkte wie bereits geschrieben fehl am Platz. Er war unsicher, machte in seinen Reden Pausen, wo man rhetorisch nicht unbedingt welche setzen muss, wußte bei Nachfragen zum neuen vereinsunabhängingen Fanprojekt nicht, was er in seiner Rede sagte und musste dies erst nachschlagen, um es nochmal zu verdeutlichen. Der Mann schien wirklich gut vorbereitet zu sein. In meinen Augen der Verlierer des Abends.

Der Zweite Verlierer des Abends war der nicht anwesende Herr Droll von der Blöd. Von beiden Seiten bekam er was ab. Mitglieder regten sich über den "Stuss" auf und der Vorstand verteidigte sich auf Anschuldigungen über falschen Umgang mit den Medien, er könne auch nicht dafür, wenn "Mist" geschrieben wird bzw Dinge weggelassen werden. So appelierte Gawlack auch an die Presse in Zukunft mehr bei der Wahrheit zu bleiben. Enormer Applaus bei den Mitgliedern.

Nach 3 Stunden MV wurde es für mich dann auch mal Zeit eine rauchen zu gehen. Draußen kurz bei gefühlten Minusgraden abgezittert und noch kurz mit bekannten Gesichtern geklönt. Pünktlich zur Rede von Pfütze dann auch wieder in der Halle gewesen. Er erläuterte dann nochmal kurz seine Sicht der Dinge in Bezug auf die Umbenennung und das Verhalten des Vereins mit den Mitgliedern in dieser Sache. Dabei lieferte er den bösesten Satz des Abends: "Professor Klinkmann, vor 2 Jahren sagten Sie, der Verkauf des Ostseestadions gehe nur über ihre Leiche. Nun der Name ist verkauft und sie sitzen immer noch hier." Daraufhin teils Gekicher und teils Verwunderung bei den Mitgliedern über diesen doch sehr derben Spruch. Die Verantwortlichen blickten ernst und nachdenklich. Ebenfalls sagte Pfütze, er werde die verantwortlichen Gremien nicht entlasten, da er keine andere Möglichkeit als Mitglied sieht, seinen Unmut, als Mitglied belogen worden zu sein, zu verdeutlichen. Dazu nahm dann mein Gewinner des Abends Stellung. Dr. Stein vom Aufsichtsrat saß den ganzen Abend auf der Bühne, aber erst jetzt trug er seine sachliche unaufgeregte Meinung vor. U.a. betonte er nochmals die falsche/fehlende Kommunikation des Vereins bzgl der Stadionnamensrechte. Dies taten zwar auch Grabow und Klinkmann, allerdings erwartete man von diesen eher eine Entschuldigung und so kam es bei ihnen nur zu Zwischenrufen und empörtem Aufschreien. Eine Entschuldigung wollten aber beide scheinbar nicht abgeben, da sie sonst eine Schuld eingestanden hätten. Alle lauschten den Worten von Dr. Stein und dafür erntete er dann auch großen Beifall. Außerdem war er der einzige der 4 Verantwortlichen auf der Bühne der seinen Stimmzettel bei der späteren Satzungsänderung hob.

Zuvor kam es dann auch zur Stellungnahme des Vereins bezüglich der Änderung des Verweinswappens seit 1965. Herr Gawlack war gut vorbereitet. Als das Wappen vor 5-6 Jahren das heutige bekannte Aussehen annahm, trat ein Mann (Greifforscher) an den Verein heran, um ihm zu sagen, dass man keinen Greif, sondern einen Drachen im Wappen hätte. Aber er könne für 250.000€ ein neues Wappen entwerfen. Daraufhin stellte der Verein eigene Nachforschungen an und diese ergaben, dass der Forscher Recht hatte. Der Greif im Hansawappen sollte ja angelehnt an das Rostocker Stadtwappen sein. Aber dies war nicht der Fall. Einfach den Greifen aus dem Rostocker Wappen zu nehmen, ginge aus rechtlichen Gründen nicht, also entwarf man einen eigenen Greifen und fügte dem Schriftzug F.C. Hansa in der Kogge eine schwarze Schattierung hinzu, da es moderner erschien. Herr Gawlack stellte auch klar, dass die Nachforschungen des Vereins ergeben hatten, dass der FC Hansa seit seiner Gründung 8 verschiedene Wappen hatte. Immer etwas modifiziert. Dies wurde verdeutlicht anhand einer Zusammenstellung von Wappen auf der Leinwand. Das jetzige Wappen ist im Übrigen das erste, das markenrechtlich geschützt ist. Der Verein hat sich außerdem für dieses "neue" Wappen entschieden, da man nicht mit 100% Gewissheit sagen konnte, ob die alten Originale oder vllt doch nur Fälschungen seinen.

Dann kam es endlich zur Entlastung der Gremien. Der zuvor gewählte Wahlleiter RA Rohde stellte fest, dass es zwar mehr Gegenstimmen als in den Jahren zuvor gab, aber zunächst der Vorstand und dann der Aufsichtsrat entlastet wurden. Bevor es ans Buffett ging, wurde nochmals gewählt. Einem Satzungsänderungsantrag wurde mit mehr als der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit zugestimmt. Zukünftig bedarf es bei einer Satzungsänderung in bezug auf Vereinsfarben und -wappen 80% der anwesenden Mitgliederstimmen als bisher 66%. Großer Applaus. Wenigstens etwas erreicht. Dann noch kurz den neuen Kassenprüfer gewählt. Dabei gab es 2 Kanditaten, wobei die Stimmzettel diesmal ausgezählt wurden und ab gings zum großen Fressen mit belegten Brötchen, Gulaschsuppe und Bockwurst.

Obwohl ich schon seit mehreren Jahren Mitglied bei Hansa bin, war dies meine erste Mitgliederversammlung. In Zukunft werde ich versuchen, jedes Jahr anwesend zu sein. Vor allem im nächsten Jahr, wenn die Aufsichtsratswahlen anstehen.

Ich weiß, dass mein Bericht etwas konfus ist. Aber ich habe wirklich versucht euch alle Details mitzuteilen. Sollten noch Fragen bestehen, könnt ihr sie gerne in den Kommentaren hinterlassen.

Donnerstag, November 01, 2007

Forum wird geschlossen

Da das Forum schon seit längerer Zeit nicht mehr genutzt wird und der Informationsaustausch bzgl. Auswärtsfahrten, Hopping, Konzerte etc. über das Schienbeinforum erfolgt, wird das alte Forum demnächst abgewickelt.

Die Leute, die bisher im alten Forum registriert waren und noch nicht im "neuen" angemeldet sind, können dies gerne nachholen. Sagt dann entweder Michel oder mir Bescheid, damit ihr auch den vollen Umfang nutzen könnt.

HH - Immer eine Reise wert

Vergangenes Wochenende verschlug es Toni und mich nach Hamburg. Einerseits zum Hoppen andererseits um mal wieder Gunnar in seiner Wahlheimat zu besuchen. Zunächst ging es per WET über NB (Zustieg Toni) und Güstrow (Steffen sollte dort eigentlich zusteigen, kam aber erst um halb sechs Uhr morgens aus nem Club raus und verschlief ein wenig) nach Hamburg zum Millerntor. Dort spielte die Zweitvertretung des FC St. Pauli gegen Holstein Kiel. Endstand 2:1 für die Gäste vor 1380 Zuschauern. Aber beginnen wir von vorn.

Vor dem Oberligaspiel zwischen dem Tabellendritten und dem Tabellenführer aus Kiel traf man sich noch mit Björn und Henry, genehmigte sich gemeinsam noch ein Bier und nen Kurzen und schlenderte gemütlich zum Stadion. Henry gab noch nen kurzen geschichtlichen Abriss zum Hochbunker und hinein gings ins Stadion. Drinnen kostete der halbe Liter 3,50€. Hätte man doch nur vorher noch eins draußen getrunken. Zeit war noch genug, denn die Kieler Mannschaft steckte im Stau und so verzögerte sich der Anpfiff. Als die Gäste dann endlich eintrafen, sah man ein ganz nettes Spielchen, aber mehr auch nicht. Supporttechnisch konnten mich die St. Pauli Ultras schon beeindrucken. Komplett sang man die 90. Minuten durch, aber irgendwann musste ich Toni dann doch Recht geben, denn auf Dauer wird dieser monotone Singsang langweilig. Nichts Brachiales war von den Ultras zu vernehmen, geschweige denn, dass sie sich auf den Spielverlauf einstellten, aber was solls. Auf Kieler Seite gab es kurz mal bissel Rauch, ansonsten konnten sie nur noch durch ein wenig Armeinsatz von vielleicht 40-50 Leuten ansprechen. Zu hören war aufgrund der Dauersingerei der Paulianer nix.

Nach dem Spiel (tolle Überleitung) ging es per Bahn zu den Landungsbrücken. Dort trafen wir die Mädels und zu sechst ging es dann per Fähre 3 Stationen Richtung Nordsee nach Övelgönne. Dort noch etwa 200m am Strand entlang gewandert und schon war man an einer chilligen Strandbar. Nach einem Bier bzw. Grog ging es auch wieder zurück. Vorher aber noch flugs die Gläser mitgenommen. An den Landungsbrücken verabschiedete man sich dann von den beiden Päarchen und besorgte sich noch 2 Bier. Eins zum Verweilen an der Brüstung der U-Bahn-Station mit sehr angenehmen Panoramablick auf die Landungsbrücken und die König der Löwen Insel. Danach gings noch zum Konsum um ein 5 Liter Fass und einen ordentlichen Wodka für Gunnar zu besorgen. Der Abend verging dann auch sehr kurzweilig. Hehe.

Am nächsten Morgen hatte man dann durch die Zeitumstellung genügend Zeit, um sich bei einem typischen Sonntagsfrühstück (Danke an Steffi für die optimal gelungenen Eiers) für die anstehenden Spiele zu stärken. Das erste Spiel fand dann auf dem Jonny-Rehbein-Sportplatz statt. Mein erstes Spiel auf Asche, mal abgesehen von dem Bolzplatz auf dem ich früher selber kickte.

Das Spiel zwischen dem Uhlenhorster SC Paloma und dem SV Curslack-Neuengamme vor ca 150 Zuschauern brachte Toni immer wieder zum Kopfschütteln: "Wenn ich da Trainer wäre, würde ich ausrasten!". Am Ende siegten dann aber die sympatischen Gastgeber (die weiße Taube auf blauem Grund im Vereinswappen, sowie die Terrasse am Vereinsheim taten es uns wirklich an) durch einen Elfmeter mit 2:1. Support: nix.

Nun sollte es nach Bergedorf gehen. Leider waren wir aber etwas verplant und verloren so ein wenig Zeit. Nach etwas Umwegen und kleinen Wanderungen erreichten wir aber dann doch das Stadion Sander Tannen. 10000 Leute passen dort zwar rein, aber an diesem Tag waren vielleicht 200 anwesend. Ein netter Ground, aber irgendwie konnte er den Sympathiebonus von Paloma nicht mehr übertreffen. Das Spiel war in der ersten Halbzeit dann auch eher etwas für die Kategorie Ich-geh-mal-zum-Bierstand bzw. Ich-hol-mal-ne-Wurst. Die zweite wurde, Gott sei Dank, besser und so konnte man dann doch noch 2 sehenswerte Tore geniessen. Ein drittes hatte der Schiri unberechtigterweise den Gastgebern versagt, die am Ende verdient mit 2:0 gewannen. Unterstützung von den Rängen gab es nur von einer kleinen etwas älteren Gruppe mit Trommel auf der Haupttribüne.

Am Ende bleibt nur zu sagen, man freut sich auf das nächste Mal Hamburg, spätestens zu Dornis Einweihungsparty.

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