Sonntag, November 09, 2008

Schöne bunte Sportwelt

25.10.2008
Füchse Berlin : TBV Lemgo
O2 World - 14800 Zuschauer - offiziell ausverkauft

In Berlin gibt es seit dieser Saison eine neue Halle. Ein großer reicher Mobilfunkanbieter hat seinen Namen für den Koloss zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße gerne zur Verfügung gestellt. Damit sich der Bau auch lohnt, müssen dort auch diverse Veranstaltungen stattfinden, die eine Menge Leute anziehen. Aus diesem Grund lockt der Hallenbetreiber die hiesigen großen Mannschaften aus den Sportarten Eishockey, Basketball und Handball mit Mietnachlässen.

Da meine bessere Hälfte bei einem der Sponsoren der Füchse arbeitet, gab es erst einmal ein fettes Kontingent für die Mitarbeiter. Sie, clever wie sie ist, gleich mal 2x2 Karten abgegriffen und so kamen Thomas und Henry in den Genuss das Spiel aus Block 407 zu sehen und Kathrin und ich verfolgten das Spiel aus Block 417 heraus. Wer jetzt denkt, Block 400 irgendwas, dass muss aber fett sein, der denkt richtig. Die Halle ist groß, hoch und weitläufig. Laut und bunt ebenso, aber dazu später mehr.

Zunächst betraten wir das neue Prestigeobjekt Berlins über einen eigens für die Kunden des großen, reichen Mobilfunkanbieters eingerichteten Eingang. Lange stehen? Ist nicht. Henry und ich gehören zu den "Guten" und somit unsere Freunde auch. Das 0,3 l Freibier gab es dann allerdings nur für uns beide. Drinnen gings dann mit der Rolltreppe in die 2. Etage - von dort kommt man in die unteren Ränge oder auf den Raucher-Balkon. Mit der nächsten Rolltreppe gelangt man in die 4. Etage und zu den Eingängen der oberen Ränge. Wer sich nun fragt, was ist denn mit der 3. Etage? Nun, da gelangt man scheinbar nur mit dem Fahrstuhl, der aber von einem Ordner versperrt wird oder über die Fluchttreppe hin. Denn in der 3. Etage befinden sich die Business-Logen. Die unteren Ränge gehen einmal komplett um das Spielfeld, die Business-Sitze und der Oberrang begrenzen ds Spielfeld nur auf 3 Seiten. Auf der Südseite ist ein riesiger Catering-Bereich eingerichtet für Leute, die sich für wichtig halten oder kurz: VIP.

Von meinem Sitz auf Höhe der 7-Meter-Linie in der drittobersten Reihe konnte ich den schräg gegenüberliegenden unteren Block aufgrund der 8-eckigen Video-Oktaeder(?)-Konstruktion nicht sehen. Übrigens: wer keine Lust hat sich das Geschehen unten anzugucken, der kann auch auf die Übertragung auf der Videowand starren. Über die Sinnhaftigkeit kann sich jeder selbst seine Gedanken machen. Zum Auftakt des Spiels gab es erst einmal eine Rauch-, Pyro- und Lasershow, für die konsumfreudige Masse. Ich muss aber gestehen, es hat mir irgendwie gefallen. Allerdings wurden dadurch meine Erwartungen an eine tolle Stimmung nur noch erhöht und konnten nicht erfüllt werden.

Das Spiel selber ist schnell erzählt. Nach 5 Minuten führte der Favorit aus Lemgo bereits 6:0 und ließ sich diese Führung auch nicht mehr nehmen. Die Trefferquote der Füchse war an diesem Tag aber auch einfach zu schwach. In der Halbzeit musste ich dann fluchtartig meinen Platz verlassen, da unten auf dem Spielfeld BAP (was hat diese Kölner Gauklertruppe in Berlin verloren?) anfing zu spielen und mein Körper nach Gerstensaft dürstete. Aber bei Preisen von 3,60 für 0,4 l Hasseröder und 3,80 für die gleiche Größe Becks kann man sich nicht wirklich besaufen. Auch vollfressen ist nicht drin bei 2,50 für nen lumpigen Muffin oder einen Hotdog. Die Bratwurst gibt es übrigens für 2,80 mit nem bröseligen Brötchen. Ganz ganz großes Kino hier. Also gings nach einem kleinen Spaziergang wieder zurück zu dem Platz der auf meiner Karte vermerkt war, um dem Treiben vom Rande aus weiter zu zu schauen. Henry und Thomas meinten nach dem Spiel, dass sie ein ähnliches Gefühl hatten. Man ist zwar dabei, aber nicht wirklich mittendrin. Ganz merkwürdige Sache.

Bedingt durch die große Halle, das teure Bier oder durch das schlechte Spiel der eigenen Mannschaft kam nie wirklich richtig gute Stimmung auf, außer bei den rund 50 Lemgoern in meinem Block, die unablässig Party machten. Einen richtigen Fanblock wie in der Max-Schmeling-Halle gab es bei der Premiere der Füchse in der Sauerstoff-Welt auch nicht. Trotz offiziell ausverkauftem Haus - es waren eindeutig nicht alle Plätze besetzt - spielen die Füchse vorerst wieder in ihrem viel gemütlicheren Fuchsbau, Schmeling-Halle, wo mannicht permanent von einer flimmernden Werbebande über den Logen genervt wird.

Fazit: Große bunte Konsumwelt, du hast einen weiteren Tempel bekommen. Man kann sich ihn mal angucken, da architektonisch gelungen, aber bei dem ganzen Kommerz, bleibt der Sport auf der Strecke.

Montag, Oktober 27, 2008

Es ist Herbst

19.10.2008
Mariendorfer SV : SV Empor Berlin 1:0
Volksparkstadion Mariendorf - 133 Zuschauer

An einem kühl windigen Herbstnachmittag machte ich mich auf in den Süden von Berlin. Dort erwartete mich eine hübsche alte Anlage, die 15000 Zuschauer fassen kann. Die Steinstufen sind von Gras bewachsen und bilden einen netten Kontrast zur neuen Tribüne, die vor kurzem dort gebaut wurde und immer noch nicht ganz fertig zu sein scheint. Die Stufen der Haupttribüne sind bisher nur als Stehplätze ausgelegt. Es können aber sicherlich noch Sitzschalen darauf montiert werden. An diesem Tag verirrten sich 133 handgezählte Zuschauer + 3 Grüne in das weite Rund. Was Letztgenannte nun schon bei einem solchen Berlinligaspiel wollten, wissen wohl nur sie selber. Vielleicht wollten sie auch den frisch aufgesetzten Glühwein kosten. Wer weiß, wer weiß.

Das Spiel zwischen dem gastgebenden Mariendorfer SV und dem SV Empor Berlin aus Pankow war ein müder Kick. Anfangs machten die Gäste noch sehr viel Druck und es kündigte sich ein munteres Spielchen an, aber mit zunehmender Spieldauer wurde es immer lahmer auf dem Rasen. Das einzige Tor des Tages für den Gastgeber nach einem sauberem Zuspiel war zwar recht ansehnlich, konnte aber über das schwache Niveau nicht hinwegtäuschen. Mit dem Schlusspfiff hätten die Gäste fast noch ausgleichen können, aber auch 20 Zentimeter am Tor vorbei, ist immer noch am Tor vorbei. So blieb es beim 1:0 und ich machte auf dem Heimweg noch einen Zwischenstopp in Alt-Tempelhof um den besten Dürüm der Stadt zu geniessen.

Bilder gibts in der Galerie und das neue Hintergrundbild des Blogs ist aus dem Volksparkstadion Mariendorf. Ich fand es irgendwie sehr passend zur Jahreszeit.

Montag, Oktober 06, 2008

Von Lilien und Löwen.

Wenn sich Flora und Fauna ein Stelldichein geben, muss es sich nicht immer zwangsläufig um einen Ausflug ins Grüne oder um eine Stippvisite in den Zoo, Tierpark o.ä. handeln. Nein das Zusammentreffen von Pflanzenfreunden und Tierliebhabern ist durchaus auch auf sportlicher Ebene möglich. Um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen machte man sich am vergangenen Samstag bei Zeiten auf ins Südhessische, genauer gesagt in die Stadt mit dem eigenwilligen Namen Darmstadt. Die einheimischen Lilien hatten sich zur Biologiestunde am Böllenfalltor die Löwen aus dem Nordhessischen Kassel eingeladen.


Dank eines komfortablen Zeitpuffers bis zum Unterrichtsbeginn und guter Ausschilderung am Wegesrand, wurde der Fußweg vom Bahnhof bis zur Spielwiese in einer entspannten halben Stunde zurückgelegt. Vor dem umzäunten Liliengarten wartete derweil schon die örtliche Wald und Wiesenfraktion. Und auch eine stattliche Anzahl von Förstern hatte wohl Lust auf das Zusammenspiel von Flora und Fauna. Somit ging`s rein in den Botanikgarten. In der Mitte der Anlage das gepflegte Grün, hier hatte der heimische Gärtner wohl gute Arbeit geleistet. An der Längsseite eine überdachte Tribüne für rund 4.000 Teilnehmer mit Sitzfleisch. Die Standfesten hatten freie Platzauswahl auf den weitläufigen Stehplätzen. Zum Unterrichtsbeginn hatten sich schließlich 3.100 Interessierte eingefunden. Die rund 400-500 Tierliebhaber aus dem Nordhessischen hatten jedoch keine freie Platzwahl und mussten sich im Gehege auf der Gegengerade einfinden. Zu Unterrichtsbeginn präsentierten die Pflanzenfreunde einen sehenswerten Hingucker auf der Haupttribüne. Applaus dafür vom Rest. Auf dem Grün hatten derweil die Lilien nach dem Motto "Breit-Lang-Quer" eingenetzt. Doch die 11 Löwen auf dem Geläuf zeigten sich bissig und kamen kurz darauf ebenfalls zu einem Erfolgserlebnis. Die restlichen Löwen im Gehege ließen den Zaun wackeln und das Böllenfalltor erleuchten. Als sich der Nebel legte zappelte es jedoch wieder im Löwennetz. Die Löwen liefen fortan nur noch wie müde Kätzchen übers Grün und die Lilien beackerten emsig das Geläuf. Auch in der 2. Unterrichtshälfte dann zahme Kätzchen und optisch überlegene Lilien. Doch da das Unterrichtsende erst ist wenn die Klingel ertönt bzw. der Lehrer auf dem Rasen abpfeift, zeigte der Löwe kurz vor Ultimo noch einmal die Krallen und setzte den finalen Biss.

So eine Biologiestunde mit Lilien und Löwen kann also auch mal recht lehrreich und unterhaltsam sein. Mit etwas Lesestoff der Pflanzenfreunde im Ranzen ging`s anschließend dann wieder gen Süden, die Lehrstunde hatte hungrig gemacht.


In Ingolstadt...

Da die Kogge mal wieder einen neuen Hafen ansteuerte, ließ man sich nicht lang bitten. Diesmal mit der Reisecrew Mannheim/Heilbronn/Drumherum also auf nach Ingolstadt. Nach einer feuchtfröhlichen Fahrt mit DB Regio durch`s Bayrische Hinterland wurde dann pünktlich zur Mittagszeit am Vier-Ringe-Ufer angelegt. Auch unser weitgereister NY-Tourist war hungrig auf Fußball und endlich wieder mit an Bord.

Die letzen beiden Spiele der Hansakogge stimmten einen optimistisch. Bestes Karibikwetter (der Sonnenbrand im Gesicht kommt sicher) und ein gut gefüllter Gästeblock ließen auf zählbares hoffen. Edeljoker Cetkovic netzte bereits nach nicht einmal 10 Spielminuten ein. Jawohl es läuft. Doch was dann kam, war mal wieder unbegreiflich. Wie schafft man es nach einer 1:0 Führung in Lethargie zu verfallen, im Glauben die Führung nun verwalten zu können, denn Gegner aufzubauen, sich auszuspielen und teilweise vorführen zu lassen? Der Dicke weiß sicher eine Antwort. Nach Wiederanpfiff verließ derweil Besatzungsmitglied Gledson schon vorzeitig das Deck, der Kapitän auf der Bank zeigte sich gewohnt regungslos. Das Spiel plätscherte nun so da hin, ein Aufbäumen nicht wirklich erkennbar. Und auch auf den Rängen plätscherte es nun teilweise dahin. Über den Anhang der BSG Audi braucht man keine Worte verlieren. Anwesend waren Sie zumindest. Im Gästeblock ging die ersten 20 Minuten ganz gut die Post ab, dann war die Aktion "Eggi-sucht-den-Nachwus-Capo" angesagt, anschließend wurde auch noch der Support mit Sinnlos-Sing-Sang dem Spielgeschehen angepasst, bevor man sich zum Spielende hin wieder lautstark und koordiniert Gehör verschaffte. Auf den Rängen also Punktsieg für die treuen Begleiter, auf dem Rasen wohl eher Schiffbruch der Hansacrew.

Nach Spielende wurde sich am Bahnhof die Zeit noch mit der einen oder
anderen Fassbierrunde vertrieben. Und aus dem einfachen Gefühl des fröhlichen, geselligen Miteinander auch noch eine Runde "Reise nach Jerusalem" eingeläutet. Nur die Herren in Schwarz wollten wieder mal den Spielverderber spielen; konnten sich dann aber doch nicht ein Lachen verkneifen, ob des fröhlichen Zeitvertreibs. Kommunikation ist alles meine Herren. Den restlichen Stadiongängern in Ingolstadt wird an jenem Tag aber eher folgender Gassenhauer in Erinnerung bleiben: "In Ingolstadt, in Ingolstadt, da holen wir den UEFA-Cup!".

Donnerstag, August 14, 2008

Rasenschach oder Manege frei

Auch in den Niederungen des deutschen Amateurfussballs hatte die Sommerpause endlich ihre Schuldigkeit getan und so ging es am Mittwochnachmittag direkt vom Schreibtisch mit DB Regio Richtung Oberschwaben, genauer nach Laupheim zum 1. Spieltag der Verbandsliga Württemberg. Auf dem Programm stand Rasenschach mit folgenden Spielparteien: in der blau-weiß-gestreiften Ecke der FV Olympia Laupheim und in der mausgrauen Ecke der VfL Sindelfingen. Spielstätte für den Kampf um Punkte war das Olympia-Stadion. Ein kleiner gemütlicher Fußballplatz für offiziell 2.500 Interessierte und mit überdachter Haupttribüne inkl. integrierten Sportlerheim/Vereinsgaststätte an der Längsseite. Für 6 Euro Eintritt wurde dann freie Platzwahl, nostalgische Holzbänke auf der Tribüne, ohrenbetäubende Ballermannhitsbeschallung vor dem Spiel und in der Halbzeit, sowie ein recht rasant unterhaltsames Fußballspiel geboten. Aber nur vom FV Olympia aus Laupheim, den der spielte sich reihenweise Hochkaräter heraus. Von der Strafraumgrenze halbhoch ins Dreiangel. Freistehend aus 12 m an die Latte. Aus 5 m noch freistehender übers Tor geköpft. Nach Flanke platzierter Kopfball. Nach Querpass noch viel freistehender aus 14 m wieder übers Gebälk. Da war in Sachen Torausbeute wohl mehr drin gewesen und so hieß es am Ende des 6. Liga Kicks vor rund 250 Kiebitzen nur 2:0. Nach dem Abpfiff ging es schnellen Schrittes wieder Richtung Bahnhof und für den unternehmenslustigen Laupheimer hieß die weitere Abendgestaltung statt Champions-TV aus Schalke vermutlich Manege frei, denn: "Zirkus Probst is back in town"!


Montag, Juni 30, 2008

Mannheimer Doppelpack

31.05.08 VfR Mannheim - SV Waldhof Mannheim und SV Waldhof Mannheim/II. - VfB Eppingen

Endlich kam auch ich seit langem Mal wieder in den Genuss eines Dopplers. Jedoch sicherlich nicht wegen 2 vermeintlich attraktiver Spielbegegnungen, sondern eher aufgrund der Tatsache, das sich die Möglichkeit ergab zwei ehrwürdigen Fußballstadien an einem Tag meinen Besuch abzustatten. Der erste Teil des Fußballnachmittags führte mich zum Lokalderby in der Oberliga Baden-Württemberg zwischen dem VfR Mannheim und dem SV Waldhof Mannheim. Diesmal war ich auch rechtzeitig nach Mannheim angereist, blieb somit auch genügend Zeit die heutige Spielwiese zu inspizieren.

Doch zuvor ging es noch kurz zum nur einen Steinwurf entfernten Carl-Benz-Stadion, Heimspielstätte des SV Waldhof. So konnte nach mehreren Besuchen in der Vergangenheit dieser durchaus gelungene Neubau aus dem Jahr 1994 auchendlich mal in Bildern festgehalten werden, wenn auch nur durch den Zaun. Nun aber hinein ins Rhein-Neckar-Stadion zum Mannheimer Lokalderby. Der Charme der rund 11.000 Zuschauer fassenden reinen Fußballarena ist dabeiwohl schon seit langem verblichen. Dafür ist die in die Jahre gekommene, doch recht eigentümlich aussehende Wellblechtribüne auf der Geraden ein echter Hingucker. Der Rest des Ground`s bleibt mir nur durch sanierungs-bedürftige unüberdachte Stehplatztraversen in Erinnerung. Dem Spiel selbst wohnten dann gut 3.500 Fußballinteressierte bei, wovon gut und gerne 3.000 dann doch eher dem SV Waldhof die Daumen gedrückt haben dürften. Zu Spielbeginn dann eine einfache, aber wirkungsvolle Wendechoreografie der Ultras Mannheim: Bye Bye OLBW / Bye Bye BFV / Bye ByeVfR war hier gut sichtbar zu lesen. Bis zur Mitte der 1. Halbzeit dann auch ein sehr gepflegter, abwechslungsreicher Support der Gästeanhänger, von VfR-Seite erwartungsgemäß nichts zu vernehmen. Zu mindestens hatten sie den angrenzenden Heimblock ein wenig mit Fahnen verziert. Das eigentliche Spiel bis dahin ein richtiger Langeweiler ohne nennenswerte Höhepunkte bis in der 43. min die Heimmannschaft in Führung und schließlich auch in die Pause ging. Nach kulinarischen Genüssen in der Halbzeit nach dem Motto "Für jeden ist was dabei" hieß es für mich zur 60. min die Spielwiese zu wechseln.

Nun führte mich der Weg in den Arbeiter-Stadtteil Waldhof zu einem doch recht geschichtsträchtigen Ort, der Seppl-Herberger-Sportanlage. Unüberhörbar nach einem Alt-Bundestrainer benannt. Dieses traditionsträchtige und schon über 80 Jahre alte Stadion ist mittlerweile Spielort der Waldhof Amateure. Früher spielte in diesem Stadion noch die 1.Mannschaft des SV Waldhof, sogar teilweise mal 1. Bundesliga. Heutzutage wird im Stadion am Alsenweg, wie es hier wohl im Volksmund heißt, nur noch die Spielklasse 6. geboten. Spielbeteiligte waren an jenem Nachmittag die Mannschaften des SV Waldhof Mannheim/II. und des VfB Eppingen in der Landesliga Rhein/Neckar. Der eigentliche Spielfilm ist schnell erzählt in dem der Gast zwar früh in Führung gehen konnte, die Heimmannschaft anschließend jedoch forsch aufspielte und die 2:1 Halbzeitführung in der 2. Halbzeit auf einen verdienten 3:1 Sieg ausbaute, selbst eine berechtigte G/R Karte für die Mannheimer Reserve in der 53. min war dabei kein Hindernis. Alles in allem ein sehr unterhaltsamer Fußball-Kick in einem tollen Fußballstadion, in dem derFußball noch ist wie er sein sollte. Überraschend auch die relativ gute Zuschauerzahl von rund 150 Interessierten für einen 6. Liga-Kick. Die Zuschauerzahl konnte in der 2. Halbzeit dann sogar noch auf 200 Leute ausgebaut werden, da doch einige aktive Supporter vom vorherigen Lokalderby im Rhein-Neckar-Stadion vorbeischauten. Somit war auch ich über das Endergebnis des Lokalderbys topaktuell informiert, ebenfalls ein 3:1 für den SV Waldhof. Nach dem Abpfiff in der Seppl-Herberger-Sportanlage hatte ich noch die Möglichkeit, natürlich nur mit Zustimmung des Greenkeepers, den gepflegten Rasen zu betreten und von dort aus einen Schnappschuss der Sitzplatztribüne in Großformat aufzunehmen. Ein Zugang über die Stehränge ist hier derzeit nicht möglich, da verschlossen, ist aber auch verständlich bei der Spielklasse und den Zuschauerzahlen.


Durch ein kurz darauf einsetzenden Platzregen, wurde ich regelrecht gezwungen meinen Aufenthalt in Mannheim noch zu verlängern, in das in der Haupttribüne befindliche Vereinsheim einzukehren und bei ein oder zwei oder drei Bier mir den mühsam erkämpften 2:1 Sieg der DFB-Kicker über die Fußballgroßmacht Serbien via Mattscheibe anzuschauen. Na denn Prost!

Der Norden rockt...!

Schon Störtebeker wusste das der Norden rockt und hat mit seinem Kahn hier gleich angedockt, ja ihr hört richtig jetzt ist Fußballzeit, warum, weil alles nach Fußball schreit, und ihr fragt euch ob der Fußball das versprochene hält, ja na klar, denn wir sind... Mit dieser und weiteren nordischen Musikperlen im Ohr ging es für mich Anfang Mai in ein Fußballabenteuer in den Norden der Republik mit 12 Spielen in 17 Tagen.

01.05.08 Pokalfinale Niedersachsen, Lüneburger SK - Eintracht Nordhorn 1:1/8:9 n.E.
Das erste Ziel meiner Fußballreise führte mich zuerst ins Niedersächsische Lüneburg. Während ich vor vielen Jahren schon einmal dort zugegen war um einem Eishockeyspiel beizuwohnen und vor noch viel längerer Zeit ein Bummel durch die Innenstadt inkl. Eislaufen und Volllaufen mit Schülern und Lehrern als damaliger Zehntklässler angesagt war, haben sich seitdem meine Prioritäten ein wenig geändert. Ein entspannter Fußballnachmittag war diesmal angesagt. Nachdem das Reisegepäck sicher bei Firma DB Schließ und Fach verstaut war, ging es für mich auf einem gut ausgeschilderten Fußweg zur Spielwiese, auch eine Grillparty am Wegesrand bei den Lederlumpen MC konnte mich nicht davon abbringen. Unterwegs erreichte mich dann noch die frohe Kunde, das auch die 4 Hoppingverrückten aus NB und Umgebung hier zu gegen sein werden.

Für`n fairen 5èr ging es dann hinein ins Stadion Wilschenbruch. Sofort ins Blickfeld rückte die nicht nur für Stadion-Nostalgiker sehenswerte Holztribüne mit rund 500 Sitzplätzen. Sicherlich ein Lichtblick unter all den kühlen, hochmodernen Arenen ohne jeglichen Charme in den oberen Fußballligen. Zum Pokalfinale des Niedersächsischen Fußballverbands hatten sich schließlich rund 1.000 Zuschauer rings um die Spielwiese eingefunden, darunter handgezählte 27 Interessierte aus Nordhorn. Diese hatten sich neben der Haupttribüne platziert und vielen rein optisch gesehen durch einen kleinen Schwenker, eine Zaunfahne und eine Blechtrommel auf. Akustisch konnte man auch einige Male auf sich Aufmerksam machen. Die aktive Unterstützung der einheimischen Mannschaft erfolgte durch rund 20 plus X Ultra-Angehauchte auf der Gegengeraden mittels ein wenig (wenig ist wörtlich gemeint) Sing-Sang und drei Schwenkern. Zu Beginn der 2. Halbzeit gab die Heimseite dann noch kurz weißen Rauch zum Besten. Ansonsten fielen Sie nur noch damit auf die beschlossene Umbenennung bzw. Vereinsfusion zum FC Hansa Lüneburg mittels Spruchbänder zu kommentieren. Spielerisch gesehen wohnte man eher einem durchschnittlichen Kick bei, in dem der Gast sehr früh in Führung ging und die Lüneburger Mannschaft mittels eines Kopfballs aus Nahdistanz nach einer viertel Stunde ausgleichen konnten. Anschließend passierte nichts Spielentscheidendes mehr. Somit musste ein Elfmeterschießen über den Pokalsieger 2008 entscheiden, welches der Gast mit 8:7 für sich entschied. Die Nordhorner gewinnen damit nach 1974 (wie man aus dem Stadionheft erfahren konnte) wieder mal den NFV-Pokal, feiern nach Abpfiff mit Betreuern und Fans auf dem Rasen, ein Platzsturm der Lüneburger Fans wird irgendwie doch von Team Grün unterbunden und wir lassen uns noch ein Bier schmecken.

02.05.08 OL Nord, SV Wilhelmshaven - FC Oberneuland 0:4
Nachdem ich mein Nachtquartier bei meiner Schwester bezogen hatte, wollten von dort aus die nächsten Ground`s erobern werden. Zu meiner Überraschung war das Reisegefährt für die nächsten Tage nun ein kleiner asiatischer Stadtflitzer. Dem alten Flitzer aus dem Land des Weltmeisters war in der Zwischenzeit die Puste ausgegangen, der Neue kam dafür sportlich agil um die Ecke. Für meine Schwester und mich ging es am frühen Freitagnachmittag auf Richtung Nordsee für ein bisschen Kultur- und Fußballgenuss. Mangels undurchsichtiger Ausschilderung in Wilhelmshaven und einer rund 1-stündigen Irrfahrt in dieser nördlichen Metropole fiel der Kulturgenuss quasi ins Wasser.

Also ab zur Spielwiese, dem Jadestadion. Für mich ein neuer Ground, für meine Schwester das erste mal überhaupt bei einem höherklassigen Fußballspiel dabei. Im Jadestadion dann völlige Bewegungs-freiheit, verständlich bei schlußendlich 466 Zuschauern. Für meine Schwester gab es dann auch schon die erste Lektion in Sachen clevere Fußballfans: Stehplatz für 8 Euro kaufen und sich anschließend ungeniert auf der Gegentribüne einen gemütlichen Sitzplatz aussuchen. Da zu Spielbeginn Stadionwurst und Grill immer noch keine harmonische Einheit gebildet hatten, hieß es erstmal das Geschehen auf dem Platz verfolgen.0:1, 0:2, 0:3, 0:4, alles in der 2. Halbzeit. Der SV Wilhelmshaven vergibt alle Chancen kläglich, der FC Oberneuland nutzt alle 4 Chancen. Somit gab es nach Abpfiff Grund zum Jubeln nur für die 3 Gäste aus der Bremer Vorstadt. Der SVW-Anhang konterte derweil mit "Wir steigen trotzdem auf" und wir beide kamen doch noch in den Genuss einer Wurst vom Grill.

03.05.08 OL Nord, VfL Osnabrück/II. - VfB Oldenburg 2:0
Ein glückliches Händchen der Verbandsoberen ließen diese Begegnung kurzfristig im Stadion an der Bremer Brücke stattfinden. Spielt die 2. Mannschaft von Osnabrück normalerweise im Stadion Klushügel, war diesmal das Stadion der 1. Mannschaft Austragungsort dieser Oberligabegegnung. Für mich natürlich ein Glücksfall. Nachdem man in der Innenstadt von Osnabrück ein wenig den einheimischen Einzelhandel angekurbelt hatte, wurde anschließend der asiatische Stadtflitzer elegant und kostengünstig in Stadionnähe eingeparkt. Für Einheimische und neutrale Fußballinteressierte hieß es auf der Haupttribüne Platz nehmen.

Das Stadion selbst eine sehr enge, reine Fußballarena mit bester Sicht von allen Plätzen. Den Gästeblock auf der Hintertortribüne bevölkerten dann gut 350 Oldenburger, die über das ganze Spiel gesehen den akustischen Part leicht und locker für sich entscheiden konnten. Die restlichen der insgesamt 619 anwesenden Zuschauer hatten dafür mehr Freude am Spielgeschehen, denn die Osnabrücker besiegten völlig ideenlos agierende Oldenburger mit einem ungefährdeten 2:0. Im Stadion dann auch keine erwähnenswerten Vorkommnisse, waren schließlich für die Sicherheit aller ja auch rund 90 Grüne auf der Haupttribüne platziert. Auch meine Schwester konnte über diese Sinnhaftigkeit bei einem 4.Liga-Kick nur mit Unverständnis den Kopf schütteln. Apropos Stadion. Die Gegengerade wurde mittlerweile abgerissen und wird derzeit als überdachte Variante neu hochgezogen, das Stadion heißt dank eines örtlichen Telefonunternehmens mittlerweile nun auch XY-Arena und das wichtigste zum Schluss: In der nächsten Saison ist der FC Hansa hier zu Gast. Es lohnt sich vorbei zu schauen.

04.05.08 BOL Weser/Ems, TuS BW Lohne - SpVgg Aurich 1:1
Nach ausgiebiger Frühstücksrunde und einer ausgiebigen Runde um den Block mit dem Fiffi meiner Schwester stand an diesem Nachmittag ein entspannter Besuch dieser 6.Liga Begegnung auf dem Programmzettel. Spielort sollte dafür das nahe gelegene Heinz-Dettmer-Stadion in Lohne sein.

Die Überraschung des Tages schon am Einlass. Während ich für`n 5èr eine Eintrittskarte mit Vereinslogo-, Stadionname- und Saisonaufdruck mein Eigen nennen konnte, kam meine Schwester für lau rein, denn Frauen haben hier grundsätzlich freien Eintritt. Das gesparte Geld wurde selbstverständlich umgehend in Flaschenbier für 1,50 pro Nase investiert. Das Stadion dann aber doch eher im Stile einer Mehrzwecksportanlage, immerhin mit einer schicken überdachten Sitzplatztribüne auf der sicherlich gut 600 Zuschauer Platz finden würden. Ja wenn, aber leider hatten sich zum Ende der Rückrunde in der Bezirksoberliga Weser/Ems lediglich 142 handgezählte Neugierige bei hochsommerlichen Temperaturen auf den Rängen eingefunden. Auch nicht verwunderlich, das sich das Geschehen auf dem Geläuf dem Wetter anpasste und ein lauer Sommerkick leistungsgerecht mit 1:1 endete. Da hieß es doch für uns beide nach Abpfiff schnell nach Hause und den Grill angeworfen. Beim Grillgut trennten sich meine Schwester und ich dann ebenfalls leistungsgerecht mit 3:3, der Fiffi ging allerdings überraschenderweise leer aus.

06.05.08 1.Bundesliga, Hannover 96 - FC Hansa Rostock 3:0
Diesmal ging es mit dem asiatischen Stadtflitzer in die niedersächsische Landeshauptstadt. Am Nachmittag konnte man sich geradeso noch dem Kaufrausch in der Fußgängerzone entziehen und schlenderte anschließend lieber entspannt am Maschsee entlang. Nachdem auch die Reisecrew aus HRO/Roggentin in Hannover eintraf ging es auch schon hinein ins Stadion. Doch halt auch diese Spielwiese hießt ja mittlerweile XY-Arena. Für mich war es an diesem Tage auch irgendwie eine neuerliche Premiere, da der Sportstätte in der Vergangenheit ein Komplettumbau verpasst wurde. Mein letzter Besuch an dieser Stelle lag auch schon gut 8 Jahre zurück, damals anno 2000 gab es im DFB-Pokal eine 2:1 Niederlage für den FC Hansa. Damals hieß es hier noch Niedersachsen-Stadion. Damals kostete eine Eintrittskarte für den Stehbereich der Gäste auch 13 Euro, ach nein da waren es noch 13 DM. Und auch wie damals verließ der FC Hansa den Platz als Verlierer. Das heutige 0:3 überraschte keinen wirklich, höchstens die kühnen Optimisten, die immer noch nicht realisieren wollten, dass die Reiseziele der Hanse-Kogge in der nächsten Saison wieder in der 2. Bundesliga zu finden sein werden. Dafür konnteauf den Rängen die volle Punktzahl für Hansa eingefahren werden. Voller Gästeblock, geschlossener und abwechslungsreicher Support das ganze Spiel über, inklusive sehenswerten Fahnenmeer zu Spielbeginn und gekonnt in Szene gesetzter Entsorgung von pyrotechnischen Artikeln. A.F.D.F.C.H. Selbst meine Schwester als quasi Neu-Stadiongänger war hinterher begeistert von soviel Leidenschaft und Enthusiasmus der Hansa-Fans.

07.05.08 Regionalliga Nord, BSV Kickers Emden - Fortuna Düsseldorf 1:2
Bevor es an diesem Tage ins nordwestlichste Stadion der Republik gehen sollte, war vorab noch etwas Kultur angesagt. Ein langgehegter persönlicher Wunsch, die Besichtigung der Papenburger Meyer-Werft, sollte endlich einmal realisiert werden. Doch eine katastrophale Ausschilderung der Wegstrecke und vor allem endloses LKW-Schneckenrennen auf den nordwestlichen Bundesstraßen ließen am Mittwochnachmittag diesen Wunsch leider weiterhin Wunsch bleiben lassen. Beim nächsten Versuch muss also noch mehr Zeit eingeplant werden, denn die holländischen Mautpreller hatte keiner von uns beiden auf der Rechnung. Daher ging es nach kurzem Stopp bei Tank und Rast und Pipibox schnurstracks weiter nach Emden. In Emden selbst dann noch einen kurzen Blick in die Fußgängerzone geworfen, und siehe da, die Innenstadtkneipen waren alle belegt mit Altbierliebhabern aus dem Rheinland. Ohne lästige Bewachung durch den Schutzmann. Passiert ist selbstverständlich auch nichts. Der gemeine Hansa-Fan sieht dagegen bei Auswärtsfahrten vor dem Spiel meistens nur die Bahnhofskneipe.

Im Stadion dann anschließend auch überraschend viele Reiselustige aus dem Rheinland für einen Mittwochabend-Kick. Letztlich werden es gut 800 Gäste gewesen sein, die die 2 geteilte Hintertortribüne in Beschlag nahmen. Supporttechnisch ist Masse jedoch nicht gleich Klasse und so waren nur rund 100/150 rot-weiße aktiv um Stimmung im Stadion bemüht. Dies reichte aber an diesem Abend völlig aus, um den Sieg auf den Rängen locker einzufahren. Den vom Rest der insgesamt 4.350 Anwesenden war außer zaghaften Versuchen zu Spielbeginn nichts weiter zu vernehmen. Und der Spielverlauf hatte dann sein übriges dazu beigetragen, das das Embdena-Stadion sicherlich nicht als "Hölle des Nordens" in Erinnerung bleiben wird. Die heimische Elf führte zwar seit der 43. min mit 1:0, doch die Düsseldorfer Kicker konnten die heutige Wasserballschlacht in der 2. Halbzeit noch völlig verdient in ein 1:2 Endergebnis drehen. Die Platzwässerung vor dem Spiel und in der Pause hatte sich für Emden somit als Eigentor erwiesen. In Erinnerung bleibt mir da dann eher doch ein enges, gemütliches Fußballstadion in dem eine kühle Nordseebrise über die Ränge zieht und die Tatsache, das hier auch nach Abpfiff noch lecker, lecker Fischbrötchen in den hungrigen Magen wandern können.

10.05.08 1.Bundesliga, FC Hansa Rostock - Bayer Leverkusen 1:2
Ja dem guten Ostseestadion wurde auf meiner Fußballreise natürlich auch mal wieder ein Besuch abgestattet. Am frühen Samstagmorgen mit der Bahn von Perleberg aus in die Hansestadt / vor dem Spiel gemütliche Bierrunde in Stadionnähe mit dem NB-Mob / am Ostseestadion eine Einladung einer 150 kg Maschine aus dem Rheinland auf Kung-Fu-Fighting nach Spielende / in 27a regierte der Stimmungsboykott / auf dem Rasen mal wieder eine Heimniederlage / die 1. Bundesliga damit endgültig passe / nach dem Spiel Sonderzug gucken am Rostocker Bahnhof / entspannter Abend an der Mole in Warnemünde / ein oder zwei kühle blonde in der Fischerklause / gegen nachts um drei noch eine kleine Clubtour mit Mö / gegen sechs in der früh mit Mö und Lene auf zum Rostocker Fährhafen.


11.05.08 Allsvenskan, Trelleborgs FF - Helsingborgs FF 1:3
Am frühen Sonntag-morgen startete für mich und meine 4 Mitstreiter der Tagesausflug vom Rostocker Fährhafen aus Richtung Skandinavien. Mit Scandlines ging es für rund 40 Euro pro Nase über die Ostsee nach Trelleborg und abends irgendwann wieder zurück. Nach kurzer Schiffsbesichtigung wurde das Sonnendeck samt Liegestuhl klargemacht, Mö und Boscheck machten derweil die erste Stiege Büxenbier für`n 10èr im Duty-free-Shop klar. Das Büxenbier fließt in Strömen, der Planet brennt, der Ostseewind bläst um die Ohren - welch relaxter Start in einen Sonntag. Zwischendurch gibt der Mö die Feuchtgebiete zum Besten, der Knollo gibt sich seinem Creme-Likör hin, die kleene Lene gibt sich der Augenpflege hin und ich genieße die unendliche Weite der Ostsee. Gegen halb zwei heißt es Land in Sicht und kurz darauf betreten wir auch schon das Schwedische Festland. Ein kurzer Blick auf den Stadtplan, ein kurzer Blick ins große gelbe M, eine kurze unfreiwillige Abkühlung auf dem Marktplatz und ein kurzer Weg zum Stadion Vangavallen. Für umgerechnet 16 Euro ging es dann rein in die gute Stube. Die Mitstreiter machten es sich auf einem schattigen Plätzchen gemütlich und ich ging erstmal auf Fotosafari im Stadioninneren, erweiterte meine Fußballwimpelsammlung und machte anschließend den Wurst und Pils Test.

Das Stadion Vangavallen machte auf mich dabei eher einen nüchternen Eindruck, einzig die überdachte Haupttribüne war ein echter Hingucker. Der Rest des Rund`s mit einer flachen, überdachten Sitzplatz-tribüne und den beiden Hintertortribünen als Stahlrohrvariante erinnerten mich ein wenig an den Fürther Rohnhof. Immerhin sollten hier offiziell 10.000 Zuschauer Platz finden. Soviel waren es bei diesem Spiel aber bei weitem nicht, lediglich 3.279 Fußballinteressierte hatten Einlass begehrt, darunter gut 300 unentwegte aus Helsingborg. Vielleicht lag die niedrige Besucherzahl aber auch an den 50Kr Topzuschlag für dieses Lokalderby. Das eigentliche Spiel dafür sehr sehenswert in dem der Gast schon in der 4. min durch einen Kopfball von Hendrik Larsson in Führung ging. Doch schon 2 min später folgte durch einen Schuss ins Dreiangel der Ausgleich. Mit einem 1:2 ging es anschließend in die Pause. In der 2. Spielrunde vergaben die Trelleborger Spieler dann reihenweise Torchancen und in der 73. min machte abermals Hendrik Larsson mit einem verwandelten Elfmeter den Sack zu. Der Support im Rund eher durchschnittlich, von Trelleborg gar nichts, Helsingborg mit ca. 200 aktiven recht ordentlich. Nach dem Spiel schlenderte man wieder entspannt durch die City in Richtung Hafen und wartete dort auf die Dinge die da kommen. Modische Entgleisungen von Rentnerreisegruppen. Ankommende Reisende bepackt mit Stiegenweise Büxenbier. Lektor Mö gibt die Feuchtgebiete Teil 2 zum Besten. Kostenlose Rundfahrt über das Hafengelände vor der Einschiffung. Nach einer kleinen Stärkung im Schiffsbistro wurde sich es anschließend wieder mit einer neuen Stiege Büxenbier auf dem Schiffsdeck bequem gemacht. Doch nach dem 3 / 4 Pils war auch mein Tank ordentlich gefüllt und so hieß es endlich mal die Augen schließen, bis man gegen 6 in der Früh wieder die Rostocker Hansestadt erreichte. Der Mö, der Boschek, der Knollo und die kleene Lene verabschiedeten sich in heimatliche Gefilde und für mich ging das Fußballabenteuer weiter.

12.05.08 OL Nord, Holstein Kiel - FC Oberneuland 1:1
Diesmal hieß das Ziel Holstein-Stadion in Kiel. In Bützow traf ich auf meine heutigen Mitstreiter Achim und Toni und weiter ging es mit DB Regio Richtung Kieler Förde. Mit neuem Stadtplan in der Tasche dann mit dem Bus gleich weiter vom Kieler Bahnhof zum Objekt der Begierde. Von außen sah das Stadion schon mal sehr ansprechend aus, schöne verklinkerte Haupttribüne mit angeschlossener Sportsbar.

Im Inneren des Holstein-Stadions würde dann jedoch der Begriff zweckmäßig die treffendere Bezeichnung finden. Stahlrohr-konstruktion auf der Hintertor- und Gegentribüne, eine mit Gras bewachsene und wohl auch teilweise gesperrte Gästekurve. Die Tore des Tages zum 1:1 fallen bereits in der 1. Halbzeit. Während anschließend in der 2. Halbzeit der Sommerkick dem Schlusspfiff entgegen plätschert, begebe ich mich noch auf Fotosafari. Die 1.933 anwesenden Zuschauer verfolgen weiterhin das Rasenspiel. Die rund 100 Ultras geben eingeschlossenen Support ab, hauen uns damit aber nicht vom Hocker. Ja und während die Möwen auch nach Abpfiff noch ihre Runden über dem Holstein-Stadion drehen, machen wir drei uns schnellen Schrittes Richtung Bahnhof auf und erreichen DB Regio in einem wahren Fotofinish. Am Lübecker Bahnhof galt es dann noch mal alle Kräfte mobilisieren für 3 Minuten = 3 Bier. Nach einem letzten Umstieg in Bad Kleinen ließen sich Achim und Toni vermutlich Pils und BoWu im OLA schmecken und ich trudelte gegen halb elf wieder bei meinen Eltern ein.

14.05.08 Pokalfinale Sachsen-Anhalt, FC Magdeburg - Hallescher FC 0:0/3:4 n.E.
Das neue Stadion des FC Magdeburg stand schon länger auf meinem Programmzettel. Da kam die Spielbegegnung unter der Woche gegen den Halleschen FC gerade recht. Problematisch sollte sich jedoch die Eintrittskartensituation im Vorfeld erweisen. Auf der Homepage war zu lesen, dass es Tickets nur vor Ort in Magdeburg zu kaufen gäbe. Einen Tag vor dem Termin des Landespokalfinales, dann die Info, das keine Stadionkassen geöffnet sein werden. Ich blieb hartnäckig und versuchte derweil trotzdem mein Glück und machte mich auf den Weg nach Magdeburg und dann zum Ernst-Grube-Stadion, sorry heißt nach dem Komplettumbau an gleicher Stelle jetzt ja städtisches Stadion Magdeburg. Und siehe da das Glück meinte es an diesem tage gut mit mir, ein einziges Kassenhäuschen hinter der Haupttribüne hatte doch geöffnet. Kartenerwerb jedoch nur mit Vorlage des Perso und nur für Haupt- und Gegentribüne unter dem kritischen Blick der Staatsmacht möglich. Mir war es egal und so ging es für stolze 17 Euro auf die Gegentribüne. Das Stadion hat sich seit dem Neubau gewaltig gewandelt. War es früher doch eine recht weitläufige Anlage, in dem selten ohrenbetäubende Stimmung aufkam und einziges Highlight das Marathontor war, ist nun eine feine Fußballarena entstanden. Man ist nah am Spielgeschehen dran, hat eigentlich von überall aus eine gute Sicht und es kann nun auch mal durchaus richtig laut werden. Insbesondere wenn das lang gezogene "F C Magdeburg, wir sind die größten der Welt..." ertönt.

Der akustische Support sowohl auf FCM-Seite, als auch von HFC-Seite inkl. LOK sehr beeindruckend, man spürte dass es ein Derby war und viel auf dem Spiel stand. Den optischen Part entschied jedoch klar Halle für sich. Zu Beginn der 2. Halbzeit wurde eine riesige Choreo mittig im Gästeblock präsentiert, in der zum Schluss ein Hallenser den Pokal in den Himmel regt, während der Magdeburger am Boden kümmert, das ganze untermalt mit dem Spruchband "Werdet Helden". Respekt!

Den spielerischen Part wollte konnte keiner so richtig für sich entscheiden und so musste ein Elfmeterschießen über den Pokalsieger 2008 entscheiden. Der HFC gewann glücklich das Lotterieschießen mit 4:3, die gut 3.000 Rot-Weißen waren Feuer und Flamme und die restlichen rund 11.000 Blau-Weißen verließen fluchtartig die Sportstätte. Zaghafte Versuche eventueller sportlicher Vergleiche auf dem Weg zwischen Stadion und nahe liegender Straßenbahnhaltestelle wurden von Team Grün rigoros im Keim erstickt und mein Versuch noch vor dem Morgengrauen im Bett zu sein scheiterte am Nachtfahrverbot von DB Regio.

16.05.08 OL N/O Nord, TeBe Berlin - Lichterfelder SC 2:1
Endlich sollte auch ich einmal in den Genuss des Berliner Mommsenstadions kommen. Ein Fußballstadion vom alten Schlag mit so manchem architektonischen Hingucker. Mir sind da vor allem die ungewöhnlichen Wendelaufgänge links und rechts der Haupttribüne ins Auge gestochen. Auch die Haupttribüne selbst ist ungewöhnlich weit vom Spielfeld weggezogen. Ansonsten eine recht ordentlich gepflegte Mehrzwecksportanlage für eigentlich 15.000 Zuschauer. So viele waren an diesem Abend aber längst nicht erschienen, bei 270 war diesmal Schluss mit Zählen für den Kartenabreißer am Einlass. Stimmung wollte an diesem Abend im weitläufigen Rund ebenfalls nicht so richtig aufkommen.

Achim und ich frönten da doch lieber derweil Speis und Trank, konnten in der Halbzeitpause einen Blick ins Katakomben ergattern, bei einem rüstigen Frührentner Pins / Wimpel / Stadionhefte diverser alter EC-Spiel bewundern und einen Grottenkick verfolgen, der mit dem Endergebnis 2:1 für TeBe sicher nicht lange in Erinnerung bleiben wird. Da erinnere ich mich doch nachhaltig eher an den anschließenden Abend mit Fußballfilmen und Pils auf Achims Sofa und an eine überraschend kalte anatolische Abendspeise.

17.05.08 1.Bundesliga, VfL Bochum - FC Hansa Rostock 1:2
Auf der letzten Etappe meiner Fußballreise durch den Norden der Republik ging es zum Abschluss noch ins Bochumer Ruhrstadion. Für mich wurde es mal wieder Zeit diese Ziel anzusteuern, datierte mein letzter Besuch im Ruhrstadion doch noch von jenem 2:3 Krimi anno 29.05.1999. Doch irgendwie fehlen mir im Nachhinein zum Spiel anno 2008 die Worte. Immerhin konnten in diesem Schmuckkästchen der dritte Hansa-Auswärtssieg der Saison bejubelt werden. Immerhin war der Support der gut 7.000/8.000 Hansa-Fans auch diesmal erstligareif und man verabschiedete sich mit Abstand aus der 1. Liga. In der Saison 2008/2009 geht es für Hansa wieder auf größtenteils Spielwiesen, fernab von dem Multifunktional-XY-Arenen-Einheitsbrei. Ein Wechsel der Spielklasse bringt auf gewisse Weise auch positive Dinge mit sich. Also auf zu neuen Ufern und lasst uns die Fußballstadien dieser Welt erobern.


Montag, Juni 02, 2008

Basler Fußballhäppchen

Hurra es war Wochenende, der Fußballvirus hatte zugeschlagen und so ging`s für mich vor ein paar Wochen mal wieder auf Besuch zu den Eidgenossen. Diesmal war das Ziel meines Ausflugs der EM-Spielort Basel. Doch nicht das EM-Stadion St. Jakob-Park des FC Basel, sondern die Spielstätte des FC Concordia Basel war der Grund für mein zeitiges Erwachen an jenem Sonntagmorgen. Nach einer kurzweiligen Fahrt mit dem Mobilitätsdienstleister meines Vertrauens kam ich zur Mittagszeit in der Schweizer Grenzmetropole an. Bei bestem Frühlingswetter war somit genügend Zeit den Weg vom Basel-Badischer Bahnhof bis zum Stadion Rankhof per pedes zurückzulegen. Besonders überrascht, weil so nicht erwartet, war ich von der tollen Lage der Spielwiese: eingebettet zwischen Rheinufer und kleinbürgerlichen Wohngebiet. Ein Traum. Das hatte schon irgendwie englischen Style. Aber nun zurück zum Wesentlichen, der Challenge League Begegnung zwischen dem FC Concordia Basel und dem FC Yverdon-Sport im Stadion Rankhof zu Basel. Das Stadion an sich machte einen sehr ordentlichen, gepflegten Eindruck. Insgesamt 7.600 Plätze verteilt auf eine freistehende Sitzplatztribüne und 3 Stehtraversen. Nettes Personal am Ticketschalter, entspannte Ordner am Einlass, freundliche Bedienung an der Wurst-/Getränkebude, keine Blocktrennung, gute Sicht von allen Plätzen ohne störenden Maschendrahtzaun. Schöne heile Fußballwelt!

Das Spiel war eine typische Begegnung zweier Mittelfeldmannschaften, kämpferischer Einsatz aller 22 Akteure (Vielleicht geht noch was nach oben? Oder nach unten?), Torchancen hüben und drüben und ab und zu auch ein Tor. Also ein recht unterhaltsames Match auf sehr gepflegtem Geläuf. 0:1 durch ein Eigentor; noch vor der Pause aus Nahdistanz zum 1:1 eingeschoben; nach dem Wiederanpfiff endlich das 2:1 für überlegene Basler; die Heimmannschaft verschießt kläglich einen Elfmeter, wenn sich das mal später nicht recht; und siehe da, in der Nachspielzeit völlig überraschend das 2:2. So hatte nur die Handvoll Auswärtsfans Marke Familienausflug Grund zu jubeln. Den restlichen 650 Zuschauer war das Jubeln gründlich vergangen.

Da sage noch einer der Basler Stadionsprecher habe keine hellseherischen Fähigkeiten: Wer vor Spielbeginn zum Einlaufen der Mannschaften den Titel des Schmusepoppers Xavier N. "Dieser Weg wird kein leichter sein..." zum Besten gibt, muss doch vor dem Match schon das Endergebnis geahnt haben. Sehr verdächtig. Um so schöner jedoch zu sehen, dass es auch abseits von übergewichtigen Möchtegern-Ronaldos und bewegungsfaulen Playstation-Zockern noch Kinder gibt, die voller Leidenschaft in einem Fußballstadion ihrer Mannschaft zu jubeln, das ganze Spiel über mitfiebern und wie in diesem Fall sogar eine Zaunfahne noch selbst zu Hause malen können.

Mittwoch, Mai 21, 2008

Die Galerie

Champions League flasht mich nicht. Dreckfresse Ronaldo macht per Kopf das 1:0. Lampard staubt zum Ausgleich vor der Pause ab. Gähn. Da räum ich doch mal lieber die schöne Galerie auf - ist ja mittlerweile auch ganz schön vollgepackt geworden. Nachdem ich irgendwann alle Ordner chronologisch geordnet hatte, stellte ich fest, dass Peter (der Schlingel) unbemerkt ganz viele Fotos reingestellt hat, die ich und auch viele Andere noch nicht gesehen haben. Also angucken! Lohnt sich im Vergleich zum Finale. Bei der CL weiß man doch eh, dass die Engländer gewinnen. Heißt ja schließlich schon Champions League und nicht Meister Liga.

Edith von 22:49 Uhr: Jetzt gehen Sie auch noch in die Verlängerung. Am Ende wohl noch Elfmeterschießen und die Mannschaft mit den meisten Ausländern bzw. mit den meisten Deutschen gewinnt. Ist nur so ein Gefühl. ;-)

Aus... aus... aus ...

Die Saison 2007/08 ist vorüber. Spannend war es bis zum Schluss. Weniger bei Hansa, aber dafür an der Spitze. Am vorletzten Spieltag waren MANNI und Eggeschegge gleich auf und digga nur einen Punkt dahinter.
Am Ende steht fest: Sieger ist Eggeschegge, 2. MANNI und 3. digga.

Meinen herzlichsten Glückwunsch den Dreien.

Ich persönlich freue mich über einen Platz unter den ersten Fünf und meinen Sieg über Neopunk. Manchmal sind es die kleinen Dinge die einem Freude bereiten.

Die Saisonabschlussparty findet am 05.07.2008 statt. Bisher sind wahrscheinlich 10 Tipper anwesend und eine uneingeladene Person (Heini). Wo die Sause steigt, steht noch nicht fest. Ich werde so schnell wie möglich per Mail darüber informieren.

Nächste Saison wird, bedingt durch Hansas Abstieg, dann wieder 2.Liga getippt. Eine Neuanmeldung jedes einzelnen Tippers wird nötig, da ich alle demnächst rausschmeißen werde.

Bis die Tage...

Dienstag, Mai 06, 2008

Klolektüre - II

Ein sehr feines Buch für den morgendlichen Stuhlgang ist Christoph Biermanns „Fast alles über Fussball“. Dieses Werk wartet mit kuriosen Statistiken (höchstgelegene Stadien der Welt, längste Serien ohne Niederlage bei einer WM, erfolgreichsten Erstliga-Torschützen aller Zeiten, u.a.), historischen Tabellen (Top 11 der DDR-Oberliga 1949-1991, Ewige Tabelle der Oberligen 1945-1963) und interessantem Wissen auf. Beispielsweise wird die Entstehung des Begriffs Hattrick erklärt, das Ultra-Manifest der Ultras vom AS Rom in der deutschen Übersetzung abgedruckt oder auch einfach nur Südamerikas Spieler des Jahres chronologisch aufgelistet. Wer wissen möchte, wie Schottland bei bisherigen WM’s abschnitt, welche Vereine ungewöhnliche Trikotfarben oder Tiernamen im Wappen haben und welche nach einer Person benannt wurden und warum überhaupt, der ist mit diesem Buch sehr gut bedient und braucht in Zukunft keiner Diskussion am Stammtisch mehr aus dem Weg zu gehen. Denn hier findet man fast alles über Fussball.

Freitag, April 18, 2008

Verkacktes Fußball-WE

Jetzt hat es auch mich einmal erwischt. Platz gesperrt, Spiel fiel aus. Aber dazu später mehr.



Zunächst musste noch der über alles geschätzte FCH unterstützt werden. Nach der entspanntesten Auswärtstour meines Lebens (ich reiste allein mit WET und mied den Hauptmob, wo es nur ging, las ein Buch und stellte fest, dass es Leute gibt, die sich so gar nicht für Fußball interessieren. Was soll das nur für ein Leben sein?), ging es per Bus und Polizei-Eskorte zur größten Turnhalle Deutschlands. In einem Stadion zu stehen ohne den Himmel zu sehen ist schon irgendwie merkwürdig. Die Akustik war irgendwie schlechter als erwartet oder die Schalker waren einfach viel zu laut für unseren - aus Jungen und Alten bestehenden - buntgemischten Gästeblock. Dies soll keine Wertung sein, aber wie formulierte es jemand neben mir? „Wenn der Block kleiner wäre, dann wär hier auch viel geilere Stimmung.“ Die Stimmung auf den Rängen kann man also als durchwachsen bezeichnen. Was war mit dem Spiel? Muss ich noch was dazu sagen? Ich glaube nicht! Wiedermal 1:0 ohne Ideen verloren. Danke für nichts.



Schon während der 2. Halbzeit ging ich in den Vorraum der Turnhalle, um von dort das Spiel auf dem Fernsehbildschirm zu betrachten. Dies lag nicht am leicht überfüllten Block, sondern hatte eher 2 andere Gründe. Zum Einen stand ich in der ersten Halbzeit so dermaßen bescheiden im Gang, dass ich mir bei den unzähligen Ausweichbemühungen für irgendwelche Idioten, den Rücken verrenkt habe und zum Anderen wollte ich unbedingt meinen Zug schaffen, damit ich am Abend noch in Hamburg ankomme. (Moe, wo hast du nun eigentlich die Nacht verbracht? Gings von Bremen noch weiter?)

Dorni erwies sich dann wieder einmal als liebenswerter Gastgeber mit Bier und Knabberzeug am Abend und Frühstück inklusive perfekt gekochtem Ei am Morgen. Danach sollte der Sonntag mit einem gemütlichen Spiel in der Verbandsliga Hamburg weitergehen. Aber der Platz wurde kurzfristig durch das Bezirksamt Wandsbek gesperrt. Das ist mir bisher noch nie passiert und dabei hatten wir doch am Vorabend genau dieses Thema. Da war ich noch völlig entspannt und der Meinung, sowas passiert mir nicht so schnell. Denkste. Auf meine Frage warum der Platz gesperrt sei, meinte ein älterer Condorfan nur: „Guck dir doch den Platz an! Wie nass der ist. Wer soll das bezahlen, wenn die den Platz umpflügen? Nee nee, das is schon richtig, dass die den gesperrt haben.“ So blieb nur ein kleiner Blick auf die Sportanlage und eine kurze Begehung des etwas feuchten Grüns.

Aus dem ersten Spiel wurde also nichts. Was ist mit dem zweiten? Schließlich liegt die Wolfgang-Meyer-Sportanlage des HSV II auch nur auf der anderen Seite der Stadt. Also schnell hin da und die Lage checken. Dort angekommen, wurde ich aber durch die vielen umher stehenden Ordner beruhigt und besichtigte erst einmal die nähere Umgebung. Direkt neben der Sportanlage ist übrigens eine Radrennbahn mit einem Eishockeyfeld in der Mitte für die Eishockey-Abteilung des HSV. Nach der Besichtigung der angrenzenden Gartenanlage inklusive Wasserturm, der für Wohnzwecke umgebaut wurde, ging es in einen Backshop, um sich dann auf den ganzen bisherigen Schreck erst einmal ein Bier zu gönnen. Kaum war der erste Schluck getrunken, kam es auch schon in Form von Hagel auf mich nieder und hörte erst auf als ich mit dem Bier allmählich fertig wurde. Sollte dies ein schlechtes Omen sein?

Im Stadion ging es dann auf die Stehtribüne. Diese ist links und rechts neben der überdachten Haupttribüne auf der gleichen Seite. Auf der Gegengeraden befindet sich noch eine Stahlrohrkonstruktion, die aber am heutigen Tag nicht geöffnet wurde und nur ein dicker Ordner seine Patrouille darauf schob. Hätte ich mal bloß die Sitzplatzkarte genommen, denn Mitte der ersten Halbzeit fing es auf einmal an zu regnen und es hörte auch erst wieder auf als der Schiri zur Halbzeit pfiff. Irgendwie lief das alles nicht für mich an diesem Tag. Schließlich hatte sogar der Akku meines Handys den Geist aufgegeben und somit blieben mir sogar ein paar Schnappschüsse der Anlage verwehrt. Da das Spiel ziemlich öde und einseitig war, der HSV hatte in der 9. und 12. Minute eingenetzt und die Wolfsburger als Tabellenletzter der Regionalliga Nord waren erschreckend schlecht, beschloss ich durchnässt und leicht durchgefroren die Heimreise anzutreten. Beinahe hätte ich dem Ordner am Ausgang noch meinem Tipp für die 2te Halbzeit verraten, aber auch so hatte ich meine Genugtuung als ich am Montag im Internet las, dass dann nur noch ein Tor für den HSV fiel. Angeblich sollen 400 Zuschauer bei dem Spiel gewesen sein. Meiner Meinung nach waren es weniger, aber wenn waren sie zumindest nur während der ersten 45 Minuten dort, denn nicht nur ich verließ das Spiel. Die Jungs aus der Hamburger A-Jugend, die mir tierisch auf den Zeigern gingen, sind aber bestimmt geblieben, um sich weiter über ihre Verletzungen und Cardoso als tollen Trainer zu unterhalten.

Am Bahnhof schmeckte dann wenigstens das Bier während auf dem Flachbildschirm die letzten 20 Minuten der 2.Liga-Konferenz liefen. Wenigstens das kann man an diesem Wochenende fußballtechnisch als gelungen bezeichnen.

Donnerstag, April 10, 2008

Fussball in Polen

Nachdem ich endlich unser Nachbarland hoppingtechnisch für mich entdeckt habe, lässt es mich irgendwie nicht mehr so richtig los. Hoppen im Ausland ist für mich immer etwas Besonderes und deshalb zog es mich auch am letzten Samstag wieder gen Osten.
Angesteuertes Ziel war dieses mal Swinemünde auf Usedom oder besser, Świnoujście. Unterwegs war ich heute mit drei anderen ebenfalls Groundsüchtigen aus Neubrandenburg. Wie gewohnt sicher und angenehm brachte uns Franks Kult-Colt auf die deutsche Seite der Insel Usedom. Nach dem obligatorischen Fischbrötchen am Strand von Bansin stand noch ein Besuch des Grounds vom FC Insel Usedom an, wo wir uns die erste Halbzeit der Kreisoberligabegegnung zwischen der Zweitvertretung von FC Insel und Eintracht Ahlbeck ansahen.
Ob und in wie weit es sinnvoll ist, sich diesen Landesligaground (gemacht in der Kreisoberliga, sprich 9. deutsche Fussballliga) anzurechnen bzw sein Kreuzchen zu machen, lass ich an dieser Stelle mal unkommentiert und verrate auch nicht ob sich dieser Sportplatz jetzt in meiner Liste befindet ;-).
In der kleinen polnischen Stadt gleich hinter der deutschen Grenzen spielt MKS Flota Świnoujście in der dritten polnischen Liga. Zu Gast in der Hafenstadt war heute Kotwica Kołobrzeg, dritter der aktuellen Tabelle. Flota findet man jetzt wieder an der Tabellenspitze, was nicht unbedingt zu erwarten war, denn bis vor ein paar Tagen war man Vorletzter in der Tabelle.
Wie das jetzt geht? Flota bekam zu Beginn der Rückrunde eine Strafe aufgebrummt, die beinhaltete, dass 11 schon gespielte Partien ungewertet bleiben sollten, sprich der Verein so ziemlich alle erspielten Punkte wieder abgeben musste. Warum? Weil man angeblich mit zwei nicht-polnischen Spielern spielte, die keine Arbeitserlaubnis für Polen hatten. Warum sie die Punkte jetzt wieder zurück bekamen, verschließt sich meiner Kenntnis und meinem Verständnis. Polen halt.
So richtig diskutiert wurde das im Stadion "OSiR Wyspiarz" auch nicht, alle der 1600 Zuschauer waren heiß auf das Spitzenspiel, jetzt wo man wieder Tabellenführer war.
Das Stadion befindet sich momentan in einer Umbauphase. Eine Sitztribüne und die darüber liegenden Stehplätze im Wald sind schon fertig, auf der anderen Längsseite ist gerade Baustelle, die aber eine schöne und große Haupttribüne für die Zukunft erahnen lässt.
Der Heimmob sammelt sich zur Zeit hinter einem Bauzaun und ließ einiges an Potenzial erahnen. Leider blieb das Spiel von den Gästefans unbesucht. Warum, weshalb, weswegen vermag niemand zu sagen. Angesagt hatten sie sich und im Internet war im Vorfeld die Mobilmachung der Fans aus Kolberg zu lesen, höchstwahrscheinlich wurde ihnen aber ein Fahrverbot ausgesprochen. Auch das ein typisch polnisches Phänomen.
Durch das Fehlen eines Gegners auf den Rängen war die Stimmung also leider nicht so explosiv. Trotzdem aber nett anzusehen und anzuhören, was die Jungs hinter der Flota-Fahne so zu bieten hatten.
Achja, Fussball als Sport an sich, wurde dann natürlich auch gespielt. Das fussballerische Niveau ist sicherlich nicht unbedingt mit der dritten deutschen Liga zu vergleichen, aber das Spiel hatte einen guten Unterhaltungswert und war nett anzuschauen. Flota ging trotz verschossenem Elfer in Führung, Kotwica glich aus und bepöbelte darauf hin das komplette Stadion vom Rasen aus, Flota ging wieder in Führung, schaukelte das Ding locker mit 2:1 nach hause und führt die Tabelle nunmehr mit 10 Punkten vor dem zweiten und noch 11 ausstehenden Spielen an.

Hier noch einmal die Links zu den Seiten meiner Hopperkollegen Frank, Felix und Andy als gleichzeitige Lektüreempfehlung.

Grüße an den polnischen Bratwurstmann, der ein Erbarmen mit mir und meinen beschränkten Pantomimefähigkeiten, die ich einsetzen wollte um eine Wurst zu bestellen, hatte und mich einfach mit einem Lächeln im Gesicht und auf deutsch fragte "Willste deine Wurst mich Ketschup oder Senf!?"


Mittwoch, April 09, 2008

Zwei Bücher ein Wort. Es geht um Fußball.

In „Calcio“ schreibt Birgit Schönau über den italienischen Fußball. Wie ist er entstanden, was ist das Schöne an ihm und warum lieben ihn die Italiener so sehr. Hauptaugenmerk ihrer Betrachtung sind dabei die Vereine aus Turin und Mailand. Ebenso geht sie auf die Verflechtung der italienischen Politik mit dem Sport ein und versucht diese Szenerie für den Leser zu entwirren, was auch recht gut gelingt. Das Buch fängt zäh an, da sich der Leser erst an die Schreibe mit eingebundenen italienischen Begriffen gewöhnen muss. Dies ist anfänglich schon etwas nervig, wenn man dieser Sprache nicht mächtig ist. Allerdings kommt man schnell rein und schon wird es sehr schwer dieses Buch wieder aus den Händen zu legen.

Javier Cáceres widmet sich in „Fútbol“ dem spanischem Fußball und hauptsächlich Real Madrid und Barca, aber auch Vereine wie Bilbao oder Sevilla werden bedacht. Insgesamt hat mir dieses Buch etwas besser gefallen als das italienische Pendant, aber das lag wohl nur an den Startschwierigkeiten wie bereits oben erwähnt. Beide Bücher haben gemeinsam, dass sie die Geschichte des Fußballs in dem jeweiligen Land beschreiben und wie er sich entwickelt hat, um so beliebt bei den Einwohnern des jeweiligen Landes werden. Leider beziehen sich beide Bücher auch hauptsächlich auf die „großen“ erfolgreichen Vereine und „kleinere“ bleiben etwas außer vor. Aber nichts desto trotz eine absolute Leseempfehlung!!!


Wenn jemand das Buch über den englischen Fußball „Harder, Better, Faster, Stronger“ aus derselben Reihe wie die anderen beiden Werke besitzt, dem wäre ich sehr verbunden, wenn ich mir dies mal ausleihen könnte.

Montag, März 24, 2008

Fussballmenü ohne Hauptspeise

Der Fußballsonntag an diesem Wochenende hatte sich ja als wahrer Volltreffer erwiesen mit der kurzfristig getroffenen Entscheidung dem Mainzer Bruchweg endlich mal einen Besuch abzustatten und dem 2. Liga Kick der Protagonisten Kloppo vs. Hoppo beizuwohnen. Reibungslose Hin- und Rückfahrt ohne Zugverspätungen, problemloser Ticketkauf an der Tageskasse, lecker Warmup-Bier in Stadionnähe und ein munteres Fußballspiel.

Bei soviel Glück und positiven Eindrücken konnte es somit beim Ostermontagspiel nur noch besser oder aber der totale Reinfall werden. Auf meinem Speiseplan stand die Oberligapartie zwischen der Viktoria aus Aschaffenburg und der Borussia aus Fulda. Hier sollte vor allem das Stadion am Schönbusch der Star am Nachmittag werden. Ein paar imposante Internetbilder dieses Stadions, insbesondere der zweigeteilten Hintertortribüne, hatten es mir im Vorfeld besonders angetan. Somit ging`s am frühen Morgen mit der Bimmelbahn entlang verschneiter Winterlandschaften im nirgendwo zwischen Württemberg und Franken um pünktlich zur Mittagszeit in Aschaffenburg aufzuschlagen. Nach einem kurzen Blick auf den Stadtplan ging`s in einem knapp 20 minütigen Fußmarsch durch die City, vorbei an Marktplatz, Schloss und Mainufer in Richtung Spielwiese. Nachdenklich stimmte mich dabei jedoch schon die bedenklich geringe Anzahl von Frischluftfanatikern in Aschaffenburg-City. Eine Stunde vor Ankick der Partie am Stadion angekommen, war ich offensichtlich der einzige, der sich dieses Ausflugsziel auf seinem Speiseplan notiert hatte. Spielabsage, keine Fußballinteressierten in Aschaffenburg, Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit schoss es mir durch den Kopf! Am Haupteingang kam dann die Ernüchterung in Form eines Aushangs des Vereins: "Aufgrund der Niederschlagsmengen ist ein Spielbetrieb nicht möglich. Nachholtermin ist der 09.04.08 um 18:00 Uhr!" Das Oberligamatch und das mögliche Kreuzchen waren somit an diesem Tage für mich gestorben. Da konnte nur noch ein obligatorischer Stadionrundgang über diesen Fehlgriff ein wenig hinwegtrösten.

Der Eindruck hiervon und der Einblick ins weite Rund von einer nahe gelegenen Fußgängerbrücke aus ließen mich aber sofort die Entscheidung treffen: Ich komme wieder keine Frage! Eine sehr schöne Lage des Stadions am Stadtrand, gute Infrastruktur, eine skurril wirkende zweigeteilte Hintertortribüne, eine sehr spezielle Anzeigetafel. Bis bald im Stadion am Schönbusch.

Mittwoch, März 05, 2008

Neulich im Süden

Seit Monaten, ja fast schon Jahren, nehme ich mir vor endlich mal die Jungs (petÄ, prinzi und den diggen) im Süden Deutschlands zu besuchen. So sollte dann ursprünglich ein verlängertes Reisewochenende Ende Februar Anfang März anstehen, schließlich hat mir das Schaltjahr einen Tag geschenkt und den gilt es zu nutzen. Letzten Endes nutzte ich diesen zusätzlichen Tag um zu arbeiten. Durch eigene Doofheit und leichte Schwächen im Planungsabschluss, wurde es (nur) ein normaler Trip.
Samstag, den 01.03. ging es zunächst einmal mit dem günstigen Bahnticket vom Kaffeehändler ("Ey guck ma! Bei Tschibo kann man auch Kaffee kaufen." - kleiner Scherz am Rande) via Mannheim nach Stuttgart. Angenehme Fahrt, da ich ein Abteil bis Fulda für mich allein hatte und die vergangene Nacht mit mehr als einer Flasche Rotwein über die Runden gebracht hatte. In Fulda stieg dann eine sehr nette Dame mit ihrem Kind dazu und versüßte mir die Weiterfahrt mit Windelwechseln und allerlei Kindergedöns. Bis dahin war die Fahrt noch lustig. Auf einmal hieß es, Unwetterwarnung und verspätete Ankunft. Sobald im ICE wieder Mobilfunk verfügbar war, informierte ich prinzi über meine leicht missliche Lage und der besprach dann alles weitere mit petÄ. Zunächst hieß es noch 30 Minuten Verspätung. In Mannheim angekommen, stand dort schon weiß auf blau 45 min. Daraus wurden schließlich noch 50 min und als der Zug mit einer Stunde Verspätung endlich eintraf, wußte ich: Die Bahn kann mich irgendwie auch nicht mehr überraschen. Durch mehrere Telefonate mit petÄ, wußte ich, dass wir Reutlingen : KSC II nicht mehr rechtzeitigen schaffen würden. Alternative war nun Stuttgarter Kickers. Mir wars egal, sollte er das mit prinzi abklären. Ich ließ mich überraschen. Im Zug half ich einer verwirrten Dame ihren vollgestopften Koffer, bei dem gerade die Verschlüsse kaputt gegangen waren mit Mullbinden zu verschließen. Schon blöd, wenn man auf diese Weise von Kaiserslautern nach München umzieht. Naja, nette Unterwäsche, wenn sie bloß wenigstens mein Typ gewesen wäre.
Endlich in Stuttgart angekommen, traf dann auch prinzi ein. Der endgültige Plan war also mit dem Auto nach Reutlingen um dann das Spiel Reutlingen : KSC II im Stadion Kreuzeiche zu sehen. Dort angekommen stach sofort die überdimensioniert wirkende Haupttribüne ins Auge. PetÄ erklärte kurz, dass vor ein paar Jahren nach dem Abstieg die Gelder ausgegangen seien und dadurch der Stadionumbau nicht fortgesetzt wurde. Das Spiel hatte natürlich bereits begonnen und das 1:0 für den Gastgeber hatten wir auch verpasst. Tolle Wurst. Selbige heißt dort übrigens "Rote" und schmeckt sehr lecker auch wenn die Süddeutschen die Sache mit dem scharfen Senf einfach nicht hinbekommen. Das Spiel war recht ansehnlich, wobei auch aufgrund des starken Windes nicht viele Torchancen heraussprangen. Der Zweitvertretung des KSC gelang vor 2700 Zuschauern aber noch der leistungsgerechte Ausgleich und so sahen wir wenigstens noch ein Tor. Begünstigt durch das Dach der Haupttribüne waren die Heim-Supporter mit Unterstützung der Jungs aus Cannstadt auch gut laut. Gäste waren in dem weiten Rund mit den etwa 10 stufigen Stehrängen nicht zu vernehmen.
Danach gings dann durch die bergige Landschaft Süddeutschlands zum diggen in den Schwarzwald. Die freie Abendgestaltung war angesagt. Zunächst kehrte man in die Vereinskneipe des SV Dillendorfs ein und sah das wunderschöne Tor von Fin Bartels. Gut gestärkt mit nem Bier und einem der besten Baguettes (ja prinzi, so heißen die!) die ich je gegessen habe, gings zur Wohnungsbesichtigung in Bonndorf. Dort rüstete man sich mit Schwarzwaldbier und Asbach-Cola auf einen kleinen Stadtbummel inklusive Kneipenbesichtigung. Danke an dieser Stellen an den diggen für das Fremdenführer spielen und die nette Beherbergung und entschuldige bitte mein Schnarchen. Ich war doch ein wenig angebrütet.
Am nächsten Tag sollte dann der Länderpunkt Schweiz genommen werden und das noch mit dem Zürcher Derby (FC Zürich : Grasshoppers Club Zürich). Nach Zürich zu kommen war kein Problem, aber dort einen Parkplatz zu finden dann schon eher. Für die EM sollte sich die Stadt dafür noch unbedingt was einfallen lassen. Das Stadion selber war schon sehr nett anzuschauen, da es doch eine eigenwillige Konstruktion ist. Von außen fällt zunächst der rostige Zaun auf und die mit Holz verkleidete Dachkonstruktion, auf der sich zig Flutlichtmasten befinden. Innen stören die Laufbahn und die im unteren Abschnitt ziemlich flachen Ränge. Diese werden im oberen Bereich aber zunehmend steiler. Die Gästefans boykottierten weitestgehend das Spiel aufgrund der hohen Eintrittspreise im Letzigrund (36 Franken normalerweise, bei dem Spiel mit Topzuschlag 38 Franken, was ca 24€ für die billigste Karte entspricht). Dadurch konnte sich nur der Anhang des FCZ auszeichnen, die auch gleich mit einer schönen Folien-Choreo begannen. Leider saßen wir neben dem Heimblock und so konnten wir nicht erkennen, was genau dort zu sehen war. Vermutlich bildeten die weißen und hell- und dunkelblauen Folien aber das Wappen des FCZ. Auch während des Spiels wurden immer wieder gute Akzente gesetzt. An italienische Kurven erinnernde Gesänge, Wechselgesang mit Haupttribüne und Gegengerade und Schalparade. Zum Spiel bleibt nicht viel zu sagen. Es war ein offener Schlagabtausch. Mit sehr guten Möglichkeiten und Kombinationen auf beiden Seiten und am Ende rettete der FCZ seinen 1:0 Vorsprung über die Zeit. Insgesamt waren 14400 Zuschauer anwesend, wobei zu erwähnen bleibt das petÄ mit seiner Schätzung von 14000 gar nicht so falsch lag, manche Leute haben ein Auge dafür. Nach dem Spiel musste unbedingt noch eine Schweizer Erfindung probiert werden. Die Wurst in der Tüte sei hiermit jedem empfohlen, der die Gelegenheit hat sie zu kosten. Am Ende möchte ich meinen Mitstreitern danken für dieses tolle Fußballwochenende, was mir die Bahn mit einer halbstündigen Verspätung morgens um 5 Uhr in Hannover dann auch nicht mehr kaputtmachen konnte.

Hier gibts die Bilder aus Reutlingen und vom Zürcher Derby.

Mittwoch, Februar 27, 2008

Pokalsensation

Für mich war es seit langem mal wieder Zeit einen Abstecher ins Gottlieb-Daimler-Stadion zu machen und so ging es am Dienstagabend direkt vom Schreibtisch zur besagten Spielwiese. Der DFB hatte zum Pokal-VF-Spiel VfB Stuttgart gegen FC Carl Zeiss Jena eingeladen. Trotz unverschämter Eintrittspreise von 18 € für diese Kracherbegegnung wollte ich mir diesesSpiel in Begleitung eines Arbeitskollegen (VfB-Fan) nicht entgehen lassen. Vom Papier her war ja vor dem Spiel eigentlich alles klar: Deutscher Meister gegen Abstiegskandidat in der 2. Liga.
Aber die Elf aus Jena mutierte abermals zum Favoritenschreck. Während inder 1. HZ noch die Thüringer weites gehend das Spiel bestimmten undverdient mit 0:1 in Führung gingen, war ab der 2. HZ nur noch die Schwaben-Elf am Drücker. Phasenweise kamen wir uns vor wie bei einem Handballspiel, denn der VfB zeigte ein gutes Kombinationsspiel, spielte sich haufenweise gute Torchancen heraus, nur im Abschluss versagten bei einigen dann offensichtlich die Nerven. Als Beispiel sei hier nur mal das Eckenverhältnis genannt: 16:2. Auch die Jena-Fans hatten anscheinend ihren Gefallen an diesem Pokal-Match und nahmen die Floskel "Feuer und Flamme sein" etwas zu ernst. So wurde das Auge des Stadionbesuchers mit einer Rauchsäule in schönstem Rot beglückt. Ja und auch akustisch war der Gästesupport sehr annehmbar von den mehr als 3.000 Thüringern. Aber irgendwann musste es ja im Netz von Jena klingeln und einmal mehr traf Nationalspieler Gomez. Mit einem 1:1 ging`s in die Verlängerung und nachdem 2:1 abermals durch Gomez war der Drops wohl gelutscht. Jena war stehend k.o. und nur noch die kühnsten Optimisten glaubten an ein Tor für blau-weiß. Als sich alles schon auf ein Heimsieg einstellte und die umstehenden VfB`ler ihre Berlin-Reisepläne zum Besten gaben fiel aus heiterem Himmel in allerletzter Sekunde doch noch der Ausgleich. Elfmeterschießen. Tja meine Vorahnungen wurden dann Wirklichkeit und derUnderdog entschied diese Partie schließlich für sich. Selten habe ich einFußballspiel verfolgen können, wo eine Mannschaft über das gesamte Spiel gesehen so überlegen war und am Ende mit lehren Händen da stand, letztendlich wurden die Stuttgarter wohl für ihre erschreckend schwacheVorstellung im Abschluss bestraft.
Einen kleinen visuellen Eindruck von den Ereignissen dieser Pokalsensation gibt`s in der Gallerie.

Dienstag, Februar 26, 2008

Merseyside

In "The Boys from the Mersey" von Nicholas Allt beschreibt der Autor seine Fussballerlebnisse. Seit er Teenager ist, tourt er mit Liverpool erst kreuz und quer durch England und dann durch ganz Europa. Toni hat es schon ganz gut umrissen mit den Schlagwörtern: Selbstbeweihräucherung, auf den Sack gehen und LESENSWERT. Das Buch bleibt trotz mancher Widersprüchlichkeiten des Autors sehr lesenswert. Mit den Widersprüchlichkeiten meine ich, dass er einerseits die Jugend von heute verhöhnt, aber andererseits groß und breit erzählt, dass Leute wie er mit ihren Reinschmuggelaktionen in Stadien von damals mitverantwortlich wären, dass es heute so viel Sicherheit in Europas Stadien geben würde. Sie hatten ja damals kein Geld und wollten doch die Spiele sehen, also waren sie gezwungen sich rein zu schmuggeln oder Leute ab zu ziehen. Ganz großes Mitleid meinerseits. Wer das Buch gelesen hat, weiß was ich meine. Trotz allem ein sehr nettes Buch durch den Schreibstil des Autors. 2 Dinge fallen besonders auf: 1. bezieht er sich immer auf diese "Hooligan-Bücher aus London" und zweitens schreibt er scheinbar in seiner Liverpooler Mundart, denn die Übersetzung mutet anfangs etwas lustig an, man gewönnt sich aber dran.

Freitag, Februar 22, 2008

Klolektüre - I

Die Überschrift lässt es schon erahnen. In diesem und weiteren Berichten soll es um Literatur gehen. Aber nicht zum Abwischen des Allerwertesten, sondern zum Schmökern auf dem weißen Porzellan-Thron. Denn bei fast jedem liegen irgendwelche Zeitungen, Zeitschriften, Magazine oder Bücher auf dem heimischen Klo herum und in dieser Reihe möchte ich ein paar von meinen Büchern vorstellen. Wer Interesse hat, kann sich diese gern bei mir ausleihen, aber ich hätte sie gern unbeschmutzt zurück.


In diesem Buch schreibt Christoph Biermann über seine erlebten Fussballgeschichten, wie zum Beispiel über ein kleines Malheur bei Fangesängen des Lieblingsvereins oder ein Interview mit Günter Netzer. Ebenso beschreibt er wie es ist, Bernd Hölzenbein (der alte Elfmeterschinder vom WM-Finale '74) zu sein. Die "Church of SVW" kommt genauso zur Sprache, wie "Flammenwerfer", "teuflische Trikots" und "Arsenalisten und Anarchisten". Die insgesamt 63 Geschichten laden mit ihrer 2-3 seitigen Länge zum Verweilen auf dem Lokus ein. Aber denkt dran: Spülen nicht vergessen.

Donnerstag, Februar 21, 2008

Und zwischendurch.....OBERLIGA! Walldorf - Pirmasens und Nöttingen - Kirchheim

Nach einem unterhaltsamen Ausflug ins Frankenland und einem verdienten Auswärtspunkt für unseren geliebten FC Hansa im Gepäck, u.a. bedingt durch ein schon fast brasilianisch anmutendes Traumtor von Christian Rahn standen nun zwei Oberliga-Grounds auf meinem Programmzettel. Während das für den Sonntag ausgewählte Spiel den Fußballinteressierten vor eine große Hürde stellen würde, da sich die Erreichbarkeit des Grounds mit Bus und Bahn im Vorfeld als schwierig gestaltete, konnte das Samstag-Spiel mit einem nigelnagelneuen Fußballplatz aufwarten.

Dies ließ doch einiges versprechen und so ging es am Samstagvormittag mit der Bahn Richtung Kurpfalz zum Testspiel der beiden Oberligateams vom FC Astoria Walldorf und dem FK Pirmasens. Während der Aufsteiger aus Walldorf in der Oberliga Baden-Württemberg derzeit einen respektablen 5. Platz einnimmt, ist der Gast aus Pirmasens momentan nur im Mittefeld der Oberliga Südwest wieder zu finden und der Wiederaufstieg vermutlich schon in weite Ferne gerückt. Eine halbe Stunde vor dem Ankick am Sportkomplex in Walldorf angekommen wurde erstmal das Areal in Augenschein genommen. Während die beiden Spielparteien noch auf einem Kunstrasenplatz mit dem Aufwärmprogramm beschäftigt waren, hatte ich schon die bisherige Spielwiese des FC Astoria erklommen. Doch hier verbreitete lediglich die zweigeteilte Haupttribüne einen gewissen Charme. Der Rest des Runds sah dann doch eher nach gewöhnlicher Leichtathletik-Kampfbahn aus. Also ging es schnurstracks zum nur wenige Schritte entfernten neuen FC Astoria Stadion. Die angepriesene inoffizielle Einweihung der Haupttribüne entpuppte sich jedoch schnell als ein Reinfall. Denn weder zahlende bzw. anwesende Kundschaft war bei meinem Betreten des Grounds zugegen, noch sah es irgendwie nach einem "Festle" aus. Für mich entstand eher der Eindruck: "Deutschland sucht die Superbaustelle!". An der Sitzplatztribüne war noch der Maurer zugange, überall standen Baumaterialen und Werkzeuge herum. Offensichtlich war man von Vereinsseite mit dem Einweihungstermin etwas zu optimistisch, oder hat das Wort "Inoffizielle" doch eine ganz andere Bedeutung. Nichtsdestotrotz ist es dem kleinen Verein gelungen eine recht ansehnliche und zweckmäßige Sitzplatztribüne zu errichten auf der handgezählte 744 Sitzschalen in schönstem Hanseatic-Blau montiert sind. In der Mitte der Tribüne befindet sich natürlich die obligatorische Sprecherkabine, von wo aus unter anderem auch das sicher nicht ganz preiswerte Bose-Sound-System unterm Tribünendach mit Musik gefüttert wird. Auf der Gegengeraden sind momentan 4 Betonstufen vorhanden, linker Hand war Bob der Baumeister gerade damit beschäftigt dem Gästebereich ein ansprechendes Äußeres zu verpassen. Positiv jedoch auch das bisher bei der Spielfeldabgrenzung auf Käfighaltung verzichtet wurde. So wünscht man sich das. Das neue Stadion kann sich somit schon jetzt sehen lassen getreu der Devise: Klein und Fein. Von meiner Seite bleibt nur noch zu hoffen, dass die offizielle Einweihung dann einen würdigeren Rahmen findet, als dieses Testspiel.

Das eigentliche Spiel wurde dann übrigens mit rund 5 minütiger Verspätung angepfiffen. Jedoch sicherlich nicht wegen des großen Zuschauerandrangs an jenem Nachmittag, sondern weil der Kreidewagenmann offensichtlich wohl eher von der gemütlichen Sorte Mensch war. Aber das schien auch die übrigen rund 40 Fußballkiebitze nicht sonderlich weiter zu stören. Dafür nahm der Kick relativ rasant Fahrt auf und der FK Pirmasens lag schnell mit 2 Toren in Führung, war schlussendlich die Spielbestimmende Mannschaft und gewann dieses Testspiel recht souverän mit 4 : 0. Ärgerlich an diesem Ausflug war lediglich die Tatsache, dass es an jenem Tag weder etwas für die Kehle, noch für den Bauch, noch für das Eintrittskartensammelalbum zu erwerben gab. Das riecht also förmlich nach einem weiteren Besuch in Walldorf zu einem späteren Zeitpunkt.

Auch der Sonntag hatte für mich einen Oberligakick zu bieten. Diesmal sollte es jedoch im Gegensatz zum Vortag u.a. auch um Punkte gehen und so ging es am späten Vormittag natürlich wieder mit der Bahn zum Nachholspiel in der Oberliga Baden-Württemberg zwischen dem FC Nöttingen und dem VFL Kirchheim. Angekommen an einem kleinen Bahnhof im Badischen Hinterland bestand nun die Schwierigkeit darin, die letzten 5 km bis nach Nöttingen möglichst komfortabel zurückzulegen. Denn das Nest namens Nöttingen hatte weder einen Bahnhof zu bieten, noch fuhren hier am Wochenende irgendwelche Busunternehmen. Die einzige Möglichkeit bestand also darin den lt. DB-Reiseauskunft angepriesenen AST in Anspruch zu nehmen. AST was? Ich hatte bis zu jenem Tage auch nichts mit diesem Kürzel anfangen können, aber AST steht dann wohl für Anruf-Sammel-Taxi. Wieder etwas gelernt. Der Haken an dieser Möglichkeit war jedoch die Tatsache, das man eine Fahrt mindestens ½ Stunde vor Fahrtantritt bei der Taxizentrale hätte anmelden müssen. Noch etwas gelernt. Somit war für mich dummes Herumstehen am Provinzbahnhof angesagt und die Wartezeit mit folgenden 3 Möglichkeiten zu verkürzen: 1. einen kurzen Abstecher zur im DB-Schaukasten angepriesenen "Zweiten Handarbeitsmesse" in der örtlichen Kulturhalle, 2. in die Bahnhofskneipe einkehren, 3. an der nahe gelegenen Kraftstoffauffüllstation meinen Tank auffüllen. Da jedoch meine Strick- und Häkelnadelsammlung seit der Handarbeits-AG in meinen Grundschultagen unauffindbar ist und die Tränke im Bahnhof einen auf Geschlossene Gesellschaft machte, musste halt das Dosenbier von der Tanke herhalten. Als dann schließlich das AST vorfuhr, fühlte ich mich irgendwie an den vergangenen Ausflug ins Frankenland erinnert. Das das rollende Gefährt vermutlich gefühlte 15 Jahre auf dem Buckel zu haben schien war noch irgendwie hinnehmbar, aber das Mr. Cabdriver von unserer Mottofahrt so angetan schien, überraschte dann schon mehr: Pullover, Jeans und Mütze im Old-Scool-Look.

2 Euro ärmer und ein paar Local-News schlauer entließ mich Mr. Cabdriver dann direkt vor der Haupttribüne des Panoramastadions in Nöttingen aus seinem Gefährt und rein ging es ins Stadion. Der erste Eindruck machte dann dem Stadionnamen alle Ehre. Die beiden Tribünen an den Längsseiten wurden hier quasi in den Berg hineingebaut und die Aussicht in die Botanik hatte ebenso ihren Reiz (Hopp-Land läßt grüßen). Während die Gegengerade die fast schon obligatorischen 3 bis 4 Betonstufen aufwies, war die auf 3 Ebenen angelegte Haupttribüne schon fast großes Kino. Für Oberligaverhältnisse war es nach meiner Meinung eine sehr gelungene Umsetzung und Ausnutzung der begrenzten Platzverhältnisse. Positiv in Erscheinung trat auch die gute Bewegungsfreiheit im gesamten Stadioninneren mangels Ordner und Blockeinteilung und so konnte auch der Gästemob aus Nahdistanz beäugt werden. Dieser fuhr das volle optische Programm mit 1 kleinen Schwenkfahne, 1 Blechtrommel und 3 Zaunfahne auf. Bemerkenswert das es sich beim Gästemob aus Kirchheim nur um 6 Personen handelte, die jedoch im Gegensatz zum Heimpublikum zumindest um optische und akustische Untermalung dieses Spiels bemüht waren. Warum jedoch die 3 Zaunfahnen vor dem Gästebereich alle auf den SSV Ulm deuteten, blieb für mich an diesem Tag unerklärlich. Fanfreundschaft? Diebesgut? Es darf gerätselt werden.

Die schlussendlich 441 anwesenden Fußballinteressierten sahen an diesem Nachmittag einen eher mittelmäßigen, phasenweise gar langweiligen Oberliga-Kick in dem der Gast aus Kirchheim zu Beginn der 2. Halbzeit durch einen wiklich dicken Abwehrbock in Führung ging. Als ich mich schon innerlich auf einen Auswärtssieg eingestellt hatte, führte kurz vor dem Abpfiff eine geschmeidige Flanke der Nöttinger in den Strafraum und ein platzierter Kopfball aus stark abseitsverdächtiger Position zu einem leistungsgerechten Unentschieden. Der Kick somit nicht wirklich ein Knüller und die schleichende Kommerzialisierung ging einem mit zunehmender Spieldauer irgendwie auf die Nerven. Sobald ein Spieler verletzt am Boden lag oder ihn nur die Fallsucht heimsuchte, hatte der Stadion-DJ seinen großen Auftritt und es ertönte ein Werbejingel eines örtlichen Versicherungsunternehmens: "Eine schnelle Genesung wünscht.......". Eine zwar nette Idee, aber manchmal ist weniger mehr.

Nach dem Spiel wartete Mr. Cabdriver wie vereinbart am Stadionausgang, brachte einen wieder zum nächsten Bahnhof und mit einem neuen Ground in der Tasche ging es zurück gen Home. Tja und so langsam stieg auf der Rückfahrt auch schon die Vorfreude auf die anstehende WET-Tour gen Ruhrpott, wenn es heißt: Der FCH zu Gast im Westfalenstadion. Und dort wandern dann statt einem neuen Ground hoffentlich 3 Punkte in die Tasche.

Einen kleinen visuellen Eindruck gibts in der Galerie.