Montag, März 24, 2008

Fussballmenü ohne Hauptspeise

Der Fußballsonntag an diesem Wochenende hatte sich ja als wahrer Volltreffer erwiesen mit der kurzfristig getroffenen Entscheidung dem Mainzer Bruchweg endlich mal einen Besuch abzustatten und dem 2. Liga Kick der Protagonisten Kloppo vs. Hoppo beizuwohnen. Reibungslose Hin- und Rückfahrt ohne Zugverspätungen, problemloser Ticketkauf an der Tageskasse, lecker Warmup-Bier in Stadionnähe und ein munteres Fußballspiel.

Bei soviel Glück und positiven Eindrücken konnte es somit beim Ostermontagspiel nur noch besser oder aber der totale Reinfall werden. Auf meinem Speiseplan stand die Oberligapartie zwischen der Viktoria aus Aschaffenburg und der Borussia aus Fulda. Hier sollte vor allem das Stadion am Schönbusch der Star am Nachmittag werden. Ein paar imposante Internetbilder dieses Stadions, insbesondere der zweigeteilten Hintertortribüne, hatten es mir im Vorfeld besonders angetan. Somit ging`s am frühen Morgen mit der Bimmelbahn entlang verschneiter Winterlandschaften im nirgendwo zwischen Württemberg und Franken um pünktlich zur Mittagszeit in Aschaffenburg aufzuschlagen. Nach einem kurzen Blick auf den Stadtplan ging`s in einem knapp 20 minütigen Fußmarsch durch die City, vorbei an Marktplatz, Schloss und Mainufer in Richtung Spielwiese. Nachdenklich stimmte mich dabei jedoch schon die bedenklich geringe Anzahl von Frischluftfanatikern in Aschaffenburg-City. Eine Stunde vor Ankick der Partie am Stadion angekommen, war ich offensichtlich der einzige, der sich dieses Ausflugsziel auf seinem Speiseplan notiert hatte. Spielabsage, keine Fußballinteressierten in Aschaffenburg, Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit schoss es mir durch den Kopf! Am Haupteingang kam dann die Ernüchterung in Form eines Aushangs des Vereins: "Aufgrund der Niederschlagsmengen ist ein Spielbetrieb nicht möglich. Nachholtermin ist der 09.04.08 um 18:00 Uhr!" Das Oberligamatch und das mögliche Kreuzchen waren somit an diesem Tage für mich gestorben. Da konnte nur noch ein obligatorischer Stadionrundgang über diesen Fehlgriff ein wenig hinwegtrösten.

Der Eindruck hiervon und der Einblick ins weite Rund von einer nahe gelegenen Fußgängerbrücke aus ließen mich aber sofort die Entscheidung treffen: Ich komme wieder keine Frage! Eine sehr schöne Lage des Stadions am Stadtrand, gute Infrastruktur, eine skurril wirkende zweigeteilte Hintertortribüne, eine sehr spezielle Anzeigetafel. Bis bald im Stadion am Schönbusch.

Mittwoch, März 05, 2008

Neulich im Süden

Seit Monaten, ja fast schon Jahren, nehme ich mir vor endlich mal die Jungs (petÄ, prinzi und den diggen) im Süden Deutschlands zu besuchen. So sollte dann ursprünglich ein verlängertes Reisewochenende Ende Februar Anfang März anstehen, schließlich hat mir das Schaltjahr einen Tag geschenkt und den gilt es zu nutzen. Letzten Endes nutzte ich diesen zusätzlichen Tag um zu arbeiten. Durch eigene Doofheit und leichte Schwächen im Planungsabschluss, wurde es (nur) ein normaler Trip.
Samstag, den 01.03. ging es zunächst einmal mit dem günstigen Bahnticket vom Kaffeehändler ("Ey guck ma! Bei Tschibo kann man auch Kaffee kaufen." - kleiner Scherz am Rande) via Mannheim nach Stuttgart. Angenehme Fahrt, da ich ein Abteil bis Fulda für mich allein hatte und die vergangene Nacht mit mehr als einer Flasche Rotwein über die Runden gebracht hatte. In Fulda stieg dann eine sehr nette Dame mit ihrem Kind dazu und versüßte mir die Weiterfahrt mit Windelwechseln und allerlei Kindergedöns. Bis dahin war die Fahrt noch lustig. Auf einmal hieß es, Unwetterwarnung und verspätete Ankunft. Sobald im ICE wieder Mobilfunk verfügbar war, informierte ich prinzi über meine leicht missliche Lage und der besprach dann alles weitere mit petÄ. Zunächst hieß es noch 30 Minuten Verspätung. In Mannheim angekommen, stand dort schon weiß auf blau 45 min. Daraus wurden schließlich noch 50 min und als der Zug mit einer Stunde Verspätung endlich eintraf, wußte ich: Die Bahn kann mich irgendwie auch nicht mehr überraschen. Durch mehrere Telefonate mit petÄ, wußte ich, dass wir Reutlingen : KSC II nicht mehr rechtzeitigen schaffen würden. Alternative war nun Stuttgarter Kickers. Mir wars egal, sollte er das mit prinzi abklären. Ich ließ mich überraschen. Im Zug half ich einer verwirrten Dame ihren vollgestopften Koffer, bei dem gerade die Verschlüsse kaputt gegangen waren mit Mullbinden zu verschließen. Schon blöd, wenn man auf diese Weise von Kaiserslautern nach München umzieht. Naja, nette Unterwäsche, wenn sie bloß wenigstens mein Typ gewesen wäre.
Endlich in Stuttgart angekommen, traf dann auch prinzi ein. Der endgültige Plan war also mit dem Auto nach Reutlingen um dann das Spiel Reutlingen : KSC II im Stadion Kreuzeiche zu sehen. Dort angekommen stach sofort die überdimensioniert wirkende Haupttribüne ins Auge. PetÄ erklärte kurz, dass vor ein paar Jahren nach dem Abstieg die Gelder ausgegangen seien und dadurch der Stadionumbau nicht fortgesetzt wurde. Das Spiel hatte natürlich bereits begonnen und das 1:0 für den Gastgeber hatten wir auch verpasst. Tolle Wurst. Selbige heißt dort übrigens "Rote" und schmeckt sehr lecker auch wenn die Süddeutschen die Sache mit dem scharfen Senf einfach nicht hinbekommen. Das Spiel war recht ansehnlich, wobei auch aufgrund des starken Windes nicht viele Torchancen heraussprangen. Der Zweitvertretung des KSC gelang vor 2700 Zuschauern aber noch der leistungsgerechte Ausgleich und so sahen wir wenigstens noch ein Tor. Begünstigt durch das Dach der Haupttribüne waren die Heim-Supporter mit Unterstützung der Jungs aus Cannstadt auch gut laut. Gäste waren in dem weiten Rund mit den etwa 10 stufigen Stehrängen nicht zu vernehmen.
Danach gings dann durch die bergige Landschaft Süddeutschlands zum diggen in den Schwarzwald. Die freie Abendgestaltung war angesagt. Zunächst kehrte man in die Vereinskneipe des SV Dillendorfs ein und sah das wunderschöne Tor von Fin Bartels. Gut gestärkt mit nem Bier und einem der besten Baguettes (ja prinzi, so heißen die!) die ich je gegessen habe, gings zur Wohnungsbesichtigung in Bonndorf. Dort rüstete man sich mit Schwarzwaldbier und Asbach-Cola auf einen kleinen Stadtbummel inklusive Kneipenbesichtigung. Danke an dieser Stellen an den diggen für das Fremdenführer spielen und die nette Beherbergung und entschuldige bitte mein Schnarchen. Ich war doch ein wenig angebrütet.
Am nächsten Tag sollte dann der Länderpunkt Schweiz genommen werden und das noch mit dem Zürcher Derby (FC Zürich : Grasshoppers Club Zürich). Nach Zürich zu kommen war kein Problem, aber dort einen Parkplatz zu finden dann schon eher. Für die EM sollte sich die Stadt dafür noch unbedingt was einfallen lassen. Das Stadion selber war schon sehr nett anzuschauen, da es doch eine eigenwillige Konstruktion ist. Von außen fällt zunächst der rostige Zaun auf und die mit Holz verkleidete Dachkonstruktion, auf der sich zig Flutlichtmasten befinden. Innen stören die Laufbahn und die im unteren Abschnitt ziemlich flachen Ränge. Diese werden im oberen Bereich aber zunehmend steiler. Die Gästefans boykottierten weitestgehend das Spiel aufgrund der hohen Eintrittspreise im Letzigrund (36 Franken normalerweise, bei dem Spiel mit Topzuschlag 38 Franken, was ca 24€ für die billigste Karte entspricht). Dadurch konnte sich nur der Anhang des FCZ auszeichnen, die auch gleich mit einer schönen Folien-Choreo begannen. Leider saßen wir neben dem Heimblock und so konnten wir nicht erkennen, was genau dort zu sehen war. Vermutlich bildeten die weißen und hell- und dunkelblauen Folien aber das Wappen des FCZ. Auch während des Spiels wurden immer wieder gute Akzente gesetzt. An italienische Kurven erinnernde Gesänge, Wechselgesang mit Haupttribüne und Gegengerade und Schalparade. Zum Spiel bleibt nicht viel zu sagen. Es war ein offener Schlagabtausch. Mit sehr guten Möglichkeiten und Kombinationen auf beiden Seiten und am Ende rettete der FCZ seinen 1:0 Vorsprung über die Zeit. Insgesamt waren 14400 Zuschauer anwesend, wobei zu erwähnen bleibt das petÄ mit seiner Schätzung von 14000 gar nicht so falsch lag, manche Leute haben ein Auge dafür. Nach dem Spiel musste unbedingt noch eine Schweizer Erfindung probiert werden. Die Wurst in der Tüte sei hiermit jedem empfohlen, der die Gelegenheit hat sie zu kosten. Am Ende möchte ich meinen Mitstreitern danken für dieses tolle Fußballwochenende, was mir die Bahn mit einer halbstündigen Verspätung morgens um 5 Uhr in Hannover dann auch nicht mehr kaputtmachen konnte.

Hier gibts die Bilder aus Reutlingen und vom Zürcher Derby.