Montag, Oktober 27, 2008

Es ist Herbst

19.10.2008
Mariendorfer SV : SV Empor Berlin 1:0
Volksparkstadion Mariendorf - 133 Zuschauer

An einem kühl windigen Herbstnachmittag machte ich mich auf in den Süden von Berlin. Dort erwartete mich eine hübsche alte Anlage, die 15000 Zuschauer fassen kann. Die Steinstufen sind von Gras bewachsen und bilden einen netten Kontrast zur neuen Tribüne, die vor kurzem dort gebaut wurde und immer noch nicht ganz fertig zu sein scheint. Die Stufen der Haupttribüne sind bisher nur als Stehplätze ausgelegt. Es können aber sicherlich noch Sitzschalen darauf montiert werden. An diesem Tag verirrten sich 133 handgezählte Zuschauer + 3 Grüne in das weite Rund. Was Letztgenannte nun schon bei einem solchen Berlinligaspiel wollten, wissen wohl nur sie selber. Vielleicht wollten sie auch den frisch aufgesetzten Glühwein kosten. Wer weiß, wer weiß.

Das Spiel zwischen dem gastgebenden Mariendorfer SV und dem SV Empor Berlin aus Pankow war ein müder Kick. Anfangs machten die Gäste noch sehr viel Druck und es kündigte sich ein munteres Spielchen an, aber mit zunehmender Spieldauer wurde es immer lahmer auf dem Rasen. Das einzige Tor des Tages für den Gastgeber nach einem sauberem Zuspiel war zwar recht ansehnlich, konnte aber über das schwache Niveau nicht hinwegtäuschen. Mit dem Schlusspfiff hätten die Gäste fast noch ausgleichen können, aber auch 20 Zentimeter am Tor vorbei, ist immer noch am Tor vorbei. So blieb es beim 1:0 und ich machte auf dem Heimweg noch einen Zwischenstopp in Alt-Tempelhof um den besten Dürüm der Stadt zu geniessen.

Bilder gibts in der Galerie und das neue Hintergrundbild des Blogs ist aus dem Volksparkstadion Mariendorf. Ich fand es irgendwie sehr passend zur Jahreszeit.

Montag, Oktober 06, 2008

Von Lilien und Löwen.

Wenn sich Flora und Fauna ein Stelldichein geben, muss es sich nicht immer zwangsläufig um einen Ausflug ins Grüne oder um eine Stippvisite in den Zoo, Tierpark o.ä. handeln. Nein das Zusammentreffen von Pflanzenfreunden und Tierliebhabern ist durchaus auch auf sportlicher Ebene möglich. Um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen machte man sich am vergangenen Samstag bei Zeiten auf ins Südhessische, genauer gesagt in die Stadt mit dem eigenwilligen Namen Darmstadt. Die einheimischen Lilien hatten sich zur Biologiestunde am Böllenfalltor die Löwen aus dem Nordhessischen Kassel eingeladen.


Dank eines komfortablen Zeitpuffers bis zum Unterrichtsbeginn und guter Ausschilderung am Wegesrand, wurde der Fußweg vom Bahnhof bis zur Spielwiese in einer entspannten halben Stunde zurückgelegt. Vor dem umzäunten Liliengarten wartete derweil schon die örtliche Wald und Wiesenfraktion. Und auch eine stattliche Anzahl von Förstern hatte wohl Lust auf das Zusammenspiel von Flora und Fauna. Somit ging`s rein in den Botanikgarten. In der Mitte der Anlage das gepflegte Grün, hier hatte der heimische Gärtner wohl gute Arbeit geleistet. An der Längsseite eine überdachte Tribüne für rund 4.000 Teilnehmer mit Sitzfleisch. Die Standfesten hatten freie Platzauswahl auf den weitläufigen Stehplätzen. Zum Unterrichtsbeginn hatten sich schließlich 3.100 Interessierte eingefunden. Die rund 400-500 Tierliebhaber aus dem Nordhessischen hatten jedoch keine freie Platzwahl und mussten sich im Gehege auf der Gegengerade einfinden. Zu Unterrichtsbeginn präsentierten die Pflanzenfreunde einen sehenswerten Hingucker auf der Haupttribüne. Applaus dafür vom Rest. Auf dem Grün hatten derweil die Lilien nach dem Motto "Breit-Lang-Quer" eingenetzt. Doch die 11 Löwen auf dem Geläuf zeigten sich bissig und kamen kurz darauf ebenfalls zu einem Erfolgserlebnis. Die restlichen Löwen im Gehege ließen den Zaun wackeln und das Böllenfalltor erleuchten. Als sich der Nebel legte zappelte es jedoch wieder im Löwennetz. Die Löwen liefen fortan nur noch wie müde Kätzchen übers Grün und die Lilien beackerten emsig das Geläuf. Auch in der 2. Unterrichtshälfte dann zahme Kätzchen und optisch überlegene Lilien. Doch da das Unterrichtsende erst ist wenn die Klingel ertönt bzw. der Lehrer auf dem Rasen abpfeift, zeigte der Löwe kurz vor Ultimo noch einmal die Krallen und setzte den finalen Biss.

So eine Biologiestunde mit Lilien und Löwen kann also auch mal recht lehrreich und unterhaltsam sein. Mit etwas Lesestoff der Pflanzenfreunde im Ranzen ging`s anschließend dann wieder gen Süden, die Lehrstunde hatte hungrig gemacht.


In Ingolstadt...

Da die Kogge mal wieder einen neuen Hafen ansteuerte, ließ man sich nicht lang bitten. Diesmal mit der Reisecrew Mannheim/Heilbronn/Drumherum also auf nach Ingolstadt. Nach einer feuchtfröhlichen Fahrt mit DB Regio durch`s Bayrische Hinterland wurde dann pünktlich zur Mittagszeit am Vier-Ringe-Ufer angelegt. Auch unser weitgereister NY-Tourist war hungrig auf Fußball und endlich wieder mit an Bord.

Die letzen beiden Spiele der Hansakogge stimmten einen optimistisch. Bestes Karibikwetter (der Sonnenbrand im Gesicht kommt sicher) und ein gut gefüllter Gästeblock ließen auf zählbares hoffen. Edeljoker Cetkovic netzte bereits nach nicht einmal 10 Spielminuten ein. Jawohl es läuft. Doch was dann kam, war mal wieder unbegreiflich. Wie schafft man es nach einer 1:0 Führung in Lethargie zu verfallen, im Glauben die Führung nun verwalten zu können, denn Gegner aufzubauen, sich auszuspielen und teilweise vorführen zu lassen? Der Dicke weiß sicher eine Antwort. Nach Wiederanpfiff verließ derweil Besatzungsmitglied Gledson schon vorzeitig das Deck, der Kapitän auf der Bank zeigte sich gewohnt regungslos. Das Spiel plätscherte nun so da hin, ein Aufbäumen nicht wirklich erkennbar. Und auch auf den Rängen plätscherte es nun teilweise dahin. Über den Anhang der BSG Audi braucht man keine Worte verlieren. Anwesend waren Sie zumindest. Im Gästeblock ging die ersten 20 Minuten ganz gut die Post ab, dann war die Aktion "Eggi-sucht-den-Nachwus-Capo" angesagt, anschließend wurde auch noch der Support mit Sinnlos-Sing-Sang dem Spielgeschehen angepasst, bevor man sich zum Spielende hin wieder lautstark und koordiniert Gehör verschaffte. Auf den Rängen also Punktsieg für die treuen Begleiter, auf dem Rasen wohl eher Schiffbruch der Hansacrew.

Nach Spielende wurde sich am Bahnhof die Zeit noch mit der einen oder
anderen Fassbierrunde vertrieben. Und aus dem einfachen Gefühl des fröhlichen, geselligen Miteinander auch noch eine Runde "Reise nach Jerusalem" eingeläutet. Nur die Herren in Schwarz wollten wieder mal den Spielverderber spielen; konnten sich dann aber doch nicht ein Lachen verkneifen, ob des fröhlichen Zeitvertreibs. Kommunikation ist alles meine Herren. Den restlichen Stadiongängern in Ingolstadt wird an jenem Tag aber eher folgender Gassenhauer in Erinnerung bleiben: "In Ingolstadt, in Ingolstadt, da holen wir den UEFA-Cup!".