Samstag, Januar 31, 2009

Einmal Wolfsburg, Sansibar und zurück...

Es ist mal wieder Ende Januar, es ist mal wieder Pokalzeit und unser FC Hansa nahm im Achtelfinale mal wieder Kurs auf Berlin. Diesmal hieß die Durchgangsstation also Wolfsburg. So machte sich ein gemischtes Quartett von HaSuWü und Reisecrew HeilROnn am Mittwochmittag also auf nach Niedersachsen. Diesmal mehr als entspannt und durchaus nobel unterwegs mit dem Luxuszug der Bahn. Einem Lebensmitteldiscounter sei dank. Ohne Verspätung (hört, hört) lief man am frühen Abend ein im "Mekka des Niedersächsichen Fußballs". Das Empfangskomitee von Team Green zeigte schon mal deutlich Präsens. Doch halt war heut wohl eher Team Black. Die Farbe Grün war schließlich schon für die Einheimischen vergeben. Und wir dachten schon wegen bösen Rostockern und so.

Die Jungs werden schon ihren Auftrag haben, für uns ging es weiter zum Ground, Karten kaufen und dann rein in die Spielstätte des Vfl Wolfsburg. In der 1. HZ im Stehplatzbereich breit gemacht und eine beherzt aufspielende Hansa-Elf gesehen, die gegen den Erstligisten gut mithalten konnte. Die 2. HZ wurde dann aus dem Oberrang verfolgt, dies sollte aber kein gutes Omen werden. Kaum hatte sich Gledson verletzungsbedingt verabschiedet wurde auch schon der Torreigen eröffnet. Die Kicker in Grün nutzten nun ihre Torchancen ziemlich konsequent. Hansa konnte lediglich auf ein 2:1 verkürzen, die Tore 3, 4 und 5 für Wolfsburg waren im Nachhinein aber eigentlich ne Nummer zu viel. Also wieder nichts mit Pokalfinale und der Traum von "2010, Ihr werdet es schon sehen..." hat sich nun wohl auch erledigt. Oder gibt`s so was wie Fairplay-Wertung noch? Wenn ja, können daran auch ambitionierte Zweitligisten teilnehmen? Na zumindest konnte auf den Rängen mal wieder locker der Sieg eingefahren werden. Stimmgewaltige rund 2.000-2.500 Hansa-Fans hatten spürbar Lust auf Fußball mit dem FCH und waren auch schon zu Beginn des Spiels mal wieder Feuer und Flamme. Die Wölfi-Fans waren akustisch dagegen eigentlich nur bei ihrem Torjubel so richtig zuvernehmen.



Nach dem Pokal-K.O. wurden auf dem Weg zurück zur Bahn-Drehscheibe der Welt noch schnell die Bierreserven aufgefüllt. Die Nacht in Wölfi-Town zu verbringen hatte irgendwie ein zu provinziellen Beigeschmack, so entschied man sich schnell mit Zug weiter nach Hannoi zu fahren. Gemeinsam mit einem Teil der Hansafans-Hannover stürzte man sich gegen halb eins ins dortige Nachtleben. Das Ziel der Nachtbeschäftigung war schnell klar, unweit der sündigen Meile wurde die Sansibar geentert. Bei akzeptablen Preisen für Pils und Co. wurde schließlich auch die Tanzfläche gefüllt und das Eulenschießen eröffnet. Schön war`s. Zu früher Morgenstunde dann noch schnell im Goldenen M eingekehrt und das Zugabteil war unsers. Tut uns leid für die, die eigentlich im Abteil reserviert hatten, aber auch wir müssen mal schlafen. Und liebe Top-Manager bitte merken: Kommentare wie "Ist schon wieder irgendwo Fußball?" bringen Euch in dieser Situation nicht wirklich weiter.

Freitag, Januar 30, 2009

Ich war noch niemals in Milano.

Attenzione, attenzione Italien hat gerufen. Die Winterpause hatte den deutschen Fußball fest im Griff, im nahen Ausland rollte der Ball schon wieder. Ein ganzes Wochenende auf der Couch ohne Fußball ? Ohne uns. Das Ziel der Reise war schnell klar, Mailand sollte es diesmal sein. Endlich mal im San Siro vorbeischauen. Ein paar kurze Abstimmungen zum Rahmenprogramm und schon ging es an einem Samstagmorgen zu dritt mit Auto gen Süden. Heidiland, verschneite Winterlandschaften und Alpenpanorama hatten in der Schweiz zwar ihren Reiz, doch die Lust auf Fußball war größer.

Pünktlich zur Mittagszeit wurde der fahrbare Untersatz auf einem Stadionparkplatz in einem Vorort von Mailand, genauer gesagt in Sesto Gan Giovanni geparkt. Vor dem Leckerbissen am Abend wollte man sich noch ein wenig Appetit holen mit dem Drittliga-Spiel A.C. Pro Sesto gegen A.S.C. Portogruaro. Der Parkplatzwächter hielt uns erst für Gästefans, entlarvte uns dann als Deutsche und wollte uns nun natürlich seine besten Tickets verkaufen. 25 Euro Haupttribüne Mitte. Ein ander mal vielleicht. Nen Zehner für Gegentribüne tut es diesmal auch. Das Stadio Communale Breda wie erwartet dann leicht angegraut, der Putz bröckelt, der Rost ist deutlich sichtbar. Da die Heimkurve wegen Schnee gesperrt war machten sich die einheimischen Tifosi auf der überdachten Haupttribüne breit. Rund 150 Tifosi haben sich schließlich bei bekannten Melodien lautstark zu Wort gemeldet. Rund 30 Gäste glänzten immerhin durch Anwesenheit. Überraschend jedoch das auch schätzungsweise 40 bis 45 jährige Männer hier den Ultra-Gedanken leben. Bei den Gästen zumindest optisch. Das Spiel erfüllte dann alle Vorurteile vom italienischen Calcio, schöne Flugeinlagen ohne Gegenspieler, den Schiri pausenlos bequatschen und ergebnisorientiertes Ball-Rumgeschiebe. Ein 1:1 der schlechten und langweiligen Sorte.

Nach dem Kick machte man sich dann auf die Suche nach der Herberge, gewöhnungsbedürftige Straßennahmen überforderten zeitweise das Navi, aber die Jugendherberge in der Nähe vom San Siro konnte schließlich doch ausfindig gemacht werden. 20 Euro pro Nase und Nacht waren einen Aufenthalt im 6-Mann-Zimmer auf jeden Fall wert. Und dann war es soweit: A.C. Mailand gegen A.C. Florenz im Stadio Guiseppe Meazza. Kurzer Fußmarsch von der Herberge zum Stadion, langes Anstehen beim Kartenkauf. Eine knappe Stunde anstehen an der einzigen Kassennanlage kosteten viel Nerven und Schweiß, aber ein Ticket für 13 Euro schließlich in den Händen zu halten waren die Mühen wert. Kontrolle am Eingang kurz vor Anpfiff glücklicherweise Fehlanzeige. Die gefühlten 1.000 Stufen im Treppenhaus zum Oberrang waren endlos. Der Anblick oben angekommen war atemberaubend. Die Stadionarchitektur umwerfend. Die Stimmung und Lautstärke der Rossoneri bombastisch. In der 1.HZ kam man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Während des Spiels dann ungewohnte Bewegungsfreiheit im Areal, so das man sich die Architektur der Tribünen aus nächster Nähe und unterschiedlichen Perspektiven mal näher anschauen konnte. Die wenigen Ordner die anwesend waren, schauten lieber Richtung Rasen. Grünzeug in anderer Form konnte auch in den Kurven wahrgenommen werden, aber das ist ne andere Geschichte. Apropos Genussmittel: der Tiffosi hat es offensichtlich nicht so mit gutschmeckenden fettigen, triefenden, Bratwürsten, Schnitzeln oder sonstigem. Im Stadion nirgendwo etwas herzhaftes. Wer mag schon Sonnenblumenkerne.

Wieder zurück in der Herberge dann noch ein überraschendes Wiedersehen und Schnack mit dem Salower, der sich mit 3 weiteren Hansa-Hopping-Fußball-Freunden an diesem Wochenende ebenfalls den Calcio geben wollte. Nach kurzweiliger Nacht und ergiebigen Frühstück inklusive machten sich der Rest weiter auf Richtung Turin. Wir drei machten am Sonntagmorgen dann eher die Mailänder Kulturlandschaft unsicher. Piazza del Duomo. Besichtigung Duomo di Santa Maria Nascente natürlich auch. Galleria Vittorio Emanuella II. Ferrari Store. Originalo Italiano Holzofen-Pizzeria. Falls was fehlen sollte; alles kann man halt auch nicht sehen an einem Tag. Zum Schluss dann noch eine Art Schnitzeljagd durch die Gassen der City nach dem Motto: Where is the next Mailands Briefkasten? Und dann war auch schon wieder Kilometerfressen angesagt, wieder Alpenpanorama, wieder Winterlandschaften und ruckzuck schon wieder in Württemberg.

Donnerstag, Januar 22, 2009

Budenzauber, Hansa, Spaß hamm.

Die Freude bei HaSuWü und Reisecrew HeilbROnn war groß, das das Fußballjahr 2009 mit einem exotischem Appetithäppchen beginnen sollte. Grund der Vorfreude war ein Hallenspektakel irgendwo im Württembergischen Niemandsland. Am zweiten Januarwochenende sollte das mittlerweile 7. ebm-papst Hallenmasters für A-Junioren Mannschaften in der Gerhard-Sturm-Halle zu Mulfingen stattfinden. Dies sicher erstmal nicht sonderlich spektakulär, aber das ich auch der Nachwuchs unseres FC Hansa bei diesem Budenzauber erstmals die Ehre geben sollte, lief die Mobilmachung in den Weiten des www im Vorfeld des sog. Events auf Hochtouren. Unter dem Motto "Alle in Blau" machten sich schließlich 18 unentwegte Exil-Hanseaten auf nach Boomtown Mulfingen.

Zum ersten Spiel wurden dann gleich mal die Fronten geklärt, wer akustisch das Sagen in der Halle hatte. Überraschungsgesichter der Sitzplatz-Familienausflügler inklusive. Das Spiel tat sein übriges, Hansa behielt gegen Blau-Weiße aus Baden mit 3:2 die Oberhand. Im nächsten Spiel gab`s dann ein umkämpftes 3:3 gegen die Mainzelmännchen. Spiel drei gegen den Löwen-Nachwus vom BTSV konnte schließlich recht deutlich mit 3:0 gewonnen werden. Nach Träumereien von "Finale, Finale" kam nach dem Mittagsbrunch dann aber der Bruch im Spiel der Hansekogge und man verlor erst gegen Aa-Aachen mit 0:2 und schließlich auch noch gegen den Lokalmatador aus Schwedisch Hall mit 2:5. Damit war klar dass mit dem dritten Platz in der Vorrundengruppe das Halbfinale ohne den Hansa-Nachwuchs stattfinden würde.

Dafür passte der Rahmen dieses Mega-Budenzauber-Events: Mannschaft, Veranstalter, Sitzplatz-Familienausflügler äußerten sich positiv von unserer ausgelassenen Stimmung. Wir rockten die Halle, brachten das Festzelt zum Beben. Der Veranstalter sprach im Nachhinein von einem spannenden Turnier und der familiären Atmosphäre. Team Green sprach im Nachhinein von "freundlich gesonnenen Schlachtenbummlern, die den Spaß an den Spielen in den Mittelpunkt stellten" und die Lokalpresse nannte uns in ihrer Druckausgabe wortwörtlich "ein paar Spaßbacken". Frechheit.

Bevor die letzten Gruppenspiele über die Bühne gingen machte man sich schließlich wieder auf in alle Himmelsrichtungen. Das die Jugendkicker des LR Ahlen, sorry RW Ahlen im Finale über den Fohlennachwuchs triumphierten soll hier nur noch am Rande erwähnt werden. Interessierte unsereins eigentlich auch gar nicht mehr. Der Spaßfaktor war in unseren Reihen an diesem Tag auf jeden Fall gegeben und zum krönenden Abschluss gab`s vor dem Mannschaftsbus noch ein gemeinsames Stelldichein mit Mannschaft, Betreuern und ..................uns.

Sonntag, November 09, 2008

Schöne bunte Sportwelt

25.10.2008
Füchse Berlin : TBV Lemgo
O2 World - 14800 Zuschauer - offiziell ausverkauft

In Berlin gibt es seit dieser Saison eine neue Halle. Ein großer reicher Mobilfunkanbieter hat seinen Namen für den Koloss zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße gerne zur Verfügung gestellt. Damit sich der Bau auch lohnt, müssen dort auch diverse Veranstaltungen stattfinden, die eine Menge Leute anziehen. Aus diesem Grund lockt der Hallenbetreiber die hiesigen großen Mannschaften aus den Sportarten Eishockey, Basketball und Handball mit Mietnachlässen.

Da meine bessere Hälfte bei einem der Sponsoren der Füchse arbeitet, gab es erst einmal ein fettes Kontingent für die Mitarbeiter. Sie, clever wie sie ist, gleich mal 2x2 Karten abgegriffen und so kamen Thomas und Henry in den Genuss das Spiel aus Block 407 zu sehen und Kathrin und ich verfolgten das Spiel aus Block 417 heraus. Wer jetzt denkt, Block 400 irgendwas, dass muss aber fett sein, der denkt richtig. Die Halle ist groß, hoch und weitläufig. Laut und bunt ebenso, aber dazu später mehr.

Zunächst betraten wir das neue Prestigeobjekt Berlins über einen eigens für die Kunden des großen, reichen Mobilfunkanbieters eingerichteten Eingang. Lange stehen? Ist nicht. Henry und ich gehören zu den "Guten" und somit unsere Freunde auch. Das 0,3 l Freibier gab es dann allerdings nur für uns beide. Drinnen gings dann mit der Rolltreppe in die 2. Etage - von dort kommt man in die unteren Ränge oder auf den Raucher-Balkon. Mit der nächsten Rolltreppe gelangt man in die 4. Etage und zu den Eingängen der oberen Ränge. Wer sich nun fragt, was ist denn mit der 3. Etage? Nun, da gelangt man scheinbar nur mit dem Fahrstuhl, der aber von einem Ordner versperrt wird oder über die Fluchttreppe hin. Denn in der 3. Etage befinden sich die Business-Logen. Die unteren Ränge gehen einmal komplett um das Spielfeld, die Business-Sitze und der Oberrang begrenzen ds Spielfeld nur auf 3 Seiten. Auf der Südseite ist ein riesiger Catering-Bereich eingerichtet für Leute, die sich für wichtig halten oder kurz: VIP.

Von meinem Sitz auf Höhe der 7-Meter-Linie in der drittobersten Reihe konnte ich den schräg gegenüberliegenden unteren Block aufgrund der 8-eckigen Video-Oktaeder(?)-Konstruktion nicht sehen. Übrigens: wer keine Lust hat sich das Geschehen unten anzugucken, der kann auch auf die Übertragung auf der Videowand starren. Über die Sinnhaftigkeit kann sich jeder selbst seine Gedanken machen. Zum Auftakt des Spiels gab es erst einmal eine Rauch-, Pyro- und Lasershow, für die konsumfreudige Masse. Ich muss aber gestehen, es hat mir irgendwie gefallen. Allerdings wurden dadurch meine Erwartungen an eine tolle Stimmung nur noch erhöht und konnten nicht erfüllt werden.

Das Spiel selber ist schnell erzählt. Nach 5 Minuten führte der Favorit aus Lemgo bereits 6:0 und ließ sich diese Führung auch nicht mehr nehmen. Die Trefferquote der Füchse war an diesem Tag aber auch einfach zu schwach. In der Halbzeit musste ich dann fluchtartig meinen Platz verlassen, da unten auf dem Spielfeld BAP (was hat diese Kölner Gauklertruppe in Berlin verloren?) anfing zu spielen und mein Körper nach Gerstensaft dürstete. Aber bei Preisen von 3,60 für 0,4 l Hasseröder und 3,80 für die gleiche Größe Becks kann man sich nicht wirklich besaufen. Auch vollfressen ist nicht drin bei 2,50 für nen lumpigen Muffin oder einen Hotdog. Die Bratwurst gibt es übrigens für 2,80 mit nem bröseligen Brötchen. Ganz ganz großes Kino hier. Also gings nach einem kleinen Spaziergang wieder zurück zu dem Platz der auf meiner Karte vermerkt war, um dem Treiben vom Rande aus weiter zu zu schauen. Henry und Thomas meinten nach dem Spiel, dass sie ein ähnliches Gefühl hatten. Man ist zwar dabei, aber nicht wirklich mittendrin. Ganz merkwürdige Sache.

Bedingt durch die große Halle, das teure Bier oder durch das schlechte Spiel der eigenen Mannschaft kam nie wirklich richtig gute Stimmung auf, außer bei den rund 50 Lemgoern in meinem Block, die unablässig Party machten. Einen richtigen Fanblock wie in der Max-Schmeling-Halle gab es bei der Premiere der Füchse in der Sauerstoff-Welt auch nicht. Trotz offiziell ausverkauftem Haus - es waren eindeutig nicht alle Plätze besetzt - spielen die Füchse vorerst wieder in ihrem viel gemütlicheren Fuchsbau, Schmeling-Halle, wo mannicht permanent von einer flimmernden Werbebande über den Logen genervt wird.

Fazit: Große bunte Konsumwelt, du hast einen weiteren Tempel bekommen. Man kann sich ihn mal angucken, da architektonisch gelungen, aber bei dem ganzen Kommerz, bleibt der Sport auf der Strecke.

Montag, Oktober 27, 2008

Es ist Herbst

19.10.2008
Mariendorfer SV : SV Empor Berlin 1:0
Volksparkstadion Mariendorf - 133 Zuschauer

An einem kühl windigen Herbstnachmittag machte ich mich auf in den Süden von Berlin. Dort erwartete mich eine hübsche alte Anlage, die 15000 Zuschauer fassen kann. Die Steinstufen sind von Gras bewachsen und bilden einen netten Kontrast zur neuen Tribüne, die vor kurzem dort gebaut wurde und immer noch nicht ganz fertig zu sein scheint. Die Stufen der Haupttribüne sind bisher nur als Stehplätze ausgelegt. Es können aber sicherlich noch Sitzschalen darauf montiert werden. An diesem Tag verirrten sich 133 handgezählte Zuschauer + 3 Grüne in das weite Rund. Was Letztgenannte nun schon bei einem solchen Berlinligaspiel wollten, wissen wohl nur sie selber. Vielleicht wollten sie auch den frisch aufgesetzten Glühwein kosten. Wer weiß, wer weiß.

Das Spiel zwischen dem gastgebenden Mariendorfer SV und dem SV Empor Berlin aus Pankow war ein müder Kick. Anfangs machten die Gäste noch sehr viel Druck und es kündigte sich ein munteres Spielchen an, aber mit zunehmender Spieldauer wurde es immer lahmer auf dem Rasen. Das einzige Tor des Tages für den Gastgeber nach einem sauberem Zuspiel war zwar recht ansehnlich, konnte aber über das schwache Niveau nicht hinwegtäuschen. Mit dem Schlusspfiff hätten die Gäste fast noch ausgleichen können, aber auch 20 Zentimeter am Tor vorbei, ist immer noch am Tor vorbei. So blieb es beim 1:0 und ich machte auf dem Heimweg noch einen Zwischenstopp in Alt-Tempelhof um den besten Dürüm der Stadt zu geniessen.

Bilder gibts in der Galerie und das neue Hintergrundbild des Blogs ist aus dem Volksparkstadion Mariendorf. Ich fand es irgendwie sehr passend zur Jahreszeit.

Montag, Oktober 06, 2008

Von Lilien und Löwen.

Wenn sich Flora und Fauna ein Stelldichein geben, muss es sich nicht immer zwangsläufig um einen Ausflug ins Grüne oder um eine Stippvisite in den Zoo, Tierpark o.ä. handeln. Nein das Zusammentreffen von Pflanzenfreunden und Tierliebhabern ist durchaus auch auf sportlicher Ebene möglich. Um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen machte man sich am vergangenen Samstag bei Zeiten auf ins Südhessische, genauer gesagt in die Stadt mit dem eigenwilligen Namen Darmstadt. Die einheimischen Lilien hatten sich zur Biologiestunde am Böllenfalltor die Löwen aus dem Nordhessischen Kassel eingeladen.


Dank eines komfortablen Zeitpuffers bis zum Unterrichtsbeginn und guter Ausschilderung am Wegesrand, wurde der Fußweg vom Bahnhof bis zur Spielwiese in einer entspannten halben Stunde zurückgelegt. Vor dem umzäunten Liliengarten wartete derweil schon die örtliche Wald und Wiesenfraktion. Und auch eine stattliche Anzahl von Förstern hatte wohl Lust auf das Zusammenspiel von Flora und Fauna. Somit ging`s rein in den Botanikgarten. In der Mitte der Anlage das gepflegte Grün, hier hatte der heimische Gärtner wohl gute Arbeit geleistet. An der Längsseite eine überdachte Tribüne für rund 4.000 Teilnehmer mit Sitzfleisch. Die Standfesten hatten freie Platzauswahl auf den weitläufigen Stehplätzen. Zum Unterrichtsbeginn hatten sich schließlich 3.100 Interessierte eingefunden. Die rund 400-500 Tierliebhaber aus dem Nordhessischen hatten jedoch keine freie Platzwahl und mussten sich im Gehege auf der Gegengerade einfinden. Zu Unterrichtsbeginn präsentierten die Pflanzenfreunde einen sehenswerten Hingucker auf der Haupttribüne. Applaus dafür vom Rest. Auf dem Grün hatten derweil die Lilien nach dem Motto "Breit-Lang-Quer" eingenetzt. Doch die 11 Löwen auf dem Geläuf zeigten sich bissig und kamen kurz darauf ebenfalls zu einem Erfolgserlebnis. Die restlichen Löwen im Gehege ließen den Zaun wackeln und das Böllenfalltor erleuchten. Als sich der Nebel legte zappelte es jedoch wieder im Löwennetz. Die Löwen liefen fortan nur noch wie müde Kätzchen übers Grün und die Lilien beackerten emsig das Geläuf. Auch in der 2. Unterrichtshälfte dann zahme Kätzchen und optisch überlegene Lilien. Doch da das Unterrichtsende erst ist wenn die Klingel ertönt bzw. der Lehrer auf dem Rasen abpfeift, zeigte der Löwe kurz vor Ultimo noch einmal die Krallen und setzte den finalen Biss.

So eine Biologiestunde mit Lilien und Löwen kann also auch mal recht lehrreich und unterhaltsam sein. Mit etwas Lesestoff der Pflanzenfreunde im Ranzen ging`s anschließend dann wieder gen Süden, die Lehrstunde hatte hungrig gemacht.


In Ingolstadt...

Da die Kogge mal wieder einen neuen Hafen ansteuerte, ließ man sich nicht lang bitten. Diesmal mit der Reisecrew Mannheim/Heilbronn/Drumherum also auf nach Ingolstadt. Nach einer feuchtfröhlichen Fahrt mit DB Regio durch`s Bayrische Hinterland wurde dann pünktlich zur Mittagszeit am Vier-Ringe-Ufer angelegt. Auch unser weitgereister NY-Tourist war hungrig auf Fußball und endlich wieder mit an Bord.

Die letzen beiden Spiele der Hansakogge stimmten einen optimistisch. Bestes Karibikwetter (der Sonnenbrand im Gesicht kommt sicher) und ein gut gefüllter Gästeblock ließen auf zählbares hoffen. Edeljoker Cetkovic netzte bereits nach nicht einmal 10 Spielminuten ein. Jawohl es läuft. Doch was dann kam, war mal wieder unbegreiflich. Wie schafft man es nach einer 1:0 Führung in Lethargie zu verfallen, im Glauben die Führung nun verwalten zu können, denn Gegner aufzubauen, sich auszuspielen und teilweise vorführen zu lassen? Der Dicke weiß sicher eine Antwort. Nach Wiederanpfiff verließ derweil Besatzungsmitglied Gledson schon vorzeitig das Deck, der Kapitän auf der Bank zeigte sich gewohnt regungslos. Das Spiel plätscherte nun so da hin, ein Aufbäumen nicht wirklich erkennbar. Und auch auf den Rängen plätscherte es nun teilweise dahin. Über den Anhang der BSG Audi braucht man keine Worte verlieren. Anwesend waren Sie zumindest. Im Gästeblock ging die ersten 20 Minuten ganz gut die Post ab, dann war die Aktion "Eggi-sucht-den-Nachwus-Capo" angesagt, anschließend wurde auch noch der Support mit Sinnlos-Sing-Sang dem Spielgeschehen angepasst, bevor man sich zum Spielende hin wieder lautstark und koordiniert Gehör verschaffte. Auf den Rängen also Punktsieg für die treuen Begleiter, auf dem Rasen wohl eher Schiffbruch der Hansacrew.

Nach Spielende wurde sich am Bahnhof die Zeit noch mit der einen oder
anderen Fassbierrunde vertrieben. Und aus dem einfachen Gefühl des fröhlichen, geselligen Miteinander auch noch eine Runde "Reise nach Jerusalem" eingeläutet. Nur die Herren in Schwarz wollten wieder mal den Spielverderber spielen; konnten sich dann aber doch nicht ein Lachen verkneifen, ob des fröhlichen Zeitvertreibs. Kommunikation ist alles meine Herren. Den restlichen Stadiongängern in Ingolstadt wird an jenem Tag aber eher folgender Gassenhauer in Erinnerung bleiben: "In Ingolstadt, in Ingolstadt, da holen wir den UEFA-Cup!".