Samstag, September 01, 2007

Verpfiffenes Spiel

Ich habe seit langem nicht mehr ein Spiel gesehen, dass so von den Entscheidungen des Schiedsrichters gelebt hat wie das heutige zwischen dem Ludwigsfelder FC und der TSG Neustrelitz, aber immer der Reihe nach.

Zunächst war ich zum ersten Mal in meinem Leben froh, dass die Bahn - die bekanntlich des Öfteren zu spät kommt - es auch heute tat. Was sich danach allerdings in der Bahn abspielte war unbeschreiblich. Fahrräder und Fahrgäste quetschten sich in die paar Waggons, die für die Strecke Rostock - Falkenberg zur Verfügung gestellt wurden. Immer wieder hörte man Sätze wie: "Ich muss an der nächsten Haltestelle raus." und "Ich will da jetzt durch." Selbst am Berliner Hauptbahnhof wurde die Sache nicht besser, obwohl viele Leute den Zug verließen. Und so kam ich mit 12 Minuten Verspätung in Ludwigsfelde an. Leider fand ich das Stadion nicht sofort und so verpasste ich ca 20 Minuten der ersten Halbzeit. Allerdings stand es immer noch 0:0.

Im Waldstadion zu Ludwigsfelde genehmigte ich mir dann erstmal ein Bier zur Entspannung von den bisherigen Strapazen. Nach ca. 30 Minuten dann der erste Aufreger. Der letzte Mann der Neustreltzer bringt seinen Gegenspieler zu Fall, ein Pfiff ertönt, aber jegliche Karte bleibt stecken. Schon da wurde mir klar: der Mann in hellgelb hat es nicht drauf oder gestern abend zu tief ins Glas geguckt. Und so nahm das schreckliche Spiel seinen Lauf. Pfiff um Pfiff ertönte. Kein Spielfluss. In der zweiten Halbzeit habe ich dann bei der fünften gelben Karte aufgehört zu zählen. Es folgte noch eine rote Karte gegen Ludwigsfelde wegen Nachtretens, die sicherlich vertretbar war, aber ein Handspiel im Strafraum der Neustrelitzer blieb ungeahndet. So wie diese Entscheidungen blieben auch viele andere Aktionen des Schiris nicht nachvollziehbar. Und so kam es gegen Ende des Spiels dazu, dass ein Fan, der schon mehrmals zum Zaun rannte, um den Unparteiischen über seine Fehler aufzuklären, wutschnaubend das Stadion verließ. Während dieser dies noch freiwillig tat, musste der Trainer des LFC erst noch dazu aufgefordert werden. Er war so über die Leistung des Schiris erzürnt, dass er seinem Ärger lauthals Luft verschaffte und prompt auf die Tribüne verwiesen wurde. So etwas habe ich zum ersten Mal in einer Oberligapartie gesehen. Und ich dachte immer, dass es das nur im Profifussball gibt.

Am Ende stand das 0:0 vor ca 200 Zuschauern und ein klares Resümee des Stadionsprechers: "Auch Schiedsrichter haben ihre schlechten Tage." Alle waren sich einig, dass der Schiri der Buhmann des Spiels war. Er hat zwar keine Seite bevorteilt, aber für alle gleich beschissen gepfiffen.






Das Stadion (7500 Plätze) ist ganz nett. Aber durch die Laufbahn und den merkwürdigen Feldweg auf der Gegengeraden sind die Tribünen doch etwas weit vom Platz entfernt. Sehr schön allerdings anzusehen war der Sprecherturm mit der manuell bedienbaren Anzeigetafel, die am heutigen Tage leider ungenutzt blieb.

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