Fussballtristes in Liga 3 !
Es war mal wieder Samstagnachmittag = Fußballzeit. Ein Leckerbissen in den Niederungen des 3. Ligafußballs stand heute auf dem Programm. Der Weg führte mich in die Heimatstadt von Altkanzler Helmut zum Lokalderby der beiden Aufsteiger FSV Ludwigshafen-Oggersheim gegen SV Sandhausen. Aber um es vorweg zu nehmen, der Altkanzler wurde heute nicht gesichtet und das einzig leckere an diesem Nachmittag war die sogenannte Feuerwurst am Imbisstand des Südweststadions. Denn weder das Spiel noch der Support auf beiden Seiten konnte überzeugen und hatten es nicht verdient für die Nachwelt in Bildern festgehalten zu werden. Dabei hatten die Vorzeichen dieses Spiels einen interessanten Ausflug versprochen. Tabellenletzter gegen Tabellenzweiten, alternde Fußballgrößen wie Russi Petkov (ex Aue), Rüdiger Rehm (ex Aue, Offenbach, Saarbrücken), Georgie Donkov (ex Köln, Bochum), ein ehemals 30.000 fassendes Fußballstadion.
Nach einer kurzweiligen Fahrt schlug man pünktlich eine halbe Stunde vor dem Ankick in Ludwigshafen auf. Dann ging`s auf Stadionsuche, lt. einschlägiger Fanseiten lagen knapp 15 min Fußweg vor mir. Dank Einsingen von offensichtlich schon im Stadion befindlichen Supportwilligen konnte der Weg zur Spielstätte nicht verfehlt werden. Also am Kassenhäuschen artig ein Stehplatzticket für die heimische Sammlung geordert und die nicht vorhandenen Kontrollen am Einlass passiert. Da im Südweststadion ebenfalls keine Kontrollen oder Ordner anscheinend anwesend waren, wurde sich auf einer der vielen freien Sitzschale der Haupttribühne platziert. So viel zum positiven des Ausflugs.
Das Südweststadion präsentierte sich nicht gerade in einem einladenden Zustand für 3. Ligaverhältnisse. Notdürftig wurden hier die Auflagen der DFL erfüllt, Sitzschalen auf der Haupttribühne montiert, auf der Gegengeraden ein Stehplatzkäfig für die Gästefans gebaut. Der Rest des weiten Rund`s war sozusagen Sperrzone, teilweise waren dort nicht mal mehr die ehemals vorhandenen Stufen und Sitzbänke erkennbar. Aber für die heute offiziell 837 anwesenden Zuschauer sicher ausreichend. Ca. 250 davon bevorzugten an diesem Nachmittag die Käfighaltung auf der Gegengeraden. Optische Akzente wurden durch 5 Winkelemente aus Stoff und eine wenig beeindruckende Zaunfahne der Sandhauser gesetzt. Da wusste das neben dem Käfig hängende Zauntransparent des DFB mit dem Leitspruch "Fußball für Toleranz und Integration" optisch besser zu überzeugen. Akustisch waren die gut 40 Supportwilligen und die beiden Vorturner jedoch klar Herr im Haus, Chef im Ring, tonangebend, wie auch immer. Neue Maßstäbe, auch nicht für Regionalligaverhältnisse wurden jedenfalls keine gesetzt. Zu mindestens war es ein leichtes Spiel auf den Rängen, da ein Heimsupportblock/-bereich bis Mitte der 2. HZ nicht auszumachen war.
Nach der Halbzeitwurst, auch lokal "Feuerwust" genannt, und einem kleinen Rundgang über die Hautribühne inklusive Sprecherkabine und Medienarbeitsplätze (heißen die so?) konnte doch noch ein Sing-Sang-Heimsupporter-Haufen recht der Hauptribühne ausgemacht werden. Doch soll man nun Mitleid haben oder Respekt denjenigen zollen, welche zu 10`t hinter einer Fahne mit der Aufschrift "Chemie Stadt Inferno" stehen und gelegentlich sich kaum hörbar akustisch sich zu Wort melden. Möge sich jeder selbst hierzu ein Urteil bilden. Zum Spielgeschehen auf dem grünen Geläuf möchte ich im Nachhinein keine wirklich großen reden schwingen. Das von mir erhoffte Torefestival blieb aus, es wurde zu viel Mittelfeldgeplänkel geboten und die wenigen Hochkaräter wurden beiderseits kläglich versemmelt. So blieb am Ende ein leistungsgerechtes Torloses Unentschieden und ein Pensionempfänger brachte es nach dem Abpfiff auf dem Herren-WC auf den Punkt: "War`n Scheiß Spiel !".

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen