London²
Als ich mir irgendwann im Herbst mal wieder die Tourplanung vornahm um zu sehen, was dieses Jahr noch alles behoppt wird, fehlte mir zwischen all dem Pflichtprogramm das auf dem Zettel stand, wie zum Beispiel Erfurt, Lurup und Lübeck, ein ganz ganz klein wenig die Highlights - da musste noch was her!
Kurzerhand wurden dann die Spielpläne sämtlicher europäischer Ligen studiert und mit den bekannten Billigfliegern abgeglichen. Der Plan stand innerhalb von anderthalb Stunden, Rainer (auch bekannt als RyanAir) sollte uns für knappe 60 Taggen nach London und zurück segeln! Spiele findet an einem Samstag sogar ein Juniorhopper in Hülle und Fülle, unsere Wahl viel auf den Doppler Queens Park Rangers - Wolverhampton Wanderers (2.Liga) und Fulham FC - Newcastle United (1.Liga). Die Grounds beider Vereine befinden sich im Westen der City, viel mehr als 45 Minuten planten wir für den Weg zwischen den Stadien nicht ein. Da dann das zweite Spiel nach abgeschlossener Planung um eine Stunde von 18.15 Uhr auf 17.15 Uhr vorverlegt wurde, war klar dass wir leider nicht beide Kicks vollständig sehen werden würde, da das QPR-Spiel schon um 15.00 Uhr angepfiffen werden sollte, aber was solls, erste Hopperregel: Nichts ist so alt wie die Planung von gestern!
Dass ich Achim für diesen Trip auf die Insel nicht lange würde begeistern und bequatschen müssen, war mir klar, aber da sich mit Fraktion Süddeutschland, sprich Peter und André, noch zwei weitere Mitfahrer fanden, versprach es ein lustiger Jahresabschluss zu werden. Allerdings musste André dann kurzfristig den Trip krankheitsbedingt absagen. So machten wir uns also nur zu dritt auf den Weg.
Da ich kein Experte im Schreiben von Spielberichten und Staionbeschreibungen bin, handel ich den Teil der Reise mal ganz fix ab:
Das Spiel an der Loftus Road zwischen Queens Park und den Wolves, die übrigens in den 50er Jahren dreimal Meister waren, war im Prinzip ein Langweiler und endete auch 0:0 vor knappen 13000 Zuschauern. Im Gegensatz zum Geschehen auf dem englischen Rasen ist das ganze Erlebnis "Fussball auf der Insel" allerdings immer wieder schlichtweg geil! Die Stadien sind der Hammer, eingebettet in Wohnsiedlungen, eng, sehr eng, die Sprechchöre sind, wenn sie kommen, brachial und selbst das Bier schmeckt irgendwie besser ;-).
Leider mussten wir die Loftus Road dann in Spielminute 60 verlassen, da wir wenigstens das Premier League Match zwischen Fulham und den Geordies aus Newcastle komplett sehen wollten.
Traurigerweise blieb es beim Wollen, denn wegen irgendwelchen Bauarbeiten im Underground verspätete sich unsere Tube um circa 30 Minuten und da die strapazierte Reisekasse kein Budget mehr fürs Taxi freigab, landeten wir erst gegen Ende der ersten Halbzeit im Craven Cottage.
Der Ground vom Fulham FC liegt genau an der Themse und zumindest die letzte verbliebene Holztribüne ist ein Traum! Die Sitze, die Treppen, die Rückenlehnen, alles aus Holz, geil!
Auch hier wieder der Kontrast zwischen Spiel und Gesamterlebnis, Newcastle gewinnt durch einen unberechtigten Elfmeter in der Schlussminute 0:1 vor 25000 Zuschauern bzw Konsumenten.
Denn die Tatsache des Konsumierens und die zunehmende Kommerzialisierung (wobei ich das fast schon als abgeschlossenen Prozess betrachten würde; ich wüsste nicht wo man da noch weiter "kommerzialisieren" kann) sind die beiden Dinge, die trotz der insgesamt geilen und durchaus lohnenswerten Tour, hängen bleiben. Dass man auf der Insel keine fahnenschwenkenden Ultras trifft, ist mir klar. Vielleicht bin ich bei meinem Erstpunkt in England bei West Ham United auch verwöhnt worden, aber irgendwie fehlte mir die Kulisse, der Support und die Lautstärke von den Rängen. Die Anhänger von Queens Park waren schlicht enttäuschend bzw überhaupt nicht anwesend, die Mitgereisten aus Wolverhampton ließen zwar ab und zu etwas von sich hören, waren für ihre Anzahl aber eindeutig zu schwach. Im anderen Spiel fiel es eindeutig auf, dass Londoner im Sitzen schlecht durchgängig singen können und so konnten nur die Nordengländer aus Newcastle durch ihre Hüpfeinlage einigermaßen überzeugen, aber umgehauen haben sie auch nicht, akustisch meine ich, denn rein theoretisch wäre es für diese Stiere sicher ein Leichtes ;-). Zumal nach dem Spiel einige von ihnen bei leichten Plusgraden oberkörperfrei "Jingle Bells" ein wenig umdichteten.
Nach den Spielen mussten wir nun noch das Abendprogramm vollziehen. Nach einer kleinen Sightseeing-Tour, beschlossen wir ins Pub zu gehen. Leider mussten wir dort feststellen, dass trotz abgeschaffter Sperrstunde, die Pubs doch recht frühzeitig schlossen und so standen wir ohne große Alkoholreserven auf der Straße. Um uns ein wenig warm zu halten, fuhren wir nochmal mit dem Nachtbus durch London bis uns der Bus um 3 Uhr erschöpft zum Flughafen brachte.
Was also bleibt an Erkenntnisssen?
Fussball auf der Insel - immer wieder!
Und:
Wer ohne Koffer reist, ist schneller im Pub!
Galerie
Kurzerhand wurden dann die Spielpläne sämtlicher europäischer Ligen studiert und mit den bekannten Billigfliegern abgeglichen. Der Plan stand innerhalb von anderthalb Stunden, Rainer (auch bekannt als RyanAir) sollte uns für knappe 60 Taggen nach London und zurück segeln! Spiele findet an einem Samstag sogar ein Juniorhopper in Hülle und Fülle, unsere Wahl viel auf den Doppler Queens Park Rangers - Wolverhampton Wanderers (2.Liga) und Fulham FC - Newcastle United (1.Liga). Die Grounds beider Vereine befinden sich im Westen der City, viel mehr als 45 Minuten planten wir für den Weg zwischen den Stadien nicht ein. Da dann das zweite Spiel nach abgeschlossener Planung um eine Stunde von 18.15 Uhr auf 17.15 Uhr vorverlegt wurde, war klar dass wir leider nicht beide Kicks vollständig sehen werden würde, da das QPR-Spiel schon um 15.00 Uhr angepfiffen werden sollte, aber was solls, erste Hopperregel: Nichts ist so alt wie die Planung von gestern!
Dass ich Achim für diesen Trip auf die Insel nicht lange würde begeistern und bequatschen müssen, war mir klar, aber da sich mit Fraktion Süddeutschland, sprich Peter und André, noch zwei weitere Mitfahrer fanden, versprach es ein lustiger Jahresabschluss zu werden. Allerdings musste André dann kurzfristig den Trip krankheitsbedingt absagen. So machten wir uns also nur zu dritt auf den Weg.
Da ich kein Experte im Schreiben von Spielberichten und Staionbeschreibungen bin, handel ich den Teil der Reise mal ganz fix ab:
Das Spiel an der Loftus Road zwischen Queens Park und den Wolves, die übrigens in den 50er Jahren dreimal Meister waren, war im Prinzip ein Langweiler und endete auch 0:0 vor knappen 13000 Zuschauern. Im Gegensatz zum Geschehen auf dem englischen Rasen ist das ganze Erlebnis "Fussball auf der Insel" allerdings immer wieder schlichtweg geil! Die Stadien sind der Hammer, eingebettet in Wohnsiedlungen, eng, sehr eng, die Sprechchöre sind, wenn sie kommen, brachial und selbst das Bier schmeckt irgendwie besser ;-).
Leider mussten wir die Loftus Road dann in Spielminute 60 verlassen, da wir wenigstens das Premier League Match zwischen Fulham und den Geordies aus Newcastle komplett sehen wollten.
Traurigerweise blieb es beim Wollen, denn wegen irgendwelchen Bauarbeiten im Underground verspätete sich unsere Tube um circa 30 Minuten und da die strapazierte Reisekasse kein Budget mehr fürs Taxi freigab, landeten wir erst gegen Ende der ersten Halbzeit im Craven Cottage.
Der Ground vom Fulham FC liegt genau an der Themse und zumindest die letzte verbliebene Holztribüne ist ein Traum! Die Sitze, die Treppen, die Rückenlehnen, alles aus Holz, geil!
Auch hier wieder der Kontrast zwischen Spiel und Gesamterlebnis, Newcastle gewinnt durch einen unberechtigten Elfmeter in der Schlussminute 0:1 vor 25000 Zuschauern bzw Konsumenten.
Denn die Tatsache des Konsumierens und die zunehmende Kommerzialisierung (wobei ich das fast schon als abgeschlossenen Prozess betrachten würde; ich wüsste nicht wo man da noch weiter "kommerzialisieren" kann) sind die beiden Dinge, die trotz der insgesamt geilen und durchaus lohnenswerten Tour, hängen bleiben. Dass man auf der Insel keine fahnenschwenkenden Ultras trifft, ist mir klar. Vielleicht bin ich bei meinem Erstpunkt in England bei West Ham United auch verwöhnt worden, aber irgendwie fehlte mir die Kulisse, der Support und die Lautstärke von den Rängen. Die Anhänger von Queens Park waren schlicht enttäuschend bzw überhaupt nicht anwesend, die Mitgereisten aus Wolverhampton ließen zwar ab und zu etwas von sich hören, waren für ihre Anzahl aber eindeutig zu schwach. Im anderen Spiel fiel es eindeutig auf, dass Londoner im Sitzen schlecht durchgängig singen können und so konnten nur die Nordengländer aus Newcastle durch ihre Hüpfeinlage einigermaßen überzeugen, aber umgehauen haben sie auch nicht, akustisch meine ich, denn rein theoretisch wäre es für diese Stiere sicher ein Leichtes ;-). Zumal nach dem Spiel einige von ihnen bei leichten Plusgraden oberkörperfrei "Jingle Bells" ein wenig umdichteten.
Nach den Spielen mussten wir nun noch das Abendprogramm vollziehen. Nach einer kleinen Sightseeing-Tour, beschlossen wir ins Pub zu gehen. Leider mussten wir dort feststellen, dass trotz abgeschaffter Sperrstunde, die Pubs doch recht frühzeitig schlossen und so standen wir ohne große Alkoholreserven auf der Straße. Um uns ein wenig warm zu halten, fuhren wir nochmal mit dem Nachtbus durch London bis uns der Bus um 3 Uhr erschöpft zum Flughafen brachte.
Was also bleibt an Erkenntnisssen?
Fussball auf der Insel - immer wieder!
Und:
Wer ohne Koffer reist, ist schneller im Pub!
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