Montag, Juni 30, 2008

Mannheimer Doppelpack

31.05.08 VfR Mannheim - SV Waldhof Mannheim und SV Waldhof Mannheim/II. - VfB Eppingen

Endlich kam auch ich seit langem Mal wieder in den Genuss eines Dopplers. Jedoch sicherlich nicht wegen 2 vermeintlich attraktiver Spielbegegnungen, sondern eher aufgrund der Tatsache, das sich die Möglichkeit ergab zwei ehrwürdigen Fußballstadien an einem Tag meinen Besuch abzustatten. Der erste Teil des Fußballnachmittags führte mich zum Lokalderby in der Oberliga Baden-Württemberg zwischen dem VfR Mannheim und dem SV Waldhof Mannheim. Diesmal war ich auch rechtzeitig nach Mannheim angereist, blieb somit auch genügend Zeit die heutige Spielwiese zu inspizieren.

Doch zuvor ging es noch kurz zum nur einen Steinwurf entfernten Carl-Benz-Stadion, Heimspielstätte des SV Waldhof. So konnte nach mehreren Besuchen in der Vergangenheit dieser durchaus gelungene Neubau aus dem Jahr 1994 auchendlich mal in Bildern festgehalten werden, wenn auch nur durch den Zaun. Nun aber hinein ins Rhein-Neckar-Stadion zum Mannheimer Lokalderby. Der Charme der rund 11.000 Zuschauer fassenden reinen Fußballarena ist dabeiwohl schon seit langem verblichen. Dafür ist die in die Jahre gekommene, doch recht eigentümlich aussehende Wellblechtribüne auf der Geraden ein echter Hingucker. Der Rest des Ground`s bleibt mir nur durch sanierungs-bedürftige unüberdachte Stehplatztraversen in Erinnerung. Dem Spiel selbst wohnten dann gut 3.500 Fußballinteressierte bei, wovon gut und gerne 3.000 dann doch eher dem SV Waldhof die Daumen gedrückt haben dürften. Zu Spielbeginn dann eine einfache, aber wirkungsvolle Wendechoreografie der Ultras Mannheim: Bye Bye OLBW / Bye Bye BFV / Bye ByeVfR war hier gut sichtbar zu lesen. Bis zur Mitte der 1. Halbzeit dann auch ein sehr gepflegter, abwechslungsreicher Support der Gästeanhänger, von VfR-Seite erwartungsgemäß nichts zu vernehmen. Zu mindestens hatten sie den angrenzenden Heimblock ein wenig mit Fahnen verziert. Das eigentliche Spiel bis dahin ein richtiger Langeweiler ohne nennenswerte Höhepunkte bis in der 43. min die Heimmannschaft in Führung und schließlich auch in die Pause ging. Nach kulinarischen Genüssen in der Halbzeit nach dem Motto "Für jeden ist was dabei" hieß es für mich zur 60. min die Spielwiese zu wechseln.

Nun führte mich der Weg in den Arbeiter-Stadtteil Waldhof zu einem doch recht geschichtsträchtigen Ort, der Seppl-Herberger-Sportanlage. Unüberhörbar nach einem Alt-Bundestrainer benannt. Dieses traditionsträchtige und schon über 80 Jahre alte Stadion ist mittlerweile Spielort der Waldhof Amateure. Früher spielte in diesem Stadion noch die 1.Mannschaft des SV Waldhof, sogar teilweise mal 1. Bundesliga. Heutzutage wird im Stadion am Alsenweg, wie es hier wohl im Volksmund heißt, nur noch die Spielklasse 6. geboten. Spielbeteiligte waren an jenem Nachmittag die Mannschaften des SV Waldhof Mannheim/II. und des VfB Eppingen in der Landesliga Rhein/Neckar. Der eigentliche Spielfilm ist schnell erzählt in dem der Gast zwar früh in Führung gehen konnte, die Heimmannschaft anschließend jedoch forsch aufspielte und die 2:1 Halbzeitführung in der 2. Halbzeit auf einen verdienten 3:1 Sieg ausbaute, selbst eine berechtigte G/R Karte für die Mannheimer Reserve in der 53. min war dabei kein Hindernis. Alles in allem ein sehr unterhaltsamer Fußball-Kick in einem tollen Fußballstadion, in dem derFußball noch ist wie er sein sollte. Überraschend auch die relativ gute Zuschauerzahl von rund 150 Interessierten für einen 6. Liga-Kick. Die Zuschauerzahl konnte in der 2. Halbzeit dann sogar noch auf 200 Leute ausgebaut werden, da doch einige aktive Supporter vom vorherigen Lokalderby im Rhein-Neckar-Stadion vorbeischauten. Somit war auch ich über das Endergebnis des Lokalderbys topaktuell informiert, ebenfalls ein 3:1 für den SV Waldhof. Nach dem Abpfiff in der Seppl-Herberger-Sportanlage hatte ich noch die Möglichkeit, natürlich nur mit Zustimmung des Greenkeepers, den gepflegten Rasen zu betreten und von dort aus einen Schnappschuss der Sitzplatztribüne in Großformat aufzunehmen. Ein Zugang über die Stehränge ist hier derzeit nicht möglich, da verschlossen, ist aber auch verständlich bei der Spielklasse und den Zuschauerzahlen.


Durch ein kurz darauf einsetzenden Platzregen, wurde ich regelrecht gezwungen meinen Aufenthalt in Mannheim noch zu verlängern, in das in der Haupttribüne befindliche Vereinsheim einzukehren und bei ein oder zwei oder drei Bier mir den mühsam erkämpften 2:1 Sieg der DFB-Kicker über die Fußballgroßmacht Serbien via Mattscheibe anzuschauen. Na denn Prost!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Fetten Respekt an Petä. WIe immer ein sehr schöner Bericht und gute Fotos. Bis demnächst Mein Bester...