Mittwoch, Mai 20, 2009

ground-fever ist tot, es lebe groundfever!

An dieser Stelle hören wir auf mit dem Bloggen.
Eigener Server, eigene Domain und Wordpress muss ja auch mal ausprobiert werden. Wer auch weiterhin unsere Geschichten lesen möchte, ist herzlich willkommen auf www.groundfever.de

Bis dennsen...

Donnerstag, März 19, 2009

Hansa, Empor, Couch.

Neuer Morgen, neues Spiel hieß die Devise am Sonntagmorgen. Den Ausflug über KMS hatte man gut verdaut. Das reichhaltige Frühstücksbuffet meiner Herbergseltern in spe wurde dem anvisierten B-Junioren-Kick verständlicherweise vorgezogen. Ein kurzes Hallo an Dorni und Michel und schon ging es rein ins gute alte Ostseestadion. Südtribüne, Reihe 1. Man gönnt sich ja sonst nichts.


Der Gästeblock fast schon gewohnt spärlich besetzt. Handgezählte 63 Freunde der BSG-Audi hatten den ach so langen Weg an einem Sonntag gen Küste auf sich genommen. Ausgestattet mit einer Trommel und 2 Fahnen war jedoch übers gesamte Spiel gesehen nicht wirklich etwas von den Herren zu vernehmen. 27a setzte dagegen schon zum Einlauf der Mannschaften eine deutliche Ansage in Richtung kickendes Personal. Auch der Support war mal wieder ein Ohren- und Augenschmaus. Derbe laut und abwechslungsreich eben. Der Funken schien zumindest in der 1. HZ auch auf die Mannschaft überzuspringen und man bekam eine Hansa-Elf zu sehen, die offensichtlich wusste was die Uhr geschlagen hatte. Neue Trainerbesen kehren offensichtlich gut. Oder lag es am neuen Geläuf. In Halbzeit 2 dann wieder mal gewohntes Bild. Hansa nach vorne zu Ideenlos. Irgendwann nur noch die Aktion mit dem Kopf durch die Wand und am Ende ist man froh das der Gast einem nicht noch einen eingeschenkt hat. Wieder nur einen Punkt geholt. Sind ja noch 10 Spiele Zeit bis zur Dritten Liga.



Da war sportliche Abwechslung gefragt um der Frustration Einhalt zugebieten. Also zusammen mit dem Mö hinüber zur Scandlines-Arena und dem HC Empor Rostock einen Besuch abgestattet. Der wehrt sich momentan ebenfalls gegen den Fall in die Drittklassigkeit. Zu Gast der TSV Altenholz als Direktkontrahent um den Ligaverbleib. Die Männer vom HC Empor lebten anschließend vor was Wille, Einsatz, Leidenschaft bewirken können. Der Gast wurde mit einem nie gefährdeten 36:33 in die Schranken gewiesen und die über 900 Anwesenden waren sichtlich begeistert.

Nach diesem Sportprogramm war nun kulinarisches Programm angesagt. Die größten Burger der Stadt durften es schon sein. Anschließend gibt es Sekt für die Dame und Pils für die Herren. Die Ludolfs für die Augen und Metal für die Ohren.

Manga-Manie u. Kategorie C.

Für mich war es mal wieder Zeit für einen Kurztrip in die einzig wahre Hansestadt. Dank DFB, DFL und wer sonst noch so alles über Ansetzungen von Fußballspielen entscheidet war der Termin schnell gefunden. Dank Hansafreunden aus Nah und Fern sollte der Ausflug recht unterhaltsam werden. Vom Süden der Republik ging es am Samstag in aller Früh erstmal mit dem allseits beliebten WET Richtung Fränkische Lebkuchenhochburg. DieReisegruppe mit Floriansen, Jensen und Juliansen erweitert und weiter, immer weiter in Richtung "dort wo keine Sonne scheint". Punkt 12 dann Ankunft unsererseits in KMS. Auf die Schnelle noch aufgetankt und den Stadtplan studiert, das Empfangskomitee in Schwarz, Grün, Blau wartete schließlich schon. Zusammen mit weiteren rund 50 Guten aus Norddeutschland begleitete ein das Empfangskomitee dann durch die Straßen der Stadt Richtung Stadion an der Gellertstraße. Hansagesänge schallten lautstark durch die Gassen, die örtliche KC gaffte am Wegesrand.
Das Stadion an der Gellertstraße ein Stehplatztraum in Betongrau und Trennzaunblau. Auf der Längsseite eine kleine überdachte Haupttribüne mit Sitzschalen in Grün, Weiß, Rot. Der Charme von vergangenen DDR-Oberligaklassikern war irgendwie spürbar. Doch die Realität sah an diesem Nachmittag anders aus. Hansa`s 2. Mannschaft erinnerte einen irgendwie an die Profis. Anfangs war man optisch und spielerisch überlegen, durch eine Rote Karte für den CFC vermeintlich im Vorteil, ein dummes Gegentor vor der Halbzeit und der Spielfluss war ganz dahin. Ab Mitte der 2. Halbzeit ein immer langweiliger werdender Kick der mit einem weiteren Tor für Himmelblau endete. Der Support während des Spiels auf beiden Seiten durchaus ausbaufähig. Zumindest wenn man mal von den geistreichen Ergüssen Ewiggestriger hinter dem Trennzaun zum Gästeblock absieht. Äußerungen wie "Nationaler Chemnitzer FC" sorgten beim Rest nur für Kopfschütteln.

Nach dem Kick ging es in Begleitung von Team Schwarz, Grün, Blau wieder durch die Straßen der Stadt Richtung Bahnhof. Diesmal gaffte die örtliche KC nicht nur, sondern war gut in Bewegung. Die Begleiter hatten aber alles im Griff und waren gut zu Fuß unterwegs. Am Bahnhof noch ein kurzer Verpflegungsstopp und der Trip führte weiter Richtung Norden. In der sächsischen Messestadt angekommen, dann klare Anweisung vom Oberaufseher dass keiner die Bahnhofshalle betreten darf. So wurde man schließlich von den Begleitern bis zur Weiterfahrt nach Lutherstadt fast eine Stunde lang im Verbindungstunnel zwischen den Bahnsteigen festgesetzt. KeineVerpflegung, dafür einen dicken Hals. Ab Messebahnhof dann die totale Überfüllung im Zug mit Pubertären Schaufensterpüppchen. Fasching war gestern. Manga-Manie auf der Buchmesse. Für die Sportbegeisterten gab es zum Glück einen separaten Waggon. Darf es ein Sitzplatz mehr sein? Zur Abendunterhaltung dann noch eine schicke Kassenrollenaktion im Zug, Fußballfachsimpelei bis einem die Augen zu fielen und gegen halb 12 waren für einen ganz normalen Samstag mal wieder genügend Bahnkilometer heruntergerissen worden und die Herbergseltern in spe nahmen einen in der Hansestadt schließlich in Empfang.

Montag, März 16, 2009

Pech gehabt

Eigentlich wollte ich am Sonntag mit Greifswald die NOFV-Oberliga Nord endgültig komplettieren, allerdings ging der Motor an der letzten Ampel einfach aus und so stand ich mit Mäuschen ca 100m vom Stadioneingang entfernt und konnte nur die Schiedsrichterpfiffe und den Jubel der Zuschauer hören. Da ich kein Arsch sein wollte, habe ich das freundliche Angebot meiner Madame abgelehnt alleine ins Stadion zu gehen. Schließlich hätte ich mich auch nicht wirklich am Spiel erfreuen können, während sie alleine auf den ADAC wartet. Somit konnte ich dann nur ein paar Blicke von außen auf das Stadioninnere erhaschen. Manche Grounds lassen sich nicht so leicht erobern. Vielleicht klappt es beim dritten Anlauf. Der erste scheiterte, da man sich damals kurzfristig für das Vorpommernderby Stralsund gegen Anklam entschied und nicht nach HGW weiterfuhr.
Es stellte sich heraus, dass wieder mal eine Zündspüle den Geist aufgegeben hat. Schön zu hören, da dies schon auf dem Rückweg der Oberhausentour geschah und die Karre danach in der Werkstatt war und seitdem gerade mal 1800 km gefahren ist. Laut ADAC-Mensch liegt wahrscheinlich ein Defekt an der Lichtmaschine vor.

Erkenntnisgewinn: Manche Grounds sind schwer zu kriegen, obwohl sie einfach erscheinen. Und Werkstätten wechseln nur Teile aus, suchen aber nicht nach Fehlern.

Freitag, März 13, 2009

St. Pauli und drumherum.

Dem geneigten Leser soll hier zumindest nicht der visuelle Eindruck vom kürzlichen Ausflug in Hansestadt an der Alster vorenthalten werden. Das Erlebte rund um das "Nachbarschaftduell" St. Pauli gegen unseren FC Hansa in Worte zufassen fällt mir ausgesprochen schwer. Diesmal also nur in aller Kürze:

Am Freitag Vormittag ging es für die Süddeutschen Exil-Hanseaten zu Neunt mit Opel`s neustem Transportermodell auf gen Hamburg. Der Kofferraum gut gefüllt mit Kistenweise Bier. Die Jukebox läuft mit Schlagerhits, Best of 80`s und JBO auf Hochtouren. Die Gutscheine für Pinkelpausen finden reißenden Absatz. Gegen 4 das Gefährt in Harburg in einer dunklen Ecke abgestellt und ab ging es mit der Bahn zum Millerntor. Am Einlass zum Gästeblock chaotische Zustände weil Ordner und Polizei keinen Plan haben. Unter großem Gedränge war man dann mit der Masse im Stadion ohne Kontrolle und Karte vorzeigen.
Zum Spiel möchte ich keine Worte verlieren. Jedes wäre zuviel. Ein Spiel mit 2 Toren Vorsprung aus der Hand zugeben schafft wohl momentan nur der FCH. Das Für und Wieder der Pyroaktion abzuwägen überlasse ich jedem selbst. Dies von Presse, Funk und Fernsehen mit "Gewalt und Ausschreitungen" gleichzusetzen bleibt mir jedoch unbegreiflich. Der Support auf Hansa-Seite wieder mal geschlossen und lautstark. Die Spruchbänder auf Pauli-Seite dafür an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Achso Weltoffen wie sie immer tun sind sie gar nicht. Nach dem Spiel dann nur noch Fassungslosigkeit über das Dargebotene auf dem Rasen. Draußen vor den Toren des Gästeblocks sammelte sich derweil der Heimpöbel und die Medienvertreter bekamen nun auch ihre erhofften Ausschreitungen. Ja ist denn schon wieder Silvester? Ja heute schon geduscht? Ein Lob hierfür an den Veranstalter für den tollen Freitagabend Termin. Und die Hansafans waren wieder der Buh-Mann. Schon klar, die Bilder lügen.
Danach ging es für uns weiter gen Harburg und mit dem Opel-Blitz nach Bookholzberg. Das Abendessen wartete. Grünkohl mit Pinkel standen auf dem Tisch. Nach der ein oder anderen Bierrunde hatte bis zum Morgengrauen dann auch der letzte die Horizontale gefunden. Am nächsten Morgen dann einmal das große Frühstücksbuffet bitte. Und weiter ging es in Sachen Fußball.

Das Viertliga-Spiel der Sportfreunde Lotte gegen den Fohlennachwuchs aus M`gladbach stand auf unserem Programmzettel. Das Stadion am Lotter-Kreuz eine kleine, gemütliche Fußballoase. Die Zuspruch von 800 Anwesenden für eine Kleinstadt mit nicht einmal 12.000 Einwohnern recht ordentlich. Das Spiel eins von der besseren Sorte. Drei Tore für die Heimmanschaft gab es auch zu bestaunen. Nach dem Spiel noch ein kurzer Plausch mit der örtlichen Stadtjugend und für uns ging es wieder zurück gen Süden.

Dienstag, März 03, 2009

Dienstags im Ruhrgebiet

03.03.2009
VfL Bochum II – 1.FC Köln II 0:1
Lohrheidestadion

Eigentlich hatte ich ja, als feststand, dass es mich in die Untiefen des Ruhrgebiets verschlägt, die Komplettierung der Niederrheinliga als oberste Planerfüllung ausgerufen. Nachdem ich mich jetzt hier mehr und mehr in die nordrhein-westfälische Fussballlandschaft „eingearbeitet“ habe, wird klar, dass es schwierig wird das genannte Ziel zu erreichen ohne auf andere Leckerbissen zu verzichten. Kurzum, die Komplettierung der Niederrheinliga ist erstmal hinten angestellt, hier wird kreuz und quer gehoppt, dass sich die Balken biegen!
Die Masse der zu kreuzenden Grounds ist einfach überwältigend, bis jetzt ist mir hier noch kein langweiliger Sportplatz vor den Bierbecher gelaufen.
Auch heute verschlug es mich an eine Spielstätte mit reichlich Tradition und Charisma.
Die Rede ist von dem Lohrheidestadion mit einem Fassungsvermögen von über 19.000 Zuschauern. Fussballfans ist die Lohrheide natürlich als die Heimat der SG Wattenscheid 09, 1990-1994 immerhin Erstligist, bekannt. Zur Zeit trägt allerdings auch die Zweitvertretung des VfL Bochums seine Heimspiele in der Regionalliga West in der Lohrheide aus – heute gegen die zweite Mannschaft des 1.FC Kölns.
Das Lohrheidestadion findet man in Bochum, genauer in gesagt in Wattenscheid, das erst 1975 eingemeindet wurde. Noch heute gibt es in Wattenscheid, naja ich sag mal „Bewegungen“, die für eine Trennung von Bochum „kämpfen“.
Das Stadion wurde erst 2002 im Zuge der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften saniert und ist durchaus ansehnlich.
Das Spiel gurkte so vor sich hin, schlecht war es nicht, aber so richtig vom Hocker hat es niemanden gerissen. Köln schießt in der 50. Minute das 0:1 und verschießt in der 60. einen Elfmeter. Kleine Regelkundefrage in diesem Zusammenhang: Wenn ein bereits geschossener Elfmeter nicht anerkannt bzw. abgepfiffen wird, weil der Schiedsrichter den Ball noch nicht freigegeben hatte, darf man dann noch den Schützen wechseln? Ihr seid dran!
Von den Rängen gibt es nicht viel zu berichten, geschätzte 20 Gäste mit 4 Fahnen waren zwar vor Ort, konnten sich aber genauso wenig zu Gefühlsausbrüchen hinreißen lassen wie die Gastgeberseite, die mit zwei Zaunfahnen präsent war. Ansonsten eventuell noch erwähnenswert das relativ prominente Schaulaufen von Thomas Strunz, Florian Kringe und einem gewissen Slawo Freier, welcher auf dem Platz seine einstige Form wohl immer noch sucht.

Montag, März 02, 2009

Komplettieren kann weh tun

01.03.2009
BSV Eintracht Mahlsdorf : VfB Concordia Britz 3:0
Sportplatz Am Rosenhag - ca 100 Zuschauer

Muss es aber nicht! Wie der Name der Sportstätte vermuten lässt, handelt es sich um eine gewöhnliche Leichtathletikanlage ohne Ausbau. Auf dem Weg zur Komplettierung der Berlin-Liga muss man das Ding aber auch mitnehmen oder aber eventuell nächste Saison in der Oberliga kreuzen. Denn die Heimmannschaft belegt momentan Platz 1 und ist auch nach diesem Spiel Spitzenreiter. Das Spiel selbst, ist schnell erzählt. Bereits in der 15. Minute musste ein Britzer mit Gelb-Rot vom Platz und so war es schon ein wenig verwunderlich, dass die Gäste das 0:0 zur Pause halten konnten. Der Keeper hat sich aber auch immer schön Zeit gelassen beim Ball holen.
In der 2. Halbzeit ließen dann aber die Kräfte nach und so konnte man noch 3 sehenswerte Treffer sehen. Leider war Mitte der 2. HZ das Bier alle und so musste ich auf Glühwein mit Amaretto umsteigen.
Sympathisch berlinerischer Kommentar des ziegenbärtigen Meisters am Zapfhahn: "Fass is alle. Damit hab ick nich jerechnet, dat die mir dit janze Bier wegsaufen. Aber nen Glühwein kann ick dir noch anbieten."

Samstag, Februar 28, 2009

Anderes Spiel, anderes Kreuz.

Bevor es am Samstag mal wieder in den hohen Norden gehen sollte, traf man sich Freitagabends noch in einer örtlichen Spielunke um das Spiel der Hansaprofis gegen Ahlen gemeinsam zu verfolgen. Das dargebotene nach dem Motto „Wir senden live aus Rostock“ war dann zumindest vom Ergebnis her wieder mal ernüchternd. 3 Punkte hätten es schon sein dürfen. Vielleicht geht am Samstag beim Gastspiel von Hansa`s zweiter Mannschaft beim FC Oberneuland dafür mehr. Also den „Freifahrtschein“ eines Lebensmitteldiscounter rausgekramt und auf gen Norden. Kurz hinter Münster kam dann via Telefon die totale Ernüchterung: „Das Spiel ist abgesagt!“. Erneuter Wintereinbruch? Sintflutartiger Platzregen? Wütende Hooliganhorden? Der Regen sei’s gewesen. Ja gibt es in Oberneuland keinen Kunstrasen?

Also musste Plan B greifen und Stadion Platz 11 dran glauben. Mit der Drittliga-Begegnung des SV Werder Bremen/II gegen den FC Rot Weiß Erfurt konnte nun auch diese Spielwiese endlich mal gekreuzt werden. Die Sportanlage im Schatten des Weserstadions war schnell gefunden, mein Zeitfenster weit geöffnet, also schnell noch auf dem Nebenplatz mit Kunstrasengeläuf und ohne nennenswerten Ausbau die Partie der U15 Junioren von Bremen und St. Pauli verfolgt. Nach der 1. HZ das Fazit: die Bremer Jungspunde spielerisch und athletischer klar im Vorteil, mit 4:0 verdient in Führung, reicht.

Nun also Drittliga-Fußball. Stadion Platz 11 wie erwartet ohne jeglichen Charme. Eine Laufbahn soweit das Auge reicht, ein Käfig für wen auch immer im Kurvenbereich, ein paar Betonstufen auf der Gegengeraden, eine kleine überdachte Sitzplatzvariante in Grün und Weiß gegenüber. Das Spiel beginnt dann mit 15 min Verspätung, da lt. Durchsage noch nicht alle Gästefans anwesend wären. Aus Fansicht ein feiner Zug. Bis zum Ende der 1. HZ waren schließlich rund 150 Thüringer eingetrudelt, darunter auch rund 30 – 35 Ultraorientierte. Die frönten im 2. Durchgang der Oben-ohne-Sucht und spulten ihr Programm ab. Auf Bremer Seite außer Anwesenheit nichts.

Spielerisch wurde dagegen aber einiges geboten. Ein Elfmeter der keiner war und auch noch glücklich verwandelt wurde. Postwendend dann der Ausgleich für Rot-Weiß begünstigt durch einen Stellungsfehler vom Torwart. Zur Krönung noch ein sehenswerter Treffer von Addy-Waku Menga. Er kann es also doch. Danach aber ein immer uninteressanter werdendes Spiel und man vertrieb sich zusammen mit einer Autobesatzung von HPH lieber die Zeit mit Fußballfachsimpelei. Nach Abpfiff freute sich der Schütze des Siegtores dann noch sichtlich über einen bunten Gruß aus HRO. Kleben nicht vergessen Addy. Stadion Platz 11 endlich gekreuzt. Oberneuland muss immer noch auf meinen Besuch warten.

Freitag, Februar 27, 2009

Der Mann mit den bunten Hemden

Neulich war ich bei einem Auftrit von Jürgen von der Lippe in der Universität der Künste. Ich hab schon lange nicht mehr soviel gelacht. Mit Kopfschmerzen und Schmerzen in der Wangenmuskulatur verließ ich nach mehr als 2 Stunden die Veranstaltung. Das Programm war zusammengestellt aus den 30 Jahren Bühnenerfahrung, die der alte Knabe auf dem Buckel hat. Klassiker wie "Guten Morgen liebe Sorgen", "Saunafreunde 'Aufguss 09'", und die Parodie auf Peter Maffay wurden sehr schön mit neueren Sachen kombiniert wie zum Beispiel ein Telefonat mit Obama, in dem dieser gefragt wurde, was denn seine Präsidentschaft und eine Intimrasur gemeinsam hätten.
Antwort: Der Bus(c)h ist weg.
Sehr schön auch seine beiden Bühnenpartner. Die orgelspielende Dame glänzte mit ständig wechselnden Bühnenoutfits und der alte langhaarige Gitarrero war einfach mal ne coole Sau.
Einziges Manko an dem Abend war das Publikum. 1. senkten Kathi und ich das Durchschnittsalter schon deutlich, was nicht weiter wild gewesen wäre, wenn 2. die Leute wenigstens bei den Liedern ein wenig mehr Stimmung gemacht hätten. Bei den ersten 2-3 Liedern haben noch einige Leute (wir inklusive) versucht mitzusingen und mitzuklatschen, als man aber merkte, dass nicht allzu viele Leute miteinstimmten, ließ man dies dann auch bleiben. Schade. Für sein faules Publikum kann der gute Künstler aber nix und somit ist die Veranstaltung absolut empfehlenswert.
Da ich mir eh kaum Witze merken kann und es an dem Abend auch zu viele Brüller gab, verweise ich einfach mal auf Youtube.



Eins weiß ich aber seit dem Abend: Mein Alptraum ist, wenn ich eines Tages vor Gott trete und mir fehlen 50 Cent... ;-)

Montag, Februar 23, 2009

Ausstieg aus der Karnevalsgesellschaft.

Pünktlich zur Mittagszeit machten sich am vergangenen Freitag diesmal 12 unentwegte auf in die vermeintliche Karnevalshochburg. Nach feuchtfröhlicher Fahrt mit diversen Ländertickets schlug man überpünktlich eine Stunde vor Anpfiff des Gastspiels unserer Hansekogge bei den Jäcken am Mainzer Hauptbahnhof auf. Kurzer Fußweg zur Spielstätte am Bruchweg. Maskenball soweit das Auge reicht. Also lieber rein in die komische Blechkiste. Der Gästeblock auf der Gegentribüne mal wieder ordentlich gefüllt mit gut 1.000 Hanseaten. Der Blick zur Spielwiese getrübt durch doppelte Stahlkonstruktion und schwarzes Fangnetz. Danke für die tolle Sicht. Der Rest der Anwesenden nervte schon jetzt mit Lärminstrumenten alla Rasseln, Klappern und ähnlichem. Danke an den unbekannten Sponsor. Die Heimseite präsentiert zu Spielbeginn eine Hommage an Ernst Neger. Für alle unwissenden handelt es sich hierbei wohl um den Schöpfer des legendären "Humba Tätärä". Klischees müssen halt bedient werden. Auf Gastseite bewarb sich derweil ein Unbelehrbarer um die Leuchte des Nordens. Dies rief natürlich erst das Ordnungspersonal und dann auch noch die Staatsmacht auf den Plan. Unstimmigkeiten dieser beiden Parteien was nun zu tun sei und zur Krönung gibt es halt Pfefferspray aus 3 m wahllos in die Menge. Danke die Herren.

Das Spiel der Hansaelf am heutigen Tage durchaus ansehnlich. Man knöpfte an die gute spielerische Leistung in Aachen an. Der Führungstreffer der Mainzer konnte noch vor der Pause durch ein sehenswertes Tor von Fillinger ausgeglichen werden. Doch auch bei diesem Gastspiel gab es letztendlich wieder nichts Zählbares da Rot-Weiß entweder konsequenter mit den Torchancen umging bzw. bei Blau-Weiß die Konzentration bis zur 90. min mal wieder fehlte. Am Ende somit also wieder 3 Gegentore auswärts, eine 1:3 Niederlage für den FCH und ein Abstiegsplatz inklusive. Danke schon mal im Voraus für Liga 3.

Die Enttäuschung nach Abpfiff verständlicherweise groß. Die Lust auf Karnevalsbelustigung sank rapide gen null. Der Plan bis zum Morgengrauen die örtlichen Bespaßungsdomizile unsicher zu machen wurde spontan aufgegeben. Also schnell wieder zurück ins Württembergische Exil und den Jäcken ihr Revier überlassen. Danke für die Gastfreundschaft, aber mir reichen 4 Jahreszeiten.

Freitag, Februar 13, 2009

Nichts ist so alt, wie die Planung von gestern!

Kurz vor meinen Semesterabschlussprüfungen sollte noch die erste Tour im Jahr 2009 vom 06.02.-08.02. für mich stattfinden. Peter und meine Wenigkeit hatten vor, nach dem Freitagabendspiel unseres glorreichen FCH im alten Tivoli zu Aachen, am Sonnabend nach Neunkirchen und am Sonntag dann noch in die Schweiz nach Neuchâtel, aber irgendwie kam dann doch alles anders.

Zunächst ging für mich die Fahrt entspannt mit Christian aus NB und BK im IC von Berlin nach Minden. Dort dann Umstieg nach Dortmund, wo der neue Wahl-Wessi Toni zustieg. Gemeinsam leerte man das ein oder andere Bier und erreichte überpünktlich Aachen. Da man auf die Autobesatzung (Peter, Rico, Matze und Dorni) aus dem Süden warten wollte, leerte man noch das hastig am Bhf gekaufte Bier vor dem Stadion. Als die Herrschaften aber auch 15 Minuten vor Spielbeginn nicht eintrafen, entschloss man sich den Ground zu betreten. Beim Einlass hatte ich dann noch das Glück für lau rein zu kommen, da jemand seine Kartze nicht abgeholt hatte und die beiden Mäuschen am Kartenschalter mir das Ticket mit dem Hinweis "Wenn du es jetzt nicht nimmst, schmeißen wir es weg." überließen. Die Karte war zwar nicht für den Gästeblock, aber das störte dann auch niemanden mehr.


Drinnen im Stadion dann fast volle Hütte (18.726 Zuschauer) und erstmal den Bratwurststand angesteuert um ne leckere, dicke, fettige Krakauer für 3€ zu erstehen. Zum Spiel Alemannia Aachen : FC Hansa Rostock und der Stimmung lasse ich mich hier nicht weiter aus, da Toni dies bereits im Forum getan hat und das 3:3 wirklich eine gefühlte Niederlage war. Ich war allerdings schon etwas enttäuscht vom so oft gelobten Aachener Publikum. Nach Toren jubeln kann schließlich jeder...

Nach dem Spiel gings dann mit der Fraktion Süd, die erst kurz nach Anpfiff eintrafen, in Richtung Stuttgart. Gegen 2 Uhr endlich bei Peter eingetroffen, wurde sofort der Videotext befragt, wie es mit dem für Sonnabend anvisierten Spiel Borussia Neunkirchen gegen FC Homburg aussieht. Abgesagt! Kann nicht sein?! - Stuttgart II gegen Union Berlin? Spielen im großen Stadion. Mist! - Was geht sonst noch so in den unteren Ligen? Die eine Hälfte abgesagt, die andere zu weit weg, um sie nur mit WET zu erreichen. - Das kann doch alles nicht wahr sein.
Da nun feststand, dass für Peter kein neues Kreuz rausspringen würde, entschieden wir uns für die Bundesligapartie Karlsruher SC : Hamburger SV. Schließlich hatte ich das Wildparkstadion noch nicht in meiner Sammlung.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück zum Stuttgarter Hbf. Im Zug DIE Kuriosität des Tages: HSV-Fans... schwäbische HSV-Fans... scheinbar noch nie im Norden gelebt, aber HSV-Fans, nicht einer, nicht zwei, sondern insgesamt bestimmt 50 Mann. Ich muss allerdings dazu sagen, dass die nicht als ein großer Mob unterwegs waren, sondern jeder mit seinen Leuten in kleinen Gruppen. In Karlsruhe angekommen, erwartete uns ein freundlicher gleichmäßiger Nieselregen, der mit seiner Güte an diesem Tage auch nicht mehr nachlassen wollte. Nachdem wir die Karten am Stadion gekauft hatten und selbiges betreten hatten, gingen wir auch schon wieder raus (Man kann da tätsächlich wieder rausgehen. Einfach am Ausgang so eine Marke á la Knabenturnier geben lassen und fertig.), da der Ultra-Pöbel auf die Ankunft des Mannschaftsbusses wartete und eine kleine Aktion vorbereitet hatte. Zunächst kam der HSV-Bus der unter Pfiffen in den Stadionbereich einfuhr, etwa 10 Minuten später kam dann der KSC-Bus und das ganze Spektakel (Anfeuerung+Klatscheinlage mit Fahnen und einem Banner "Auf gehts KSC!" untermauert) dauerte maximal 10 Sekunden.

Danach gings wieder rein und auf eine kleine Haupttribünenbesichtigungstour. Diese sieht von der Rückseite noch krasser aus als von der Vorderseite. Dicke Stahlkonstruktionen und weitlüfige Treppenanlagen. Für das Geld, was der Verein dort investiert hat, bauen sich andere Vereine ein ganzes Stadion. Aber egal. Nett anzuschauen war es allemal. Da es regnete positionierten wir uns ganz oben in der Kurve. Sitzen ist bei Regen erst Recht für'n Arsch. Die HSVer begannen recht ordentlich. laut und geschlossen, aber so eine Sonderzugfahrt fordert ihre Opfer und so wurde trotz der 1:0 Führung in der 7. Minute der Support ab der 10. Minute fast vollständig eingestellt. Dafür kamen die Phönix Jungs unter dem Dach der Gegengeraden mit Mikrofonanlage nun immer mehr in Fahrt und waren während des gesamten Spiels eigentlich immer in Bewegung und am Singen. Vor allem als man kurzzeitig mit dem Ordnungsdienst ein paar Backpfeifen austauschte. Kurz nach der Pause verpassten wir beide das 0:2 und den Anschlusstreffer zum 1:2, da wir uns noch am Bratwurststand stärkten. Allerdings sahen wir den verdienten Ausgleich. Der HSV war eigentlich die bessere Mannschaft, sie ließen den Gastgeber aber zu viel agieren. Das der KSC das Spiel noch zum 3:2 drehen würde, hätten wir nicht gedacht. Damit waren wir Zeuge eines historischen Sieges vor 28.268 Zuschauern, denn der KSC konnte seit 1994 kein 0:2 Rückstand mehr aufholen. Dies erfuhren wir zumindest am Abend im Fernsehen.

Zuvor hatten wir aber nach unserer Ankunft in Stuttgart noch ein Internet-Café aufgesucht, um die Optionen für Sonntag zu checken. Da ich nicht mehr im Besitz einer BahnCard 50 bin, hätte die Tour nach Neuchâtel für jeden 75€ gekostet. Das ist dann doch ein wenig zu viel und so entschieden wir uns, nachdem auch Unterhaching und Regensburg nur für mich, aber nicht für Peter interessant waren, für ein Viertelfinalspiel im DFB-Pokal ... der FRAUEN. Ja, lieber Leser, wir waren beim Frauenfussball. Und nicht nur wir, sondern auch Theo Zwanziger verfolgte angeblich das Spiel VfL Sindelfingen : 1. FFC Turbine Potsdam. Ich habe ihn nicht im Floschenstadion gesehen, aber wahrscheinlich hat er sich auf dem VIP-Balkon der Gegentribüne versteckt. Zum Spiel des 2. Ligisten gegen den 1. Ligisten aus der brandenburgischen Hauptstadt hatten sich an diesem ziemlich kalten Nachmittag ca. 600 Leute verirrt. Darunter auch ein Fanbus aus Potsdam und etliche Jugendliche aus dem Dorf (oder ist das ne Stadt?). Obwohl Peter mir den Frauenfussball am Tag zuvor und auch kurz vor Spielbeginn noch schmackhaft machen wollte, sprang bei mir nie so richtig der Funke über. Die Mäuschen von Turbine waren deutlich besser als die Gegnerinnen, aber stellten sich häufig zu ungelenk vor dem Tor an. So blieb es trotz zahlreicher Chancen bei einem mageren 1:0 für die Favoritinnen aus Potsdam. Erwähnenswertsind noch beide Fanlager. Während die Potsdamer mit Trommel, Ratschen und Stakkato-Rufen zu gefallen wussten, machte die örtliche Dorfjugend (oder Stadtjugend?) einen auf ultra und setzte ein kleines Megafon, 3 große Fahnen und 2 kleine ein, dazu Gesänge wie man sie auf Youtube findet. War irgendwie amüsant. Als sie dann aber in der 80. Minute mit 2 Bengalen anfingen rumzuspielen, war Schluß mit lustig. Ein Fanbetreuer (spastischer Brillenträger) kam sofort herbei geeilt und versuchte diese zu löschen und regte sich verständlicherweise darüber auf, dass die Bengalen auf die Tartanbahn geworfen wurden und diese beschädigten. Einer dieser Pseudoultras verbrannte sich scheinbar leicht am Unterarm. Diese Anfänger.

Nach dem Schlusspfiff gings dann zurück nach Stuttgart und von dort sollte mich die liebe Bahn mit Lidl-Ticket wieder heil nach hause bringen. 23:09 Uhr hätte ich am Berliner HBf eintreffen sollen, wenn nicht irgend so ein suizidgefährdetes Arschloch kurz vor meinem Umstieg in Hannover in den Gleisen rumgeturnt hätte. 90 Minuten blieben wir, die ersten Lichter von Hanoi am Horizont erkennend, auf der von der Bundespolizei gesperrten Strecke stehen. Bevor es dann doch endlich weiter ging und ich insgesamt 2 Stunden verspätet in Berlin eintraf, wo mich mein Bett um 1:45 Uhr in Empfang nahm.

Samstag, Januar 31, 2009

Einmal Wolfsburg, Sansibar und zurück...

Es ist mal wieder Ende Januar, es ist mal wieder Pokalzeit und unser FC Hansa nahm im Achtelfinale mal wieder Kurs auf Berlin. Diesmal hieß die Durchgangsstation also Wolfsburg. So machte sich ein gemischtes Quartett von HaSuWü und Reisecrew HeilROnn am Mittwochmittag also auf nach Niedersachsen. Diesmal mehr als entspannt und durchaus nobel unterwegs mit dem Luxuszug der Bahn. Einem Lebensmitteldiscounter sei dank. Ohne Verspätung (hört, hört) lief man am frühen Abend ein im "Mekka des Niedersächsichen Fußballs". Das Empfangskomitee von Team Green zeigte schon mal deutlich Präsens. Doch halt war heut wohl eher Team Black. Die Farbe Grün war schließlich schon für die Einheimischen vergeben. Und wir dachten schon wegen bösen Rostockern und so.

Die Jungs werden schon ihren Auftrag haben, für uns ging es weiter zum Ground, Karten kaufen und dann rein in die Spielstätte des Vfl Wolfsburg. In der 1. HZ im Stehplatzbereich breit gemacht und eine beherzt aufspielende Hansa-Elf gesehen, die gegen den Erstligisten gut mithalten konnte. Die 2. HZ wurde dann aus dem Oberrang verfolgt, dies sollte aber kein gutes Omen werden. Kaum hatte sich Gledson verletzungsbedingt verabschiedet wurde auch schon der Torreigen eröffnet. Die Kicker in Grün nutzten nun ihre Torchancen ziemlich konsequent. Hansa konnte lediglich auf ein 2:1 verkürzen, die Tore 3, 4 und 5 für Wolfsburg waren im Nachhinein aber eigentlich ne Nummer zu viel. Also wieder nichts mit Pokalfinale und der Traum von "2010, Ihr werdet es schon sehen..." hat sich nun wohl auch erledigt. Oder gibt`s so was wie Fairplay-Wertung noch? Wenn ja, können daran auch ambitionierte Zweitligisten teilnehmen? Na zumindest konnte auf den Rängen mal wieder locker der Sieg eingefahren werden. Stimmgewaltige rund 2.000-2.500 Hansa-Fans hatten spürbar Lust auf Fußball mit dem FCH und waren auch schon zu Beginn des Spiels mal wieder Feuer und Flamme. Die Wölfi-Fans waren akustisch dagegen eigentlich nur bei ihrem Torjubel so richtig zuvernehmen.



Nach dem Pokal-K.O. wurden auf dem Weg zurück zur Bahn-Drehscheibe der Welt noch schnell die Bierreserven aufgefüllt. Die Nacht in Wölfi-Town zu verbringen hatte irgendwie ein zu provinziellen Beigeschmack, so entschied man sich schnell mit Zug weiter nach Hannoi zu fahren. Gemeinsam mit einem Teil der Hansafans-Hannover stürzte man sich gegen halb eins ins dortige Nachtleben. Das Ziel der Nachtbeschäftigung war schnell klar, unweit der sündigen Meile wurde die Sansibar geentert. Bei akzeptablen Preisen für Pils und Co. wurde schließlich auch die Tanzfläche gefüllt und das Eulenschießen eröffnet. Schön war`s. Zu früher Morgenstunde dann noch schnell im Goldenen M eingekehrt und das Zugabteil war unsers. Tut uns leid für die, die eigentlich im Abteil reserviert hatten, aber auch wir müssen mal schlafen. Und liebe Top-Manager bitte merken: Kommentare wie "Ist schon wieder irgendwo Fußball?" bringen Euch in dieser Situation nicht wirklich weiter.

Freitag, Januar 30, 2009

Ich war noch niemals in Milano.

Attenzione, attenzione Italien hat gerufen. Die Winterpause hatte den deutschen Fußball fest im Griff, im nahen Ausland rollte der Ball schon wieder. Ein ganzes Wochenende auf der Couch ohne Fußball ? Ohne uns. Das Ziel der Reise war schnell klar, Mailand sollte es diesmal sein. Endlich mal im San Siro vorbeischauen. Ein paar kurze Abstimmungen zum Rahmenprogramm und schon ging es an einem Samstagmorgen zu dritt mit Auto gen Süden. Heidiland, verschneite Winterlandschaften und Alpenpanorama hatten in der Schweiz zwar ihren Reiz, doch die Lust auf Fußball war größer.

Pünktlich zur Mittagszeit wurde der fahrbare Untersatz auf einem Stadionparkplatz in einem Vorort von Mailand, genauer gesagt in Sesto Gan Giovanni geparkt. Vor dem Leckerbissen am Abend wollte man sich noch ein wenig Appetit holen mit dem Drittliga-Spiel A.C. Pro Sesto gegen A.S.C. Portogruaro. Der Parkplatzwächter hielt uns erst für Gästefans, entlarvte uns dann als Deutsche und wollte uns nun natürlich seine besten Tickets verkaufen. 25 Euro Haupttribüne Mitte. Ein ander mal vielleicht. Nen Zehner für Gegentribüne tut es diesmal auch. Das Stadio Communale Breda wie erwartet dann leicht angegraut, der Putz bröckelt, der Rost ist deutlich sichtbar. Da die Heimkurve wegen Schnee gesperrt war machten sich die einheimischen Tifosi auf der überdachten Haupttribüne breit. Rund 150 Tifosi haben sich schließlich bei bekannten Melodien lautstark zu Wort gemeldet. Rund 30 Gäste glänzten immerhin durch Anwesenheit. Überraschend jedoch das auch schätzungsweise 40 bis 45 jährige Männer hier den Ultra-Gedanken leben. Bei den Gästen zumindest optisch. Das Spiel erfüllte dann alle Vorurteile vom italienischen Calcio, schöne Flugeinlagen ohne Gegenspieler, den Schiri pausenlos bequatschen und ergebnisorientiertes Ball-Rumgeschiebe. Ein 1:1 der schlechten und langweiligen Sorte.

Nach dem Kick machte man sich dann auf die Suche nach der Herberge, gewöhnungsbedürftige Straßennahmen überforderten zeitweise das Navi, aber die Jugendherberge in der Nähe vom San Siro konnte schließlich doch ausfindig gemacht werden. 20 Euro pro Nase und Nacht waren einen Aufenthalt im 6-Mann-Zimmer auf jeden Fall wert. Und dann war es soweit: A.C. Mailand gegen A.C. Florenz im Stadio Guiseppe Meazza. Kurzer Fußmarsch von der Herberge zum Stadion, langes Anstehen beim Kartenkauf. Eine knappe Stunde anstehen an der einzigen Kassennanlage kosteten viel Nerven und Schweiß, aber ein Ticket für 13 Euro schließlich in den Händen zu halten waren die Mühen wert. Kontrolle am Eingang kurz vor Anpfiff glücklicherweise Fehlanzeige. Die gefühlten 1.000 Stufen im Treppenhaus zum Oberrang waren endlos. Der Anblick oben angekommen war atemberaubend. Die Stadionarchitektur umwerfend. Die Stimmung und Lautstärke der Rossoneri bombastisch. In der 1.HZ kam man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Während des Spiels dann ungewohnte Bewegungsfreiheit im Areal, so das man sich die Architektur der Tribünen aus nächster Nähe und unterschiedlichen Perspektiven mal näher anschauen konnte. Die wenigen Ordner die anwesend waren, schauten lieber Richtung Rasen. Grünzeug in anderer Form konnte auch in den Kurven wahrgenommen werden, aber das ist ne andere Geschichte. Apropos Genussmittel: der Tiffosi hat es offensichtlich nicht so mit gutschmeckenden fettigen, triefenden, Bratwürsten, Schnitzeln oder sonstigem. Im Stadion nirgendwo etwas herzhaftes. Wer mag schon Sonnenblumenkerne.

Wieder zurück in der Herberge dann noch ein überraschendes Wiedersehen und Schnack mit dem Salower, der sich mit 3 weiteren Hansa-Hopping-Fußball-Freunden an diesem Wochenende ebenfalls den Calcio geben wollte. Nach kurzweiliger Nacht und ergiebigen Frühstück inklusive machten sich der Rest weiter auf Richtung Turin. Wir drei machten am Sonntagmorgen dann eher die Mailänder Kulturlandschaft unsicher. Piazza del Duomo. Besichtigung Duomo di Santa Maria Nascente natürlich auch. Galleria Vittorio Emanuella II. Ferrari Store. Originalo Italiano Holzofen-Pizzeria. Falls was fehlen sollte; alles kann man halt auch nicht sehen an einem Tag. Zum Schluss dann noch eine Art Schnitzeljagd durch die Gassen der City nach dem Motto: Where is the next Mailands Briefkasten? Und dann war auch schon wieder Kilometerfressen angesagt, wieder Alpenpanorama, wieder Winterlandschaften und ruckzuck schon wieder in Württemberg.

Donnerstag, Januar 22, 2009

Budenzauber, Hansa, Spaß hamm.

Die Freude bei HaSuWü und Reisecrew HeilbROnn war groß, das das Fußballjahr 2009 mit einem exotischem Appetithäppchen beginnen sollte. Grund der Vorfreude war ein Hallenspektakel irgendwo im Württembergischen Niemandsland. Am zweiten Januarwochenende sollte das mittlerweile 7. ebm-papst Hallenmasters für A-Junioren Mannschaften in der Gerhard-Sturm-Halle zu Mulfingen stattfinden. Dies sicher erstmal nicht sonderlich spektakulär, aber das ich auch der Nachwuchs unseres FC Hansa bei diesem Budenzauber erstmals die Ehre geben sollte, lief die Mobilmachung in den Weiten des www im Vorfeld des sog. Events auf Hochtouren. Unter dem Motto "Alle in Blau" machten sich schließlich 18 unentwegte Exil-Hanseaten auf nach Boomtown Mulfingen.

Zum ersten Spiel wurden dann gleich mal die Fronten geklärt, wer akustisch das Sagen in der Halle hatte. Überraschungsgesichter der Sitzplatz-Familienausflügler inklusive. Das Spiel tat sein übriges, Hansa behielt gegen Blau-Weiße aus Baden mit 3:2 die Oberhand. Im nächsten Spiel gab`s dann ein umkämpftes 3:3 gegen die Mainzelmännchen. Spiel drei gegen den Löwen-Nachwus vom BTSV konnte schließlich recht deutlich mit 3:0 gewonnen werden. Nach Träumereien von "Finale, Finale" kam nach dem Mittagsbrunch dann aber der Bruch im Spiel der Hansekogge und man verlor erst gegen Aa-Aachen mit 0:2 und schließlich auch noch gegen den Lokalmatador aus Schwedisch Hall mit 2:5. Damit war klar dass mit dem dritten Platz in der Vorrundengruppe das Halbfinale ohne den Hansa-Nachwuchs stattfinden würde.

Dafür passte der Rahmen dieses Mega-Budenzauber-Events: Mannschaft, Veranstalter, Sitzplatz-Familienausflügler äußerten sich positiv von unserer ausgelassenen Stimmung. Wir rockten die Halle, brachten das Festzelt zum Beben. Der Veranstalter sprach im Nachhinein von einem spannenden Turnier und der familiären Atmosphäre. Team Green sprach im Nachhinein von "freundlich gesonnenen Schlachtenbummlern, die den Spaß an den Spielen in den Mittelpunkt stellten" und die Lokalpresse nannte uns in ihrer Druckausgabe wortwörtlich "ein paar Spaßbacken". Frechheit.

Bevor die letzten Gruppenspiele über die Bühne gingen machte man sich schließlich wieder auf in alle Himmelsrichtungen. Das die Jugendkicker des LR Ahlen, sorry RW Ahlen im Finale über den Fohlennachwuchs triumphierten soll hier nur noch am Rande erwähnt werden. Interessierte unsereins eigentlich auch gar nicht mehr. Der Spaßfaktor war in unseren Reihen an diesem Tag auf jeden Fall gegeben und zum krönenden Abschluss gab`s vor dem Mannschaftsbus noch ein gemeinsames Stelldichein mit Mannschaft, Betreuern und ..................uns.

Sonntag, November 09, 2008

Schöne bunte Sportwelt

25.10.2008
Füchse Berlin : TBV Lemgo
O2 World - 14800 Zuschauer - offiziell ausverkauft

In Berlin gibt es seit dieser Saison eine neue Halle. Ein großer reicher Mobilfunkanbieter hat seinen Namen für den Koloss zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße gerne zur Verfügung gestellt. Damit sich der Bau auch lohnt, müssen dort auch diverse Veranstaltungen stattfinden, die eine Menge Leute anziehen. Aus diesem Grund lockt der Hallenbetreiber die hiesigen großen Mannschaften aus den Sportarten Eishockey, Basketball und Handball mit Mietnachlässen.

Da meine bessere Hälfte bei einem der Sponsoren der Füchse arbeitet, gab es erst einmal ein fettes Kontingent für die Mitarbeiter. Sie, clever wie sie ist, gleich mal 2x2 Karten abgegriffen und so kamen Thomas und Henry in den Genuss das Spiel aus Block 407 zu sehen und Kathrin und ich verfolgten das Spiel aus Block 417 heraus. Wer jetzt denkt, Block 400 irgendwas, dass muss aber fett sein, der denkt richtig. Die Halle ist groß, hoch und weitläufig. Laut und bunt ebenso, aber dazu später mehr.

Zunächst betraten wir das neue Prestigeobjekt Berlins über einen eigens für die Kunden des großen, reichen Mobilfunkanbieters eingerichteten Eingang. Lange stehen? Ist nicht. Henry und ich gehören zu den "Guten" und somit unsere Freunde auch. Das 0,3 l Freibier gab es dann allerdings nur für uns beide. Drinnen gings dann mit der Rolltreppe in die 2. Etage - von dort kommt man in die unteren Ränge oder auf den Raucher-Balkon. Mit der nächsten Rolltreppe gelangt man in die 4. Etage und zu den Eingängen der oberen Ränge. Wer sich nun fragt, was ist denn mit der 3. Etage? Nun, da gelangt man scheinbar nur mit dem Fahrstuhl, der aber von einem Ordner versperrt wird oder über die Fluchttreppe hin. Denn in der 3. Etage befinden sich die Business-Logen. Die unteren Ränge gehen einmal komplett um das Spielfeld, die Business-Sitze und der Oberrang begrenzen ds Spielfeld nur auf 3 Seiten. Auf der Südseite ist ein riesiger Catering-Bereich eingerichtet für Leute, die sich für wichtig halten oder kurz: VIP.

Von meinem Sitz auf Höhe der 7-Meter-Linie in der drittobersten Reihe konnte ich den schräg gegenüberliegenden unteren Block aufgrund der 8-eckigen Video-Oktaeder(?)-Konstruktion nicht sehen. Übrigens: wer keine Lust hat sich das Geschehen unten anzugucken, der kann auch auf die Übertragung auf der Videowand starren. Über die Sinnhaftigkeit kann sich jeder selbst seine Gedanken machen. Zum Auftakt des Spiels gab es erst einmal eine Rauch-, Pyro- und Lasershow, für die konsumfreudige Masse. Ich muss aber gestehen, es hat mir irgendwie gefallen. Allerdings wurden dadurch meine Erwartungen an eine tolle Stimmung nur noch erhöht und konnten nicht erfüllt werden.

Das Spiel selber ist schnell erzählt. Nach 5 Minuten führte der Favorit aus Lemgo bereits 6:0 und ließ sich diese Führung auch nicht mehr nehmen. Die Trefferquote der Füchse war an diesem Tag aber auch einfach zu schwach. In der Halbzeit musste ich dann fluchtartig meinen Platz verlassen, da unten auf dem Spielfeld BAP (was hat diese Kölner Gauklertruppe in Berlin verloren?) anfing zu spielen und mein Körper nach Gerstensaft dürstete. Aber bei Preisen von 3,60 für 0,4 l Hasseröder und 3,80 für die gleiche Größe Becks kann man sich nicht wirklich besaufen. Auch vollfressen ist nicht drin bei 2,50 für nen lumpigen Muffin oder einen Hotdog. Die Bratwurst gibt es übrigens für 2,80 mit nem bröseligen Brötchen. Ganz ganz großes Kino hier. Also gings nach einem kleinen Spaziergang wieder zurück zu dem Platz der auf meiner Karte vermerkt war, um dem Treiben vom Rande aus weiter zu zu schauen. Henry und Thomas meinten nach dem Spiel, dass sie ein ähnliches Gefühl hatten. Man ist zwar dabei, aber nicht wirklich mittendrin. Ganz merkwürdige Sache.

Bedingt durch die große Halle, das teure Bier oder durch das schlechte Spiel der eigenen Mannschaft kam nie wirklich richtig gute Stimmung auf, außer bei den rund 50 Lemgoern in meinem Block, die unablässig Party machten. Einen richtigen Fanblock wie in der Max-Schmeling-Halle gab es bei der Premiere der Füchse in der Sauerstoff-Welt auch nicht. Trotz offiziell ausverkauftem Haus - es waren eindeutig nicht alle Plätze besetzt - spielen die Füchse vorerst wieder in ihrem viel gemütlicheren Fuchsbau, Schmeling-Halle, wo mannicht permanent von einer flimmernden Werbebande über den Logen genervt wird.

Fazit: Große bunte Konsumwelt, du hast einen weiteren Tempel bekommen. Man kann sich ihn mal angucken, da architektonisch gelungen, aber bei dem ganzen Kommerz, bleibt der Sport auf der Strecke.

Montag, Oktober 27, 2008

Es ist Herbst

19.10.2008
Mariendorfer SV : SV Empor Berlin 1:0
Volksparkstadion Mariendorf - 133 Zuschauer

An einem kühl windigen Herbstnachmittag machte ich mich auf in den Süden von Berlin. Dort erwartete mich eine hübsche alte Anlage, die 15000 Zuschauer fassen kann. Die Steinstufen sind von Gras bewachsen und bilden einen netten Kontrast zur neuen Tribüne, die vor kurzem dort gebaut wurde und immer noch nicht ganz fertig zu sein scheint. Die Stufen der Haupttribüne sind bisher nur als Stehplätze ausgelegt. Es können aber sicherlich noch Sitzschalen darauf montiert werden. An diesem Tag verirrten sich 133 handgezählte Zuschauer + 3 Grüne in das weite Rund. Was Letztgenannte nun schon bei einem solchen Berlinligaspiel wollten, wissen wohl nur sie selber. Vielleicht wollten sie auch den frisch aufgesetzten Glühwein kosten. Wer weiß, wer weiß.

Das Spiel zwischen dem gastgebenden Mariendorfer SV und dem SV Empor Berlin aus Pankow war ein müder Kick. Anfangs machten die Gäste noch sehr viel Druck und es kündigte sich ein munteres Spielchen an, aber mit zunehmender Spieldauer wurde es immer lahmer auf dem Rasen. Das einzige Tor des Tages für den Gastgeber nach einem sauberem Zuspiel war zwar recht ansehnlich, konnte aber über das schwache Niveau nicht hinwegtäuschen. Mit dem Schlusspfiff hätten die Gäste fast noch ausgleichen können, aber auch 20 Zentimeter am Tor vorbei, ist immer noch am Tor vorbei. So blieb es beim 1:0 und ich machte auf dem Heimweg noch einen Zwischenstopp in Alt-Tempelhof um den besten Dürüm der Stadt zu geniessen.

Bilder gibts in der Galerie und das neue Hintergrundbild des Blogs ist aus dem Volksparkstadion Mariendorf. Ich fand es irgendwie sehr passend zur Jahreszeit.

Montag, Oktober 06, 2008

Von Lilien und Löwen.

Wenn sich Flora und Fauna ein Stelldichein geben, muss es sich nicht immer zwangsläufig um einen Ausflug ins Grüne oder um eine Stippvisite in den Zoo, Tierpark o.ä. handeln. Nein das Zusammentreffen von Pflanzenfreunden und Tierliebhabern ist durchaus auch auf sportlicher Ebene möglich. Um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen machte man sich am vergangenen Samstag bei Zeiten auf ins Südhessische, genauer gesagt in die Stadt mit dem eigenwilligen Namen Darmstadt. Die einheimischen Lilien hatten sich zur Biologiestunde am Böllenfalltor die Löwen aus dem Nordhessischen Kassel eingeladen.


Dank eines komfortablen Zeitpuffers bis zum Unterrichtsbeginn und guter Ausschilderung am Wegesrand, wurde der Fußweg vom Bahnhof bis zur Spielwiese in einer entspannten halben Stunde zurückgelegt. Vor dem umzäunten Liliengarten wartete derweil schon die örtliche Wald und Wiesenfraktion. Und auch eine stattliche Anzahl von Förstern hatte wohl Lust auf das Zusammenspiel von Flora und Fauna. Somit ging`s rein in den Botanikgarten. In der Mitte der Anlage das gepflegte Grün, hier hatte der heimische Gärtner wohl gute Arbeit geleistet. An der Längsseite eine überdachte Tribüne für rund 4.000 Teilnehmer mit Sitzfleisch. Die Standfesten hatten freie Platzauswahl auf den weitläufigen Stehplätzen. Zum Unterrichtsbeginn hatten sich schließlich 3.100 Interessierte eingefunden. Die rund 400-500 Tierliebhaber aus dem Nordhessischen hatten jedoch keine freie Platzwahl und mussten sich im Gehege auf der Gegengerade einfinden. Zu Unterrichtsbeginn präsentierten die Pflanzenfreunde einen sehenswerten Hingucker auf der Haupttribüne. Applaus dafür vom Rest. Auf dem Grün hatten derweil die Lilien nach dem Motto "Breit-Lang-Quer" eingenetzt. Doch die 11 Löwen auf dem Geläuf zeigten sich bissig und kamen kurz darauf ebenfalls zu einem Erfolgserlebnis. Die restlichen Löwen im Gehege ließen den Zaun wackeln und das Böllenfalltor erleuchten. Als sich der Nebel legte zappelte es jedoch wieder im Löwennetz. Die Löwen liefen fortan nur noch wie müde Kätzchen übers Grün und die Lilien beackerten emsig das Geläuf. Auch in der 2. Unterrichtshälfte dann zahme Kätzchen und optisch überlegene Lilien. Doch da das Unterrichtsende erst ist wenn die Klingel ertönt bzw. der Lehrer auf dem Rasen abpfeift, zeigte der Löwe kurz vor Ultimo noch einmal die Krallen und setzte den finalen Biss.

So eine Biologiestunde mit Lilien und Löwen kann also auch mal recht lehrreich und unterhaltsam sein. Mit etwas Lesestoff der Pflanzenfreunde im Ranzen ging`s anschließend dann wieder gen Süden, die Lehrstunde hatte hungrig gemacht.


In Ingolstadt...

Da die Kogge mal wieder einen neuen Hafen ansteuerte, ließ man sich nicht lang bitten. Diesmal mit der Reisecrew Mannheim/Heilbronn/Drumherum also auf nach Ingolstadt. Nach einer feuchtfröhlichen Fahrt mit DB Regio durch`s Bayrische Hinterland wurde dann pünktlich zur Mittagszeit am Vier-Ringe-Ufer angelegt. Auch unser weitgereister NY-Tourist war hungrig auf Fußball und endlich wieder mit an Bord.

Die letzen beiden Spiele der Hansakogge stimmten einen optimistisch. Bestes Karibikwetter (der Sonnenbrand im Gesicht kommt sicher) und ein gut gefüllter Gästeblock ließen auf zählbares hoffen. Edeljoker Cetkovic netzte bereits nach nicht einmal 10 Spielminuten ein. Jawohl es läuft. Doch was dann kam, war mal wieder unbegreiflich. Wie schafft man es nach einer 1:0 Führung in Lethargie zu verfallen, im Glauben die Führung nun verwalten zu können, denn Gegner aufzubauen, sich auszuspielen und teilweise vorführen zu lassen? Der Dicke weiß sicher eine Antwort. Nach Wiederanpfiff verließ derweil Besatzungsmitglied Gledson schon vorzeitig das Deck, der Kapitän auf der Bank zeigte sich gewohnt regungslos. Das Spiel plätscherte nun so da hin, ein Aufbäumen nicht wirklich erkennbar. Und auch auf den Rängen plätscherte es nun teilweise dahin. Über den Anhang der BSG Audi braucht man keine Worte verlieren. Anwesend waren Sie zumindest. Im Gästeblock ging die ersten 20 Minuten ganz gut die Post ab, dann war die Aktion "Eggi-sucht-den-Nachwus-Capo" angesagt, anschließend wurde auch noch der Support mit Sinnlos-Sing-Sang dem Spielgeschehen angepasst, bevor man sich zum Spielende hin wieder lautstark und koordiniert Gehör verschaffte. Auf den Rängen also Punktsieg für die treuen Begleiter, auf dem Rasen wohl eher Schiffbruch der Hansacrew.

Nach Spielende wurde sich am Bahnhof die Zeit noch mit der einen oder
anderen Fassbierrunde vertrieben. Und aus dem einfachen Gefühl des fröhlichen, geselligen Miteinander auch noch eine Runde "Reise nach Jerusalem" eingeläutet. Nur die Herren in Schwarz wollten wieder mal den Spielverderber spielen; konnten sich dann aber doch nicht ein Lachen verkneifen, ob des fröhlichen Zeitvertreibs. Kommunikation ist alles meine Herren. Den restlichen Stadiongängern in Ingolstadt wird an jenem Tag aber eher folgender Gassenhauer in Erinnerung bleiben: "In Ingolstadt, in Ingolstadt, da holen wir den UEFA-Cup!".

Donnerstag, August 14, 2008

Rasenschach oder Manege frei

Auch in den Niederungen des deutschen Amateurfussballs hatte die Sommerpause endlich ihre Schuldigkeit getan und so ging es am Mittwochnachmittag direkt vom Schreibtisch mit DB Regio Richtung Oberschwaben, genauer nach Laupheim zum 1. Spieltag der Verbandsliga Württemberg. Auf dem Programm stand Rasenschach mit folgenden Spielparteien: in der blau-weiß-gestreiften Ecke der FV Olympia Laupheim und in der mausgrauen Ecke der VfL Sindelfingen. Spielstätte für den Kampf um Punkte war das Olympia-Stadion. Ein kleiner gemütlicher Fußballplatz für offiziell 2.500 Interessierte und mit überdachter Haupttribüne inkl. integrierten Sportlerheim/Vereinsgaststätte an der Längsseite. Für 6 Euro Eintritt wurde dann freie Platzwahl, nostalgische Holzbänke auf der Tribüne, ohrenbetäubende Ballermannhitsbeschallung vor dem Spiel und in der Halbzeit, sowie ein recht rasant unterhaltsames Fußballspiel geboten. Aber nur vom FV Olympia aus Laupheim, den der spielte sich reihenweise Hochkaräter heraus. Von der Strafraumgrenze halbhoch ins Dreiangel. Freistehend aus 12 m an die Latte. Aus 5 m noch freistehender übers Tor geköpft. Nach Flanke platzierter Kopfball. Nach Querpass noch viel freistehender aus 14 m wieder übers Gebälk. Da war in Sachen Torausbeute wohl mehr drin gewesen und so hieß es am Ende des 6. Liga Kicks vor rund 250 Kiebitzen nur 2:0. Nach dem Abpfiff ging es schnellen Schrittes wieder Richtung Bahnhof und für den unternehmenslustigen Laupheimer hieß die weitere Abendgestaltung statt Champions-TV aus Schalke vermutlich Manege frei, denn: "Zirkus Probst is back in town"!


Montag, Juni 30, 2008

Mannheimer Doppelpack

31.05.08 VfR Mannheim - SV Waldhof Mannheim und SV Waldhof Mannheim/II. - VfB Eppingen

Endlich kam auch ich seit langem Mal wieder in den Genuss eines Dopplers. Jedoch sicherlich nicht wegen 2 vermeintlich attraktiver Spielbegegnungen, sondern eher aufgrund der Tatsache, das sich die Möglichkeit ergab zwei ehrwürdigen Fußballstadien an einem Tag meinen Besuch abzustatten. Der erste Teil des Fußballnachmittags führte mich zum Lokalderby in der Oberliga Baden-Württemberg zwischen dem VfR Mannheim und dem SV Waldhof Mannheim. Diesmal war ich auch rechtzeitig nach Mannheim angereist, blieb somit auch genügend Zeit die heutige Spielwiese zu inspizieren.

Doch zuvor ging es noch kurz zum nur einen Steinwurf entfernten Carl-Benz-Stadion, Heimspielstätte des SV Waldhof. So konnte nach mehreren Besuchen in der Vergangenheit dieser durchaus gelungene Neubau aus dem Jahr 1994 auchendlich mal in Bildern festgehalten werden, wenn auch nur durch den Zaun. Nun aber hinein ins Rhein-Neckar-Stadion zum Mannheimer Lokalderby. Der Charme der rund 11.000 Zuschauer fassenden reinen Fußballarena ist dabeiwohl schon seit langem verblichen. Dafür ist die in die Jahre gekommene, doch recht eigentümlich aussehende Wellblechtribüne auf der Geraden ein echter Hingucker. Der Rest des Ground`s bleibt mir nur durch sanierungs-bedürftige unüberdachte Stehplatztraversen in Erinnerung. Dem Spiel selbst wohnten dann gut 3.500 Fußballinteressierte bei, wovon gut und gerne 3.000 dann doch eher dem SV Waldhof die Daumen gedrückt haben dürften. Zu Spielbeginn dann eine einfache, aber wirkungsvolle Wendechoreografie der Ultras Mannheim: Bye Bye OLBW / Bye Bye BFV / Bye ByeVfR war hier gut sichtbar zu lesen. Bis zur Mitte der 1. Halbzeit dann auch ein sehr gepflegter, abwechslungsreicher Support der Gästeanhänger, von VfR-Seite erwartungsgemäß nichts zu vernehmen. Zu mindestens hatten sie den angrenzenden Heimblock ein wenig mit Fahnen verziert. Das eigentliche Spiel bis dahin ein richtiger Langeweiler ohne nennenswerte Höhepunkte bis in der 43. min die Heimmannschaft in Führung und schließlich auch in die Pause ging. Nach kulinarischen Genüssen in der Halbzeit nach dem Motto "Für jeden ist was dabei" hieß es für mich zur 60. min die Spielwiese zu wechseln.

Nun führte mich der Weg in den Arbeiter-Stadtteil Waldhof zu einem doch recht geschichtsträchtigen Ort, der Seppl-Herberger-Sportanlage. Unüberhörbar nach einem Alt-Bundestrainer benannt. Dieses traditionsträchtige und schon über 80 Jahre alte Stadion ist mittlerweile Spielort der Waldhof Amateure. Früher spielte in diesem Stadion noch die 1.Mannschaft des SV Waldhof, sogar teilweise mal 1. Bundesliga. Heutzutage wird im Stadion am Alsenweg, wie es hier wohl im Volksmund heißt, nur noch die Spielklasse 6. geboten. Spielbeteiligte waren an jenem Nachmittag die Mannschaften des SV Waldhof Mannheim/II. und des VfB Eppingen in der Landesliga Rhein/Neckar. Der eigentliche Spielfilm ist schnell erzählt in dem der Gast zwar früh in Führung gehen konnte, die Heimmannschaft anschließend jedoch forsch aufspielte und die 2:1 Halbzeitführung in der 2. Halbzeit auf einen verdienten 3:1 Sieg ausbaute, selbst eine berechtigte G/R Karte für die Mannheimer Reserve in der 53. min war dabei kein Hindernis. Alles in allem ein sehr unterhaltsamer Fußball-Kick in einem tollen Fußballstadion, in dem derFußball noch ist wie er sein sollte. Überraschend auch die relativ gute Zuschauerzahl von rund 150 Interessierten für einen 6. Liga-Kick. Die Zuschauerzahl konnte in der 2. Halbzeit dann sogar noch auf 200 Leute ausgebaut werden, da doch einige aktive Supporter vom vorherigen Lokalderby im Rhein-Neckar-Stadion vorbeischauten. Somit war auch ich über das Endergebnis des Lokalderbys topaktuell informiert, ebenfalls ein 3:1 für den SV Waldhof. Nach dem Abpfiff in der Seppl-Herberger-Sportanlage hatte ich noch die Möglichkeit, natürlich nur mit Zustimmung des Greenkeepers, den gepflegten Rasen zu betreten und von dort aus einen Schnappschuss der Sitzplatztribüne in Großformat aufzunehmen. Ein Zugang über die Stehränge ist hier derzeit nicht möglich, da verschlossen, ist aber auch verständlich bei der Spielklasse und den Zuschauerzahlen.


Durch ein kurz darauf einsetzenden Platzregen, wurde ich regelrecht gezwungen meinen Aufenthalt in Mannheim noch zu verlängern, in das in der Haupttribüne befindliche Vereinsheim einzukehren und bei ein oder zwei oder drei Bier mir den mühsam erkämpften 2:1 Sieg der DFB-Kicker über die Fußballgroßmacht Serbien via Mattscheibe anzuschauen. Na denn Prost!