Gastbeitrag vom Fußballjunky
Eigentlich sollte Peter der dritte Schreiber für dieses Blog werden. Leider haben wir es noch nicht richtig hinbekommen, ihn hier einzubinden. Deshalb kommt sein 2. Beitrag (der erste ist hier zu finden) auf diesem Wege. Seine Fotos sind noch beim Entwickeln, daher keine Bilder an dieser Stelle, aber vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt. Jetzt aber erstmal viel Spaß mit diesem lesenswerten Bericht.
So. 02.09.07 FC Basel - FC Thun 2:1 !
Da die Kogge an diesem Wochenende im heimischen Ostsseestadion auf Punktejagd ging, führte meine Fußballreise diesmal ins benachbarte Ausland auf die andere Seite des Rheins. Dieser Ausflug stand unter dem Motto: EM-Stadion-Test, JETZT! Warum sollte man bis zum Sommer des Jahres 2008 warten bis man in den Genuss des Fußballstadions von Basel kommt, wo einerseits die Chancen auf ein Ticket auf dem offiziellen Weg eh gering wären und anderseits einen die Stimmung während eines Europameisterschaftspiel vermutlich auch nicht von seiner Sitzschale reißen wird. Somit ging es begleitet von den Nachwirkungen einer Geburtstagsparty und einer kurzen Nacht am frühen Sonntagmorgen ab Richtung Bahnhof. Die Hinfahrt gestaltete sich dabei recht kurzweilig. Unterwegs bevölkerten lediglich wieder unzählige Rentnerwandergruppen die Züge, um anschließend an komisch klingenden Orten wie eine wilde Herde in die Botanik auszuschwärmen. Und beim Umstieg in KA war zu so frühem Zeitpunkt auch noch nichts zu spüren von irgendeinem Fußballderby an diesem Abend, auf welches man in Baden/Schwaben anscheinend so lange warten musste; weder Späher noch Policija zeigten Präsenz. Aber das nur am Rande, für mich ging`s weiter mit der Bahn durch Badische Hinterland bis man pünktlich zum Mittagstee in Basel aufschlug.
Nach einer kurzen Stärkung ging`s ab zum Stadion, der Weg vom Bahnhof zum heutigen Objekt der Begierde war dabei in einem gemütlichen halbstündigen Fußmarsch bewältigt. Das Stadion selbst liegt im St.-Jakob-Park, wo sich unter anderem auch noch eine Veranstaltungshalle befindet. Doch ohne die gute Ausschilderung wäre man vermutlich daran vorbeigelaufen, da das St.-Jakob-Stadion von außen als solches nicht unbedingt erkennbar war. Lediglich die Tatsache der vielen anwesenden Fußballfans, ließen einen vermuten, das sich in dem Gemäuer außer einem Shoppingcenter, einem Fitnessstudio und einem Fanshop auch noch ein Fußballstadion befindet. Schöne neue Fußballkommerzwelt. Verkehrstechnisch gibt es dagegen nicht zu meckern, das Stadion ist dank guter Ausschilderung sowohl mit Auto, als auch dank S-Bahnhaltestelle direkt hinter der Gegentribühne für alle Fußlahmen gut zu erreichen. Also ging`s hinein in die gute Stube auf die Hintertortribühne.
Die Heimkurve war zu Spielbeginn sehr ordentlich gefüllt und die Zaunbeflaggung war recht ansehnlich. Der Heimsupport konnte abgesehen von der ersten viertel Stunde nur phasenweise überzeugen, liegt aber sicherlich auch daran, dass meistens nur die Hälfte der Kurve bei den Gesangseinlagen mitgezogen hatte. Der Funke sprang so natürlich nur selten auf den Rest des St.-Jakob-Stadions über, lediglich ein paar Klatscheinlagen waren als Fan-/Tribünenübergreifender Support erkennbar. Das Spiel an sich war in der ersten HZ recht ansehnlich. Der FC Basel war wie es so schön heißt Feldüberlegen und hatte mehr Spielanteile, konnte sich jedoch lediglich mit einem 1:0 zum Pausentee verabschieden. In der 2. HZ plätscherte das Match dann vor sich hin bis ein Glücksschuss des Thuners Faye in der 70. min den Ausgleich brachte und es noch mal spannend wurde. In der Nachspielzeit dann der Siegtreffer durch Chipperfield nach Vorarbeit von Stolper-Streller. Die Zuschauer klatschten artig Beifall und der Schiri beendete die Partie. Letztendlich konnte der Auftritt der Basler auf dem Rasen und auch auf den Rängen nicht wirklich überzeugen. Zumindest die Anzahl der zahlenden Kundschaft war mit rund 22.100 Anwesenden für Schweizer Verhältnisse sehr ordentlich. Der Gast aus Thun wurde beim heutigen Kick von rund 50 Unentwegten unterstützt. Sicherlich ist Masse nicht gleich Klasse, aber der Gästesupport mutierte irgendwie zum Kampf gegen die Windmühlen. Dieser Kampf ging an diesem Nachmittag aufgrund der übrigen Anzahl Fußballinteressierter relativ schnell verloren und man stellte nach rund 20 Minuten jegliche Art von Support ein. Lediglich ein gelegentliches Schwenken von 3 Fahnen hinter den 2 Zauntransparenten konnte noch wahrgenommen werden. Erheiternd dagegen die 3 Sportsfreunde im Gästeblock, welche nach dem Ausgleichstreffer bei der Zaunerstürmung ihren Meister aus Stahl fanden. Der Zaun blieb standhaft, schüttelte seine vermeintlichen Bezwinger wieder ab und die Herrschaften nahmen artig auf ihren Sitzschalen Platz. Trotz allem ein recht unterhaltsamer Ausflug in die schicke EM-Spielstätte von Basel; allen Fußball-Event-Interessierten viel Glück bei der Ticketvergabe für ein Europameisterschaftsspiel im nächsten Jahr und die Hoffnung, das die mit einem sehr nervigen Klingelton hinterlegte auf der Videowand aufleuchtende Torschussgeschwindigkeitsmessanzeige keine Nachahmer findet. Was nützt einem Fußballfan die Information, dass Spieler XY gerade mit 107 km/h den Spielball übers Gehäuse geballert hat?
HaSuBaWü

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